Das Orakel von Daphne Niko

Buchvorstellungund Rezension

Das Orakel von Daphne Niko

Originalausgabe erschienen 2014unter dem Titel „The Oracle“,deutsche Ausgabe erstmals 2017, 372 Seiten.ISBN nicht vorhanden.Übersetzung ins Deutsche von Madeleine Seither.

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In Kürze:

Sarah Weston findet ein verloren geglaubtes griechisches Artefakt – und entdeckt eine Verschwörung zum Bau einer ultimativen Terrorwaffe.

In Delphi, jener Stadt in den Bergen, die von den griechischen Göttern zum Mittelpunkt der Erde bestimmt wurde, lässt ein neuheidnischer Kult mit sorgfältiger Genauigkeit antike Rituale zu Ehren des Gottes Apollon wiederaufleben und spricht Suchenden aus aller Welt Orakel aus.

Als Antiquitäten aus einem Museum im nahegelegenen Theben gestohlen werden, werden die britische Archäologin Sarah Weston und ihr amerikanischer Partner Daniel Madigan in eine Handlung verstrickt, die weit über harmlose Rollenspiele hinausgeht. Jemand benutzt das Orakel von Delphi als Deckmantel für einen Informationsaustausch, mit verheerenden Folgen für die westliche Welt.

Vom Drahtzieher des Kults gegeneinander ausgespielt befinden sich Sarah und Daniel in einem Wettlauf gegen die Zeit und ihre eigenen persönlichen Dämonen um die Entdeckung der Hinweise, welche die Menschen der Antike hinterlassen haben. Ihre Mission: Den ursprünglichen Nabelstein aufspüren, auf welchem eine vergessene pythagoreische Formel ausführlich jene Naturereignisse beschreibt, die zum Zusammenbruch des minoischen Reichs führten.
Aber werden sie ihn rechtzeitig finden, um den ultimativen Terrorakt verhindern zu können?

Das meint Phantastik-Couch.de: „Historisch angehauchter Thriller“72

Mystery-Rezension von Carsten Kuhr

Auf einer griechischen Grabung finden die Archäologen einen antiken Quader – ein Schlüssel, der die seit Jahrtausenden verborgene Höhle eines uralten Seherkultes zu öffnen vermag. Mit von der Partie sind auch die beiden Anthropologen Sarah Weston und Daniel Madigan. Nur zu bald aber müssen sie erkennen, dass sie beliebe nicht die Einzigen sind, die auf den Spuren des alten Apollon-Kultes wandeln. Skrupellose britische Geheimagenten, amerikanische Terroristen und arabische Kultisten geben sich ein Stelldichein bei der Jagd auf die Geheimnisse von Delphi.

Dass diese auch heute noch höchst brisant sind, dass einmal mehr die Sicherheit der Welt bedroht ist, zwingt unsere beiden Archäologen bis an ihre Grenzen und darüber hinaus zu gehen – auch wenn ihre Liebe zueinander dadurch auf eine harte Probe gestellt wird …

Es stellt sich ein wenig Routine ein

Historische Thriller sind out. Seit dem enormen Welterfolg Dan Browns schwappte ein wahre Welle von Nachahmer-Romanen über uns hinweg. Immer wieder versuchten die Autoren das scheinbar so einfache Erfolgsrezept zu kopieren. Man nehme ein historisches Geheimnis, vielleicht gar ein mystisches Artefakt und verbinde es in der Jetztzeit mit einer packende Thrillerhandlung – fertig ist der Bestseller. Leider mussten viele der Verfasser feststellen, dass die Leser sehr wohl die Spreu vom Weizen trennen konnten, sprich nur zu bald herausfanden, wer seine Hausaufgaben gemacht, wer eigenständig gedacht und sorgfältig recherchiert hatte.

Nachteil dieser Welle zumeist schlecht geschriebener Romane war und ist, dass das Sub-Genre fast verbrannt ist. Kaum einer der großen Publikumsverlage traut sich mehr an diese Topics heran, selbst angefangene Reihen werden nicht fortgesetzt. Einmal mehr sind es die rührigen Kleinverlage, die hier in die Bresche springen. Luzifer hat sich dabei die Sarah Weston Trilogie aus der Feder Daphne Nikos gesichert. Auch einen weiteren historischen Einzelroman der Verfasserin hat man bei Luzifer in Vorbereitung.

Vorliegend entführt uns die Autorin nach Griechenland. Nach Nordafrika und Arabien / Israel wendet sie sich nun also ihrem Heimatland zu. Dabei zeichnet sie ein recht realistischen Bild des aktuellen Hellas, bettet darin in kurzen Kapitel immer wieder Rückblicke auf die antike Zeit ein. Die geschichtlichen Fakten bieten sich dabei historisch akkurat und stilistisch gefällig an, die Thrillerelemente fügen sich zu einem packenden Handlungsbogen. So macht das Sub-Genre Spaß, erleben wir einmal mehr den Wettlauf unserer aufrechten Forscher gegen die verbrecherischen Intriganten und Terroristen mit.

Allerdings wandelt die Autorin ihre Grundanlage kaum ab. Wie wir dies aus den ersten beiden Teilen kennen gibt es erneut die emotionalen Zweifel und Zerwürfnisse, die Bedrohung durch mitleidlose Honoratioren aus dem Empire und verblendete Terroristen. Das Schema wird fast zu wenig variiert, Vieles kommt dem Leser bekannt vor. Dies geht ein klein bisschen zu Lasten der Spannung. Zu erwähnen ist die mustergültige Übersetzung, die die Lektüre per se angenehm macht.

Ingesamt wird der Fan Sarah Westons und historischer Thriller auch hier gut bedient, wobei zu begrüßen ist, dass die Autorin ihre Reihe mit vorliegendem Band abgeschlossen, und sich neuen Ufern zugewendet hat.

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