Inferno von Dan Brown

Buchvorstellungund Rezension

Originalausgabe erschienen 2013unter dem Titel „Inferno“,deutsche Ausgabe erstmals 2013, 688 Seiten.ISBN nicht vorhanden.Übersetzung ins Deutsche von Axel Merz und Rainer Schumacher.

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In Kürze:

DAS Buchereignis des Jahres: der neue Roman von Dan Brown. Dan Brown ist zurück – und mit ihm sein Held Robert Langdon, der schon in den Romanen „Illuminati“, „Sakrileg“ und „Das verlorene Symbol“ Millionen Leserinnen und Leser begeistert und mit kontroversen Themen global für Schlagzeilen gesorgt hat. Das weltweite Erscheinen des neuen Thrillers „Inferno“ am 14. Mai 2013 markiert Robert Langdons Rückkehr nach Europa. Der Symbolforscher aus Harvard wird in Italien mit Geheimnissen, Rätseln und einer Verschwörung konfrontiert, die ihre Wurzeln in einem der berühmtesten und dunkelsten Meisterwerke der Literatur haben: Dantes „Göttlicher Komödie“. Und je intensiver Robert Langdon die immer gefährlicher werdende Spur verfolgt, umso deutlicher zeichnet sich die bedrohliche Erkenntnis ab, was Dantes Werk für die Gegenwart und Zukunft bereithält.

Das meint Phantastik-Couch.de: „Inferno – Mit Kleinigkeiten Großes bewirken“68

Mystery-Rezension von Almut Oetjen

Der Symbol-Versteher und Harvard-Professor für Kunstgeschichte Robert Langdon wacht mit einer Kopfverletzung in einem Krankenhaus in Florenz auf. Er kann sich nicht an die Ereignisse der vergangenen Stunden erinnern. Die Ärztin Sienna Brooks erzählt ihm, er sei von einem Projektil gestreift worden, aber mit einer Gehirnerschütterung davongekommen. Eine Frau namens Vayentha dringt in den Krankenhausflügel ein und erschießt auf der Suche nach Robert Doktor Marconi. Sienna flieht mit Robert in ihre Wohnung. Robert ruft das US-Konsulat an, nachdem er in seinem Jackett einen Zylinder mit Biohazard-Symbol und unbekanntem Inhalt gefunden hat. Er gibt als Standort das gegenüber liegende Hotel an. Wenige Augenblicke später erscheint Vayentha und sucht ihn dort vergeblich.
Robert öffnet den Zylinder, in dem sich ein mittelalterlicher Behälter mit einer bearbeiteten „Karte der Hölle“ Botticellis befindet. Plötzlich stürmen in Schwarz gekleidete Soldaten das Gebäude. Robert und Sienna können im letzten Moment fliehen und fahren in Richtung historische Altstadt, weil der geheimnisvolle Zylinder etwas mit Dante und seinem Hauptwerk Die Göttliche Komödie zu tun haben muss. Polizei und Militär haben jedoch die Einfahrten in die Altstadt gesperrt und suchen die beiden. In einem Lauf gegen die Zeit und ihre Verfolger müssen Robert und Sienna das Geheimnis lüften, das den Zylinder umgibt.

Robert Langdon illuminiert wieder

Nach „Illuminati“, „Sakrileg“ und „Das verlorene Symbol“ ist Inferno der vierte Band in Dan Browns Serie um Robert Langdon. In für Serien üblicher Weise arbeitet Brown formulaisch. Das Zeitkorsett ist sehr eng, der Großteil der Handlung spielt in Florenz. Brown beschreibt jedes Detail, auch schon mal ausführlich Gemälde. Im Buch sind sogar Schaubilder abgedruckt, die Gegenstand von Diskussionen sind.
Der Thriller umfasst 682 Seiten, zwischen dem Prolog und dem Epilog bringt er 104 Kapitel unter. Ständig wird die Handlung unterbrochen, oft bleibt sie an einer Klippe hängen. Redundanzen sorgen dafür, dass die Leser keine Wahrnehmungsverluste erleiden.
In „Das verlorene Symbol“ setzt Kapitel 88 mit den Worten ein: „Die Zeit wird knapp“. „Inferno“ bietet diesen Satz bereits in Kapitel 38, S.240. Es wird dieses Mal also besonders eng für unseren Helden und seine Begleiterin. Und wer glaubt, gemütlich im Wissen um die erzählerische Formel durch den Roman gleiten zu können, dem oder der wird dies zwar weitgehend gelingen, aber mit einem bösen Twist im späteren Verlauf der Handlung.
Auch muss Langdon in der vierten Episode seiner Abenteuer Informationen rekonstruieren, die aus dem Kurzzeitgedächtnis gelöscht wurden, weil man ihm vor Beginn der Erzählung eine gehörige Dosis Benzodiazepine verabreichte, bei uns in einer Form bestens unter dem Namen der Vergewaltigungsdroge Rohypnol bekannt.

Die perfekte Autodidaktin

Langdons Mitstreiterin Sienna übertrifft ihre Vorgängerinnen: sie sieht noch großartiger aus, hat einen IQ von 208, bringt sich innerhalb eines Monats eine Fremdsprache vollständig bei, hat sich in einigen Wissenschaften hervorragend ausgebildet. Die perfekte Autodidaktin ist zwar keine studierte Medizinerin. Dennoch arbeitete sie mit Doktor Marconi zusammen im Krankenhaus. Dante hat sie vor einem Vierteljahrhundert als Kind gelesen, kann sich aber noch ganz gut an Details erinnern.

Der posthumane Mensch

Brown erzählt nicht nur eine seiner üblichen Abenteuergeschichten um einen Mann und eine Frau, die ein Mysterium innerhalb kürzester Zeit aufklären müssen. Eine seiner Figuren hat auch ein echtes Anliegen. Der Mensch ist unvollkommen, leidet unter Krankheiten, körperlichen und geistigen Beschränkungen, und hält sich dabei für die bekannte Krone der Schöpfung. Er hat den Planeten heruntergewirtschaftet und verhält sich, als gäbe es kein Morgen, was umso absurder ist, weil er doch ständig auf seine Zukunft in Gestalt seines Nachwuchses verweist.
Diese geistig hybride Grundkonstellation hat einen extrem Hochbegabten, der nicht unter Einfluss von Psychopharmaka steht, zu einer Einsicht kommen lassen, deren Konsequenzen den Katalysator und die Hefe für Browns Geschichte bilden. In diesem Zusammenhang spielt die Utopie des Posthumanismus (und des Transhumanismus als Entwicklungspfad dorthin) eine große Rolle. Vielleicht wäre es angezeigt, sich vor oder während der Lektüre des Romans ein wenig Kenntnis darüber zu verschaffen. Die Sonderstellung des Menschen wird in diesem Gedankengebäude verneint, was wiederum den Ausgangspunkt dafür bildet, den Menschen im Interesse von irgendwem optimieren zu wollen.

Um dieses Kernstück herum baut Brown seine Geschichte auf und reichert sie an mit Ausflügen in die Kunstgeschichte und kommentierten Hinweisen für Touristen in Florenz und, weniger, aber auch, Venedig und Istanbul. Dies geschieht überwiegend mit unmittelbarem inhaltlichem Bezug.

Die Exkurse nehmen oft das Tempo aus der Handlung. Eben noch flieht man mit Robert Langdon vor den Verfolgern, die plötzlich ganz nahe bei ihm sind, als ihm etwas zu Dante, zu einem Gemälde, das er aus seinem Versteck sehen kann, oder zu einem Baumeister der reichhaltigen Architekturschönheiten von Florenz einfällt, was er uns auch rasch erzählen muss, bis er sich entschließt, seine Flucht fortzusetzen. Selbstredend gehören seine Verfolger nicht zu seinen Seminarteilnehmern.

Fazit

„Inferno“ ist der vierte Band in einer Romanserie, die sich am ehesten vielleicht so charakterisieren ließe: Die Zeit wird knapp, reicht aber noch zur Rettung der Welt. Wer Dan Brown liest und weiß, wie Serien funktionieren, wird dies ebenso wenig überraschend finden, wie die Gestaltungswerte, die sich unter dem Begriffspaar des Formulaischen und der überbordenden Redundanz vereinen lassen. Überraschungen hält der Roman dennoch bereit, sogar, es soll noch einmal kurz erwähnt werden, eine recht ungewöhnliche. Für Hasser von Dan Brown ist „Inferno“ ein weiterer Beitrag in deren leidgefüllter Rezipientengeschichte, für Fans von Dan Brown eins seiner schlechtesten oder besten Bücher.

Almut Oetjen, Mai 2013

Ihre Meinung zu »Dan Brown: Inferno«

Leser zu »Dan Brown: Inferno«08.08.2013
Nun habe ich das Buch, auf das ich lange gewartet hatte, gekauft und gelesen.
Eins vorweg: Das Buch ist was die Geschichte an sich betrifft spannender als Vorgänger:
Das verlorene Symbol.
Leider ist Inferno bei weitem nicht spannend wie Illuminati oder The DaVinci Code.
Inferno ist für meinen Geschmack und mein Verständnis kein Krimi, kein Thriller, Inferno ist ein Roman, der zu 2/3 aus Städte- und Gebäudebeschreibungen besteht. Inferno ist eher ein Reiseführer mit romanähnlichen Elementen.
Das Thema ist diesmal interessant. Merkwürdig, dass Dan Brown diesmal ganz auf sein Lieblingsthema verzichtet hat: Religion. Mit diesem Buch betreibt er keine Missionierung. Was mich sehr genervt hat, abgesehen von Reiseführer ähnlichen Elementen, waren immer die wiederkehrenden selbigen Passagen aus Dantes Werk, immer wieder wortwörtliche Wiedergabe der Rede von Zobrist aus dem Video oder die Beschreibung des Videos selbst. Würde man all diese und Reiseführerelementen weglassen, bleibt von dem Roman nicht viel übrig.
Diesmal erzählt Dan Brown nichts Neues oder Innovatives.
Wer warten kann, kann sich später das TB kaufen, für das Geld - 26€ - ist es zu teuer und nicht lohnenswert. Für das Geld was man jetzt für HC bezahlt, kann man später das Taschenbuch + Reiseführer für Florenz & Co. kaufen.
Schisma zu »Dan Brown: Inferno«24.06.2013
Die bisherige Durchschnittswertung von 65° passt!

Leider nimmt man die konstruierte Geschichte mittlerweile nicht mehr ab, weil einfach alles schonmal dagewesen und gefühlt zu gekünstelt.

Es ist einfach unglaubwürdig, dass alle Prota-und Antagonisten immer genau im passenden Augenblick genau das parat haben was sie brauchen um das nächste Rätsel zu lösen, bzw. die nächste Falle zu stellen.

Bestes Beispiel Robert Langdon, der in Florenz praktischerweise aus dem Gedächtnis jeden Backstein in allen Häusern der Stadt kennt und genau weis welchen Schalter in welchem Zimmer man wie lang drücken oder drehen muss damit irgendwo in einem riesigen Gebäudekomplex irgendwas ausgelöst wird.

Wie gesagt alles ein bisschen zu konstruiert.

Außerdem gibt der Autor dem Kernthema überhaupt keinen Freiraum. Das Problem oder die Bedrohung ist so gegeben wie sie ist. Das es andere Meinungen geben könnte wird nicht beachtet.

Ich bin mit dem unerwarteten Ende zwar eigentlich ganz zufrieden, jedoch ist die Auflösung auch ein bisschen ärgerlich weil sie im Prinzip klarstellt, dass die ganze Schnitzeljagd von den 700 Seiten zuvor eigentilch komplett umsonst war.

Der Ausgang des Buches wäre der gleiche wenn Robert Langdon statt der durchaus rasant geschriebenen Verfolgungsjagden einfach 2 Tage Badeurlaub gemacht hätte.

Im Prinzip wäre es sogar besser gewesen, da dadurch weniger Leute ihr Leben verloren hätten.

Tja also wer nicht Browen Fan ist muss es definitv nicht lesen.

Wer Illuminati und Sakrileg mochte wird hier zumindest vom Erzählstil nicht enttäuscht.

Nur etwas innovatives möge man bitte nicht erwarten.

MFG Schisma
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