Daniel F. Galouye

Daniel Francis Galouye wurde am 11. Februar 1920 in New Orleans im US-Staat Louisiana geboren. Seiner Heimat blieb er zeit seines Lebens verbunden. Galouye studierte an der Louisiana State University, doch als die Vereinigten Staaten in den II. Weltkrieg eintraten, wurde Galouye 1942 Testpilot. Dies blieb er auch nach 1945; er gehörte zu jenen waghalsigen Teufelskerlen, die mit den primitiven Raketenflugzeugen dieser Ära bis an die Grenze der Erdatmosphäre vorstießen. Dafür zahlte Galouye freilich einen hohen Preis. Diverse Unfälle und Bruchlandungen hinterließen u. a. schwere Kopfverletzungen.

Galouye verließ die US Navy 1946 als kranker Mann. In den 1950er Jahren arbeitete er trotzdem als Zeitungsreporter. 1951 veröffentlichte er den Science-Fiction-Kurzroman „Rebirth“ in „Imagination“, einem der zahlreichen Magazine dieser Zeit. Auch „Galaxy“ und „The Magazine of Fantasy and Science Fiction“ druckten Kurzgeschichten. Sie brachten Galouye an die Seite brillanter junger Autoren wie Robert Sheckley, James Gunn, Damon Knight, Judith Merril oder Cyril Kornbluth, die frischen Wind und neue Ideen in die immer noch von pompösen Space Operas bestimmte SF-Szene bliesen.

Erst 1961 erschien mit „Dark Universe“ (dt. „Dunkles Universum) ein erster Roman. Er wurde vom Publikum und von der Kritik gleichermaßen wohlwollend aufgenommen und für den HUGO nominiert. “Dark Universe„ unterlag nur knapp gegen Robert A. Heinleins “Stranger in a Strange Land„ (dt. “Ein Mann in einer fremden Welt„), was deutlich machte, in welcher Liga Galouye als Schriftsteller inzwischen spielte. Die in ihn gesetzten Erwartungen konnte er zunächst erfüllen – mit “Lords of the Psychon„ (1963, dt. “Die gefangene Erde„) und vor allem mit “Counterfeit World„ (1964, später “Simulachron-3„, dt. “Welt am Draht„) einem echten SF-Klassiker, der als wichtiger Vorläufer der Cyberspace- und -punk-Spektakel der 1980er und 90er Jahre gilt.

Die vielversprechende Karriere wurde durch massive gesundheitliche Probleme beeinträchtigt. 1967 musste Galouye seine Journalistentätigkeit aufgeben. 1973 erschien noch “The Infinite Man„ (1973, dt. “Der unendliche Mann"). Den Spätfolgen seiner Verletzungen ist Galouye am 7. September 1976 im Alter von nur 55 Jahren in einem Veteranenhospital in New Orleans schließlich erlegen. [Michael Drewniok]

Phantastisches von Daniel F. Galouye: