Copy von David Brin

Buchvorstellung

Copy von David Brin

Originalausgabe erschienen 2002unter dem Titel „Kiln People“,deutsche Ausgabe erstmals 2005, 686 Seiten.ISBN 3-453-52036-X.Übersetzung ins Deutsche von Andreas Brandhorst.

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In Kürze:

Ein Roman, wie er aktueller nicht sein kann! Stellen Sie sich vor, Sie könnten eine Kopie Ihres Körpers anfertigen lassen: eine Kopie, die genauso aussieht, genauso handelt und genauso denkt wie Sie. Eine Kopie jedoch, deren Lebenszeit auf wenige Tage oder gar Stunden begrenzt ist. Was würden Sie mit dieser Kopie tun? Oder anders gefragt: Was würde diese Kopie mit Ihnen tun? Für alle Fans von Richard Morgan, Stephen Baxter und Greg Bear – ein faszinierender Wissenschafts-Thriller von einem der großen SF-Autoren der Gegenwart.

Ihre Meinung zu »David Brin: Copy«

Axel Bock zu »David Brin: Copy«17.07.2014
Gleich im Voraus: Dieses Buch ist anders. Es geht um eine Zeit, offenbar erst ein paar Jahre in der Zukunft, in der das Rätsel der "Seele" entschlüsselt wurde. Mit dieser Entschlüsselung wurde es einfach möglich, die eigene Seele in einen Klon zu duplizieren, der allerdings nur einen Tag "Haltbarkeit" besitzt. Am Ende dieses Tages kann man die beiden "Seelenkopien" wieder zu einer zusammensetzen - das "Original" verleibt sich die Erinnerungen der "Kopie" wieder ein. Und das macht in diesem Buch so ziemlich jeder.
Wer außerdem die Bücher von Richard Morgan oder die Space Opera "Night's Dawn" ("Armageddon Zyklus" auf Deutsch) von Peter F. Hamilton gelesen hat, dürfte hiermit weniger Schwierigkeiten haben - und dieses Buch mit Sicherheit auch mögen.
Hat man sich einmal mit diesem "Konzept" angefreundet (ich war in den ersten Seiten stark versucht, das Buch wegzulegen), entspannt sich eine sehr, sehr spannende Detektiv-Geschichte, deren Ende fast Dimensionen einer klassischen Space-Opera annimmt. "Fast" deshalb, weil es eben kein Raumfahrt gibt.
Die Geschichte selbst ist nicht sonderlich innovativ. Der Detektiv Albert Morris wird von einem der beiden Erfinder der Klon-Maschinen angeheuert, den mysteriösen Tod des andern zu untersuchen. Das Buch erzählt hierbei allerdings die Geschichte in der ich-Form aus mehreren Perspektiven: Albert, Albert und Albert, außerdem Albert. Hierbei sind die verschiedenen Alberts Klone des Originals, die an verschiedenen Enden forschen und sich dabei weiterentwickeln. Das gibt der eigentlich klassischen Idee eine wirklich interessante Note, der man sich nach wenigen Seiten kaum noch entziehen kann. Daß die Idee zwar nicht neu, aber fantastisch umgesetzt ist, hilft ganz nebenbei auch noch.
Glücklicherweise wird nicht viel Zeit mit sinnlosen Technik-Erklärungen verschwendet. Die Geschichte dagegen ist absolut spannend und solide, der Schreibstil flüssig, und die Entwicklung der Idee ist einfach einzigartig. Wenn man die verschiedenen Perspektiven der Klone liest kann man das Buch einfach nicht mehr aus der Hand legen.
Im Großen und Ganzen also eine alte Idee in einer vollkommen neuen Form fantastisch umgesetzt.
Ein unbedingter Kauf. Ich selbst bin auch kein Freund aller Bücher des Autors, nur dieses ist schlicht fantastisch purer Science Fiction Lesespaß.
Janko zu »David Brin: Copy«29.08.2008
Bei dem, fast 700 Seiten zählenden „Copy“ von David Brin, handelt es sich um einen Sience Fiction Thriller der etwas anspruchsvolleren Art. Die Story ist zu einem unbestimmten Zeitpunkt in der Zukunft angelegt und driftet leider nicht selten in eine detailverliebte und für meinen Geschmack etwas zu weitreichende Wortakrobatik ab. Leider bleiben dabei die Eingängigkeit, sowie die plastische Atmosphäre und auch die bildhafte Erzählweise oft gänzlich auf der Strecke. Nicht zuletzt dieser Aspekt sorgt des öfteren für Verwirrung, wie auch die verschiedenen Erzählvarianten quasi ein und der selben Person, die teilweise in bis zu vierfacher Ausführung vorhanden ist und dabei die unterschiedlichsten Dinge erlebt. Dies lässt sich ganz einfach damit erklären, dass in David Brin’s Werk das Prägen (Kopieren eines Menschen in einen Rohling aus Ton) bereits zum Alltag gehört. Dabei wird von Anfang an mit „Fremdwörtern“, wie Ditos, Golems, Grauer, Grüner, Rik, Avatar etc. um sich geworfen, die es nach und nach (mehr oder minder ohne Hilfestellung) zu entschlüsseln gilt. Manche Kopien sind lediglich dafür ausgelegt, den Rasen zu mähen oder die Toiletten zu putzen, andere wesentlich komplexere Exemplare wiederum, gehen für ihre Original Aufträge erledigen oder gar arbeiten. Ihre „Lebenszeit“ variiert dabei von wenigen Stunden, bis hin zu einigen Tagen. Die in jedermanns Haushalt mittlerweile gängige Technik des Prägens, führte zwangsläufig nicht nur zu einer wirtschaftlichen und finanziellen Deregulierung, sondern rief auch von Anfang an Gegner, wie Befürworter auf den Plan, die sich mit den verschiedensten Mitteln auszustechen versuchen. Auch hierbei geht es dem ein oder anderen Protagonisten lediglich um den Ausbau seiner Macht. Mitten in dieses Getümmel wird auch Albert Morris, seines Zeichen Detektiv hineinkatapultiert. Unter anderem wird er damit beauftragt, die Machenschaften von UK (Universal Kilns) genauer unter die Lupe zu nehmen und gerät dabei in einen Strudel aus Lügen, Intrigen, Macht und Verrat, wobei er nicht nur seine verschiedensten Prägungen, sondern auch sein originales ICH in tödliche Gefahr bringt.
Meine Wertung: 60°
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