Ring um die Sonne von Clifford D. Simak

Buchvorstellung

Ring um die Sonne von Clifford D. Simak

Originalausgabe erschienen 1951unter dem Titel „Ring Around the Sun“,deutsche Ausgabe erstmals 1962, 254 Seiten.ISBN nicht vorhanden.Übersetzung ins Deutsche von Heinz Zwack.

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In Kürze:

Es geschah im Jahre 1977 …Rasierklingen, die nie stumpf wurden, Glühbirnen, die ewig brannten, und schließlich der Eterno-Wagen – ein Auto, dafür bestimmt, mehrere Generationen von Besitzern zu überdauern …Das waren die Gegenstände, die der Wirtschaft des Jahres 1977 Sorge bereiteten, denn niemand wußte, woher sie kamen und welche geheimnisvolle Macht hinter ihnen steckte und planmäßig daran arbeitete, die Industrie der Welt zu vernichten und Millionen von Menschen brotlos zu machen.
Alles fing so harmlos an: Jay Vickers, ein junger, erfolgreicher Schriftsteller, sollte ein Buch schreiben, in dem die Hintergründe dieser Gefahr aufgedeckt werden – und dann bezichtigt man ihn des Mordes an seinem einzigen Freund, der plötzlich unter geheimnisvollen Begleitumständen verschwindet, so wie vor ihm Tausende von Menschen verschwunden sind.
Gibt es wirklich eine zweite Erde in einer anderen Zeitdimension, nur Sekunden von der unseren entfernt, und hinter ihr unzählige weitere Welten? Und trifft es zu, daß die Bewohner dieser Welt über mysteriöse Kräfte verfügen und die Erde – unsere Erde – bedrohen? Und welche Rolle spielt der Kreisel, jenes Spielzeug aus Vickers’ Kindheit, das ihn schon einmal in eine fremde Märchenwelt versetzt hat? All diese Faktoren sind von einem wahren Meister des modernen SF-Romanes in eine spannungsgeladene Handlung verknüpft, die von lebensnah geschilderten Personen getragen wird, die in einen Konflikt von kosmischen Ausmaßen hineingezogen werden.

Ihre Meinung zu »Clifford D. Simak: Ring um die Sonne«

Luxi zu »Clifford D. Simak: Ring um die Sonne«12.10.2009
"Ring Around the Sun" erschien erstmals 1952/53 in drei Fortsetzungen im SF-Magazin "Galaxy", kurz darauf (noch im Jahre 1953) als Buch und erlebte später in der Bundesrepublik Deutschland zwei Ausgaben. Zuerst 1962 als Leihbuch unter dem Titel "Ring um die Sonne" und dann zwei Jahre später als Groschenheft mit dem Titel "Schlüssel zur anderen Welt" (Terra 329). Das Leihbuch ist übrigens um schätzungsweise 10 % gegenüber dem Originaltext gekürzt, für das Romanheft wurde der Text dann noch weiter gestutzt.
Eine ungekürzte und frei verkäufliche Buchausgabe hat es hierzulande also nie gegeben und das ist insofern bedauerlich, da es sich um ein sehr spannendes, lesenswertes und irgendwie auch sehr typisches Simak-Buch handelt.
Brian Aldiss bezeichnete es in seinem "Milliarden-Jahre-Traum" gar als Simaks bestes Buch.

Da mögen die Geschmäcker auseinander gehen, denn obwohl es eigentlich nur einen einzigen Handlungsstrang gibt (der Leser ist stets an der Seite des Haupthelden Jay Vickers), ufert die Handlung streckenweise ziemlich aus und wird zum Ende hin immer verwirrender. Man hat so den Eindruck, Simak wollte so ziemlich das ganze Repertoire an SF-Themen in diesen Roman packen: Parallelwelten, Mutanten, Androiden.

In "Ring Around the Sun" droht die Menschheit an den Gesetzen ihrer eigenen Ökonomie zugrunde zu gehen. Geheimnisvolle Fremde richten sogenannte "Gadget Shops" ein, in denen billige, unzerstörbare und niemals reparaturbedürftige Waren (Rasierklingen, Glühlampen, Autos etc.) verkauft werden. Das bringt die Wirtschaft kurz vor den Kollaps. Ein Interessenverband von Großindustriellen versucht den erfolgreichen Schriftsteller Jay Vickers anzuwerben, um ein Buch gegen diese Gadget Shops zu schreiben, was er aber ablehnt. Er gerät dennoch immer tiefer in den Strudel der Ereignisse. Offenbar legen es beide Seiten darauf an, aus dem "kalten" Wirtschaftskrieg einen "heißen" Bürgerkrieg werden zu lassen. Und offensichtlich stecken Mutanten dahinter.

Jay Vickers entdeckt, dass er selbst ein Mutant ist und findet Dank seiner besonderen Fähigkeiten Zugang zu einer Parallelwelt, die einerseits paradiesisch ländlich ist, in der aber andererseits auch die Billigwaren durch Roboter hergestellt werden.

Der Eingriff der Mutanten erweist sich schließlich als Teil eines Planes zur Rettung des homo sapiens vor seiner drohenden Selbstzerstörung. Die Menschheit sei auf eine Straße des Unglücks und des Elends geraten, sie stelle ihre Talente nur in den Dienst von Hass und Missgunst. So, wie man einen Trinker aus seinem gewohnten Milieu herausreißen muss, um ihn zu heilen, müsse man auch mit der Menschheit verfahren, um sie auf den richtigen Weg zurück zu führen.

Nicht wirklich klar wird freilich, ob man dazu die Erde wirklich erst wirtschaftlich kaputt machen muss. Man hätte ja auch die Benachteiligten der jetzigen Ordnung so nach und nach einfach in die Parallelwelten holen können...

Sei es wie es sei, Vickers kehrt schließlich zur Erde I zurück, wo inzwischen fast bürgerkriegsähnliche Zustände herrschen und es gelingt ihm durch eine List, die führenden Leute des Kapitals unschädlich zu machen ...

In Simaks Buch wird Kritik an der Monopolisierung, am blinden Technik-Vertrauen und an undurchschaubaren Wirtschaftsstrukturen deutlich. Er tritt (wie in vielen anderen Romanen auch) gegen die Urbanisierung, für die Besinnung auf die wahren Werte und die Rückkehr zu einem natürlichen Leben ein. Dies macht den Roman auch heute noch lesens- und nachdenkenswert.

Schade nur, dass er aufgrund der o.g. Umstände in Deutschland nur einem kleinen Leserkreis vorbehalten blieb und bleiben wird. Da es selbst in den besten SF-Jahren keinem deutschen Verlag gelungen ist eine ungekürzte Buchausgabe zu veröffentlichen, werden wir das bei dem Nischendasein, zu dem die SF heute verurteilt ist, wohl auch nicht mehr erleben.
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