Du stirbst zuerst von Dan Wells

Buchvorstellungund Rezension

Du stirbst zuerst von Dan Wells

Originalausgabe erschienen 2011unter dem Titel „The Hollow City“,deutsche Ausgabe erstmals 2011, 448 Seiten.ISBN 3-492-26858-7.Übersetzung ins Deutsche von .

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In Kürze:

Mit »Ich bin kein Serienkiller« gelang dem jungen US-Autor Dan Wells ein Überraschungserfolg, der die Grenzen zwischen Thriller und Fantasy sprengte. Nun erzählt Dan Wells eine ganz neue Geschichte: Michael erwacht in einem Krankenhaus. Was ist in den letzten zwei Wochen geschehen? Er erinnert sich nicht. Er weiß nur, dass mit ihm etwas ganz und gar nicht stimmt. Denn er sieht Monster. Er hört fremde Stimmen in seinem Kopf. Die Ärzte behaupten, er habe Wahnvorstellungen. Doch Michael weiß es besser. Die Monster sind real. Sie verfolgen einen dunklen Plan. Und wenn er den Kampf gegen sie aufnimmt – wer wird zuerst sterben?

Das meint Phantastik-Couch.de: „Fesselnder Thriller um Wahnsinn, Wahrheit und die Wege dazwischen“89

Horror-Rezension von Verena Wolf

„Wer sind Sie?“ Mit dieser Frage beginnt „Du stirbst zuerst“ (im Original ganz anders, nämlich „The Hollow City“ genannt) und gibt damit perfekt den geheimnisvollen, spannenden roten Faden des neuen Werks von Wells vor. Denn um die Fragen, „Wer? Wie? Was?“ kreist alles.

Ich weiß, dass ich nichts weiß, oder doch?

Der Leser, dem alles durch die gebrochene Sichtweise von Michael geschildert wird, stellt schnell fest: Michael hält sich selbst für geistig gesund – aber welcher Verrückte tut das nicht ? Aus Lesersicht handelt er eindeutig paranoid und tja, zugegeben wie im Wahn. Michael selbst erscheinen seine Taten und Gedanken analytisch und korrekt, aber seine Überzeugung, dass Unbekannte ihn durch elektrische Geräte überwachen, macht den Leser doch nachdenklich. Dass die mitfühlenden Ärzte ganz offensichtlich wie Michael wissen, dass er eine dicke Krankenakte hat von A wie Angstzustände bis Z wie Zyankaliphobie spricht irgendwie eventuell nur ganz vielleicht auch gegen ihn. Aber ist Michael einfach schizophren und Schluss? Er selbst versucht verzweifelt herauszufinden, warum er plötzlich eine Amnesie hat, warum seine letzte Erinnerung ist, dass er schwer gestürzt ist und ob es die Gesichtslosen, von denen er sich verfolgt fühlt, wirklich gibt. Als Leser versucht man sich mit Hilfe des unzuverlässigen Ich-Erzählers Michael parallel seinen ganz eigenen Reim auf seine Phobie vor Handys zu machen und die Schnipsel der Ereignisse zu deuten und in Wahrheit und Wahn einzuteilen. Denn man ahnt zunehmend: man weiß verdammt wenig, was wirklich los ist.

Wellnesskiller und Gesichtslose: Eine Schnitzeljagd zwischen Sein und Schein

Was das Spannende ausmacht, ist einfach, dass man als Leser ähnlich wie Michael nach einiger Zeit hinter allem mehr vermutet, aber nicht ausschließen kann, dass man Michaels Wahnvorstellungen nur vermehrt auf den Leim geht. Hier werden Irrwege ausgelegt und der Leser absichtlich an der Nase herumgeführt. Dass ein Mörder namens „Wellnesskiller“ Leuten das Gesicht aufschlitzt und von der Polizei gesucht wird, ist wohl so. Aber ist Michael wirklich unter Verdacht, dieser Killer zu sein oder sogar wirklich der Mörder und weiß es nur nicht? Es könnte natürlich auch sein, dass er ein potenzielles Opfer ist und darum auf der Flucht ist. Man erwischt sich dabei, immer neue Theorien aufzustellen. Die Hauptfrage bleibt dabei wie ein weißes Rauschen: schlagen Michaels Medikamente an oder entfernt er sich dadurch nur von der – zugegeben unglaublichen – Wahrheit. Das ist sehr ähnlich wie in dem Film „Fletchers Visionen“: Immer wenn man denkt, jetzt blickt man durch, merkt man – hm, vielleicht doch nicht. Dies wird von Wells nicht nur schnell und packend, sondern auch durchaus mit einem Touch schwarzen Humor in Szene gesetzt:

„Sie sind nicht paranoid genug“, meint Vanek.
„Ich bekomme Mittel gegen Angstzustände!“ rufe ich. „Kein Wunder, dass ich nicht paranoid genug bin.“

Dieses Puzzlespiel gelingt Wells ganz ausgezeichnet, gerade da man am Anfang zwar Schwierigkeiten hat, der wörtlich verrückten Story etwas abzugewinnen, aber dann immer mehr Michael Glauben schenken will. Mir gefiel auch, wie Wells in den letzten Kapiteln die Geschichte auflöst und das Geheimnis lüftet, was also die Wahrheit hinter dem Originaltitel, Michaels Geschichte, dem Wellnesskiller und den Gesichtslosen ist. Gerade dadurch verlässt „Du stirbst zuerst“ das reine Thriller-Genre, was super ist.

Fazit: ein wirklich ungewöhnlicher Thriller, der den Leser selbst zum paranoiden Suchenden macht und aus der Masse heraus sticht, gerade weil er (vielleicht? ) nur einen verrückten Erzähler hat.

(Verena Wolf, März 2012)

Ihre Meinung zu »Dan Wells: Du stirbst zuerst«

steffen zu »Dan Wells: Du stirbst zuerst«30.05.2013
Habe das buch nun schon ziemlich weit gelesen und warte immernoch darauf das endlich mal was richtig fesselndes passiert. Michae die Hauptfigur bringt mich leider nicht zum mitfiebern sondern eher dazu seinen kopf nehmen zu wollen und ihn gegen eine wand zu schlagen. Jedes mal wenn ich denke nun kommt die story ein wenig voran erlebt er eine neue psychotische episode und nach dem 5. Oder 6. Mal fängt es leider an ein wenig langweilig zu werden. Die Figuren wirken alle sehr statisch und konturlos, was dazu führt, dass man keine ernste Verbindung zu ihnen aufbauen kann. Vieleicht retten es die letzten paar kapitel noch, allerdings ist du stirbst zuletzt im Vergleich zur John Cleaver Reihe bei weitem schlechter.
Kerle zu »Dan Wells: Du stirbst zuerst«22.11.2011
Ich bin zwar noch nicht ganz fertig mit dem neuen Buch "Du stirbst zuerst" aber ich kann sagen es lohnt sich alle mal. Wer die ersten drei Bücher genau so gemocht und verschlungen hat wie ich, macht nichts falsch, wenn er sich das neue Buch holt. Es ist von Anfang zum Haare rauffen. Ich wünsche allen viel Spass mit Dan Wells.
0 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Le_Tartar zu »Dan Wells: Du stirbst zuerst«09.11.2011
Wie der Klappentext schon andeutet, schreibt Dan Wells hier eine andere Geschichte. Wer die anderen Werke des Autoren gelesen hat, werden einige Änderungen auffallen. DU STIRBST ZUERST kommt wesentlich ernster rüber als seine drei Vorgänger und auch erwachsener.
Das mag wohl auch am Helden liegen. Die Geschichte wird aus der Sicht des 20jährigen Michael erzählt, der anscheinend vor irgendetwas geflohen ist, und mit Gedächtnisschwund im Krankenhaus aufwacht. Desweiteren diagnostizieren die Ärzte Wahnvorstellungen, Verfolgungswahn - und er wird mit einer Serie brutaler Morde in Verbindung gebracht.
Ca 3/4 der Geschichte beschäftigen sich mit der Frage, ob Michaels Visionen Einbildung oder doch real sind, und ob er am Ende doch der gesuchte Serienkiller ist. In der Ich-Form nehmen wir an seiner Gedankenwelt teil, erfahren seine Ängste, seine Zweifel. - Erst auf den letzten 100 Seiten wird das Geheimnis gelüftet. - Und bis dahin führt uns Dan Wells in die Irre, legt falsche Fährten. - Ist Michael verrückt, oder gar der gesuchte Killer? Oder kommt am Ende doch alles ganz anders?
Wieder mal ist Dan Wells ein spannender Horrorthriller gelungen, der mit minimalem Einsatz übersinnlicher Elemente zu unterhalten weiß.
Von mir 90°
2 von 2 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Natasha zu »Dan Wells: Du stirbst zuerst«20.09.2011
auch ich habe die triologie richtich verschlungen. ich konte die Bücher einfach nicht aus der Hand legen. Ich habe sie sogar schon mermals gelesen und kan mich einfach nicht endscheiden welches mein lieblingsbuch ist. da ich nicht nur die Geschichte liebe sondern auch den supper schriebstiel, werde ich mir auch das neue Buch hollen. habe aber sehr hohe erwartungen.
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Daniela Dappert zu »Dan Wells: Du stirbst zuerst«13.08.2011
Ich habe die ersten drei Romane richtig verschlungen. Es ist zwar nicht ganz so blutrünstig, wie ich es sonst immer gerne lese, aber wenn man alle drei Bücher gelesen hat, ist man voll bei der Sache und fühlt sich als ein Teil dieser Personen.
Schade, dass er über John nichts mehr schreiben möchte, hab ihn richtig in mein Herz geschlossen. Er schreibt doch selbst, dass es noch viele Dämonen gibt. Vielleicht schreibt er ja doch noch einen Roman. Ich finde es immer Schade, dass nach ungefähr 450 Seiten das Buch zu Ende ist. Man gewöhnt sich so sehr an die "Darsteller", dass man gar nicht aufhören möchte zu lesen. Jetzt werde ich mir erst mal das vierte Buch "Du stirbst zuerst" kaufen. Mal sehen, ob es mich genau so in den Bann zieht. Denke aber schon. Ich mag den Schreibstil von Dan Wells sehr gerne.
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