Reckless. Steinernes Fleisch von Cornelia Funke

Buchvorstellungund Rezension

Reckless. Steinernes Fleisch von Cornelia Funke

Originalausgabe erschienen 2010, 346 Seiten.ISBN 3791504851.

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In Kürze:

Obwohl Jacob Reckless immer darauf geachtet hat, die Welt hinter dem Spiegel vor seinem Bruder Will geheimzuhalten, ist dieser ihm gefolgt. Doch in dem wunderbaren Reich lauern tödliche Gefahren: Will wird von einem Goyl angegriffen und beginnt, zu Jade zu versteinern. Verzweifelt will Jacob ihn retten, aber nur die Feen haben die Macht, das Steinerne Fleisch aufzuhalten. Gemeinsam mit Clara, Wills großer Liebe, und der Gestaltwandlerin Fuchs macht Jacob sich auf die gefährliche Reise.

Das meint Phantastik-Couch.de: „Bildreiche Funke-Geschichte in Märchenmantel“73

Fantasy-Rezension von Verena Wolf

Jacob Reckless entdeckte als Kind einen Spiegel im Zimmer seines verschwundenen Vaters, der in eine märchenhafte Welt führt. Immer wieder verschwindet er dorthin und baut sich dort in den folgenden Jahren ein zweites Leben auf. Er wird regelmäßig als Artefakt-Jäger (zum Beispiel für ein Tischlein-deck-dich) engagiert und hat einiges an Vermögen und Erfahrung gesammelt und Freunde unter Feen, Gestaltwandlern und kaiserlichen Bediensteten gefunden. Allerdings blieb durch seine häufige Abwesenheit, die er durch Reisen erklärte, das Verhältnis zu seinem jüngeren Bruder Will und seiner inzwischen verstorbenen Mutter distanziert. Als Will dann den geheimen Durchgang entdeckt, wird er prompt angegriffen und seine Haut beginnt zu Jade zu versteinern. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt. Jacob will Wills Versteinerung rückgängig machen, bevor dieser seine Persönlichkeit völlig verliert. Aber der König der Goyl und eine mächtige dunkle Fee haben ganz andere Pläne für Will, denn offensichtlich verwandelt er sich in den mythischen Jade-Goyl, auf den sie schon lange hoffen.

Grimmsche Märchen stehen Pate

Die Parallelwelt ist im wahrsten Sinne märchenhaft: schön, bunt, voller unterschiedlicher zauberhafter Wesen, aber es drohen auch Düsternis, Flüche und Gefahren. Da glaubt man sich wirklich in der Kulisse eines Grimmschen Märchens wieder zu finden. Auch viele der Wesen, die die Welt hinter dem Spiegel bevölkern, sind entliehen. Da gibt es Feen und Hexen, Zwerge und Meerjungfrauen genauso wie Knusperhäuschen, Gold tragende Bäume und Rapunzelhaare. Allerdings spielt der Inhalt der Märchen selbst keinei Rolle in „Steinernes Fleisch“. Die entworfene Welt als Hommage an Grimm bildet nur den Rahmen und die Kulisse für die Geschichte in gewisser Tinten-Manier, aber das ist sehr schön gelöst.

Jacob ist ein in sich zerrissener, verschlossener Mensch, der immer noch mit dem Verschwinden seines Vaters hadert und damit, dass er ihn nicht gefunden hat und der versucht, als einsamer Wolf möglichst niemanden an sich heran zu lassen. Die Melancholie, die ihn umgibt, nimmt sicher manchen Leser für ihn ein und nicht nur die Gestaltwandlerin Fuchs, die ihm wie ein roter Schatten folgt. Allerdings erinnert er schon sehr an Staubfinger.

Vieles wird nicht erklärt. Seltsam zum Beispiel ist, dass Jacobs und Wills Mutter einfach so hinnahm, dass ihr Mann verschwand und weder Nachforschungen noch Ermittlungen der Polizei stattfanden. Dass ist ähnlich realitätsfern, wie bei Tintenwelt die unbemerkte Übernahme der italienischen Dörfer durch Capricorn.

Es ist bekannt, dass Funke „Reckless“ von Anfang an zusammen mit einem Filmproduzenten entwickelte und das merkt man. Die bildreichen Szenen schielen stark nach einer Verfilmung. Weniger kraftvolle Bilder und dafür schlichtweg mehr Story und Innensicht hätte „Reckless“ gut getan. Das Buch ist mit vielen Bleistiftzeichnungen der Autoren illustriert, sehr passend und stilvoll. Aber dadurch hat man noch mehr den Eindruck, dass es weniger Buch als Vorform eines Films ist.

Knappes Buch mit Pathos

Der Stil ist typisch Funke. Knappe, kurze, einfache, aber poetische Sätze mit einigen typischen Adjektiv-Wiederholungen a la „Er ist schön, so schön.“ Tief greift Funke in die Pathos-Kiste: egal ob es um Verlust geht oder Ehre, um die schwer wiegende Verantwortung des großen Bruders oder die angedeuteten Zweifel von Clara an ihrer Liebe. Leichtigkeit und Spaß verbreitet das Buch nicht, alles ist sehr schwerwiegend und sehr ernsthaft. Charme, Humor und ein Augenzwinkern hier und da sucht man vergebens. Aber das ist auch nicht Funkes Art. Die Kapitel selbst sind äußerst kurz und mit der großen Schrift sehr schnell ausgelesen. Es bleibt ein wörtlich kurzweiliger Ausflug in das Land der Kindheit, mit Weggefährten, die einem sicher wieder einmal begegnen werden, denn für einen zweiten Teil ist das Ende offen genug. Aber vielleicht ist die Adaption für die Leinwand schneller. Man wird sehen.

Ihre Meinung zu »Cornelia Funke: Reckless. Steinernes Fleisch«

anna zu »Cornelia Funke: Reckless. Steinernes Fleisch«29.04.2013
weil es Cornelia Funke geschrieben hat weil ich hab nicht so viele bücher geliesen fast keine und weil es vorne so gruselig aussieht und ich mag gruselige sachen und auserdem habe ich den kleine text da hinten gelesen und es war kurz aber dafür total spannend und ich freue mich schon auf den nächsten teil.und emma hat unrecht es ist ziemlich cool
StevenGoodman zu »Cornelia Funke: Reckless. Steinernes Fleisch«23.01.2013
Ich habs echt versucht.
Immer hörte ich dass ich ein Werk von Funke lesen solle, auf Tintenherz hatte ich keine große Lust weswegen ich mich an ihrer neuen Reihe, Reckless versuchte.
Was ich zu dem Buch zu sagen habe ist nicht sehr viel, da nicht sehr viel hängen geblieben ist.
Keinen der Charaktere habe ich auch nur ansatzweise in mein Herz gelesen, sie wirkten das ganze Buch über irgendwie sehr weit weg und für mich unnahbar.
Auch die Welt in der sich die Geschichte abspielt konnte mich nicht für sich gewinnen. Nicht selten liest man einen Fantasyroman und stellt sich vor wie schön oder interessant es wäre in der Welt des Romans zu leben. Bei Reckless nicht.
Nachdem ich sonst nur gutes über Funke gehört habe gehe ich stark davon aus, dass die Motivation hinter diesem Werk einfach gefehlt hat. Ein neues Buch sollte her, und zwar so schnell wie möglich.
Ich möchte nichts unterstellen, aber als ich gehört habe dass bereits vor Fertigstellen des Buches an der Übersetzung in andere Sprachen gearbeitet wurde, um es zeitgleich in allen Ländern zu veröffentlichen, habe ich mich doch sehr gewundert.
tedesca zu »Cornelia Funke: Reckless. Steinernes Fleisch«13.12.2011
Gleich einmal vorweg: "Reckless" ist das erste Jugend-Fantasy-Buch von Cornelia Funke, das mich nicht restlos begeistert. Irgendwie hat sie es diesmal nicht geschafft, den Figuren genügend Herz zu verleihen. Und damit meine ich nicht die steinernen Goyls, sondern auch das junge Mädchen, das am liebsten die Gestalt eines Fuchses annimmt, oder Jacob, den Helden der Geschichte, der alles tut, um seinen geliebten Bruder zu retten.

Spannend ist das Buch natürlich schon, und die vielen Zitate aus der Märchenwelt erinnern an die ersten (Vor)lesetage in der Kindheit. Auch wenn man ganz schön staunt, dass der Prinz Dornröschen in Wirklichkeit nie wachgeküsst hat....

Gut gelungen sind die Schilderungen der gruseligen Umgebung und der grausigen Goyls, aber im Grunde kommt man sich beim Lesen (oder Hören) vor, als hätte Frau Funke auch schon die Verfilmung der Geschichte im Hinterkopf gehabt. Diesen Eindruck vermitteln auch die Dialoge, vor allem die inneren Selbstgespräche von Jacob, der sich so immer wieder selbst motiviert oder seine Beweggründe hinterfragt.

Alles in allem würde ich das Buch nur bedingt weiterempfehlen, wobei ich natürlich den zu erwartenden zweiten Teil auch lesen werde. SO schlecht war es ja nicht, aber dem Standard einer Frau Funke wird es in keinem Fall gerecht.

Das Hörbuch wird ganz hervorragend gelesen von Rainer Strecker, der den Figuren dort Gefühle verleiht, wo die Geschichte sie vermissen lässt und somit dem Hörbuch eine Qualität gibt, die das gedruckte Werk leider nicht haben kann.
Emma zu »Cornelia Funke: Reckless. Steinernes Fleisch«07.06.2011
Ich fand die Tintenwelt noch wirklich gut, aber Reckless ist ziemlich enttäuschend. Die Geschichten kennt man schon irgendwoher und man merkt, dass Cornelia Funke hier mehr darauf bedacht war, einen bestseller als ein gutes Buch zu schreiben. Reckless ist für Kinder zu grausam und für Erwachsene zu unrealistisch.
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