Du bist noch nicht tot von Dan Wells

Buchvorstellungund Rezension

Du bist noch nicht tot von Dan Wells

Originalausgabe erschienen 2014unter dem Titel „The Devil's only Friend“,deutsche Ausgabe erstmals 2014, 352 Seiten.ISBN 3-492-26995-8.Übersetzung ins Deutsche von Juergen Langowski.

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In Kürze:

John kann sich mit seinem Schicksal, immer wieder zum Killer zu werden, nicht anfreunden. Sich selbst nicht vertrauen zu können, hindert ihn daran, ein normales Leben zu führen oder sich gar in ein Mädchen zu verlieben. Und die Dämonen, die nur John sehen kann, holen zu einem neuen Schlag gegen die Menschen aus. Als ein grausamer Killer die Stadt heimsucht und beginnt, John geheimnisvolle Nachrichten zu hinterlassen, beginnt ein verhängnisvolles Spiel. Denn die Anziehungskraft des Bösen ist zu stark. Und je mehr er über seinen mächtigen Gegner erfährt, desto unsicherer wird John, auf welcher Seite er steht …

Das meint Phantastik-Couch.de: „Ich bin ein Serienkiller – na und?“79

Horror-Rezension von Carsten Kuhr

Sie meinen, Sie hätten Probleme? Sie glauben wirklich, ihr Leben sei problematisch?
Nun, dann lassen sie sich einmal erzählen, wie es mir geht.
Ich bin 17 Jahre alt – kein Problem sagen sie? Pubertät und das alles, man kennt das ja – nur das ist nicht mein Problem!
Ich bin 17 Jahre alt und habe Menschen umgebracht!
Auch wieder nur die halbe Wahrheit, eigentlich waren es keine Menschen mehr, sondern Verwelkte, Besessene, Dämonen.
Nun, da sind sie ruhig, was?
Ich spinne glauben sie?
Sie haben ja keine Ahnung!

Ich bin ein Serienkiller, der sich in seinem Geist permanent vorstellt, wie ich alle Personen um mich herum vom Leben in den Tod befördere. Wenn es ganz schlimm wird, kaufe ich mir beim Metzger den größten Braten der vorrätig ist, eine Plastikplane und ein Messer kommen zum Einsatz, und dann lasse ich meinen inneren Schweinehund los. Das wird etwas, na nennen wir es einmal unappetitlich, aber immer noch besser, als die Alternative!

Seit kurzem arbeite ich fürs FBI – Profiler, sie kennen das aus den einschlägigen TV-Serien.

Nur, dass wir Dämonen jagen und zur Strecke bringen, sprich killen. Leider darf ich da meinen Drang nicht so richtig ausleben und die neuen Kollegen sind schlicht nervig. Erwähnte ich schon, dass ich Pläne mache, wie ich sie, einen um den anderen, umbringe?

Als sich dann ein Verwelkter, der seine Opfer mit schrecklichen Bisswunden hinterlässt sich an mich direkt wendet, ist es endgültig vorbei mit der Ruhe – jetzt bin ich persönlich gefragt, und ich weiß schon, wie ich vorgehen werde – blutig natürlich – bis mein Gegner zurückschlägt und ich plötzlich ein gewisses Problem habe …

Es geht weiter – und dies ist wieder nichts für schwache Nerven

Eigentlich schien die Trilogie um den etwas anderen Serienkiller John Wayne Cleaver abgeschlossen zu sein. Insofern machte ich mich mit ein wenig Skepsis an die Lektüre.

Zunächst erwartet mich ein, gegenüber den ersten Büchern der Reihe, gereifter Erzähler. Statt des jungen, introvertierten, unsicheren Jungen begegnet uns ein junger Mann, der von den Geschehnissen, die ihm zugestoßen sind geprägt wurde. Es galt und gilt die herben Verluste zu verkraften, gleichzeitig sich um die einzige Person, die ihm noch am Herzen liegt, zu sorgen. Und es gilt – weiterhin – die Verwelkten zu jagen.

Um dies ganz deutlich zu sagen, Wells hat, was die blutigen Jagden anbetrifft, noch eine Schippe drauf gelegt. Das ist brutal, irre temporeich und rot wie in einem Schlachthaus, ganz sicher nichts für schwache Nerven.

Sehr schön wieder, dass er John weiterhin seiner Rolle gemäß agieren lässt. Dessen Pläne, wie er seine neuen Kollegen umbringen wird, sind wunderbar stimmig, sein Seelenleben faszinierend. Obwohl, vielleicht auch gerade weil er weiterhin nach seinen eigenen Regeln lebt, mühsam die Kontrolle aufrecht erhält ist er ein sehr sympathischer Erzähler, dessen Schicksal uns berührt. Man merkt ihm an, dass er verzweifelt bemüht ist, die Kontrolle über sein Dasein zu behalten, ja trotz aller Sorgen und Nachwirkungen der Ereignisse aus dem dritten Band noch Zeit findet, sich um seine Klassenkameradin zu kümmern.

Die Ängste, Unschuldige zu verletzen oder zu töten, die ihn drei Romane lang begleitet haben, treten in den Hintergrund, seine Schwierigkeiten, sich ins FBI Team einzubringen beleuchten seine Sozialkompetenz, besser gesagt, seine Unfähigkeit sich einzufügen plastisch, machen ihn als Person aber nur interessanter. Als Leser folgt man John fasziniert, ja gebannt durch die Handlung. Dabei wartet Wells mit einigen Überraschungen auf, verwöhnt durch seine intensive, gleichzeitig prägnante Darstellung seines Antihelden, reiht eine packende Szene an die nächste und fesselt mit atemberaubendem Tempo. Durch die sehr präzise Art, wie er seine Figuren beschreibt, zieht Wells seine Leser in die Handlung hinein, in den Kampf gegen einen Serienkiller aber auch gegen den Dämon in John selbst.

Das Gebotene hat hohen Unterhaltungswert, führt die eigentlich abgeschlossene Handlung folgerichtig fort und bietet erneut eine Mischung aus Thriller und Horrorelementen mit einer bestechenden Charakterstudie eines Menschen auf der Kippe.

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