Das Grab der Elfen von David Chandler

Buchvorstellungund Rezension

Das Grab der Elfen von David Chandler

Originalausgabe erschienen 2011unter dem Titel „Thief in the Night“,deutsche Ausgabe erstmals 2012, 400 Seiten.ISBN 3-492-26755-6.Übersetzung ins Deutsche von Andreas Decker.

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In Kürze:

In der Metropole der Diebe ist er bekannt wie kein Zweiter: Malden hat unzählige Schandtaten begangen – und sich damit ebenso viele Feinde gemacht. Als er plötzlich untertauchen muss, begleitet er Ritter Croy und Magierin Cythera auf eine gefährliche Mission: In den Gräbern der Elfen, die vor 800 Jahren ausgerottet wurden, regt sich neues Leben. Sind die uralten Feinde der Menschen wieder erwacht? Welche dunklen Kräfte haben dies bewirkt? Und welche Rolle spielt der Fremde, der sich Morget nennt und eine der sieben magischen Klingen der Ancient Blades führt? Malden, Croy und Cythera müssen ihr ganzes Geschick und eine ordentliche Portion Glück aufbieten, um dieses Abenteuer zu überleben.

Das meint Phantastik-Couch.de: „Der Dieb aus der Stadt in der verlassenen Zwergenfeste“70

Fantasy-Rezension von Carsten Kuhr

Da hatte Malden sich doch nun wirklich mühsam und unter großen Entbehrungen einen Namen gemacht. Nun ja, nicht unbedingt als strahlender Held – auch wenn er einer ist – oder als Helfer der Armen und Kranken, sondern als Dieb ist er in seiner Heimat, der Stadt Ness bekannt wie ein bunter Hund. Hinter Cutbill, dem Meister der Diebesgilde, ist er inzwischen die Nummer Zwei, da schlägt das Schicksal einmal mehr erbarmungslos zu. Wir kennen das ja alle nur zu gut aus persönlicher Erfahrung – wehe, wenn es einem einmal zu gut geht!

Die Hexe Cythera will Maldens besten Freund, den ehrbaren Ritter Croy, Träger eines der sieben zauberkräftigen Ancient Blades, mit denen alleine man Dämonen erschlagen kann, ehelichen und Malden soll den Trauzeugen spielen. Eigentlich ein Grund zur Freude, seine Jugendfreundin und sein bester Freund binden sich für immer aneinander, nur dass Malden selbst noch höchst ungebührliche Gefühle für Cythera hegt.

Als dann noch einer der Barbaren aus dem Osten in die Stadt kommt, der nicht nur skandalöserweise eines der Ancient Blades trägt, sondern Croys Hilfe bei der Bekämpfung von Dämonen einfordert, wird die Hochzeitszeremonie zwar unterbrochen, dafür aber soll Malden die Expedition begleiten. Ausgerechnet er, der Ness nie auch nur verlassen hat, geschweige denn, dass er dies möchte, soll die Fallen in der ehemaligen Hauptstadt der Zwerge, in der die Elfen vor Jahrhunderten eingekerkert und dem Tode überlassen wurden, ausschalten. Never ever, denkt sich unser Dieb – nur, dass ihm ein verrückter Priester eines Todesgottes auf den Fersen ist und es geraten erscheint, Ness schnellstmöglich zu verlassen.

Also munter auf in die im höchsten Berg des Gebirges gelegene Zwergenstadt mit dem Elfengrab – dumm nur, dass sie in den Stollen und Katakomben nicht alleine sind. Elfenwidergänger trachten ihnen ebenso nach dem Leben wie eine Expedition der Zwerge, die ihre alten Geheimnisse hüten wollen – und dann sind da noch andere Wesen, die man längst tot glaubte . …

Aus urbanen Gefilden in die Gruft

Zunächst rieb ich mir etwas verwundert die Augen. Da hatte Chandler in seinem ersten Teil der Trilogie mühsam den Handlungsort, die freie Stadt Ness mit all ihren verwinkelten Gassen, den Elendsvierteln und den Adeligen auf den Hügeln eingeführt, uns die soziale Struktur der Stadt nahe gebracht und dann verlässt er bildlich gesprochen das gemachte Bett und bricht zu neuen Ufern auf.

Zunächst lässt sich der Roman dann an wie eine der üblichen Fantasy-Questen. Marke Heldentruppe zieht aus, verschollene Schätze zu suchen und dabei das Böse zu bekämpfen. Wir kennen die Beschreibungen verlassener, heimgesuchter unterirdischer Städte mit ihren mannigfaltigen Gefahren, Fallen und Gespenstern zur Genüge.

Eigentlich schien der Verlauf klar vorhersehbar – doch dann zeigte Chandler, dass er doch ein wenig mehr für seine Leser in petto hält als ursprünglich gedacht. Neben den überraschenden Eröffnungen und Wendungen lässt er auch immer wieder geschickt in den Text eingebaute tiefsinnigere Überlegungen mit einfließen. Geschichte wird von Siegern geschrieben, es gibt immer zwei Seiten einer Medaille, es geht aber auch um Vertrauen und Verantwortung für sich selbst und andere. Dies hat er aber so geschickt in die Jagd nach den Geheimnissen, den Dämonen und Schätzen eingebaut, dass es den Handlungsfluss nicht stört.

Figuren drehen sich, sind im Verlauf der Handlung neu zu bewerten, agieren aber in ihrem Umfeld und ihrer Zeichnung logisch. Das hat Tempo, jede Menge Dramatik, setzte bekannte Versatzstücke zu etwas Eigenem zusammen und bietet dem Leser gute Unterhaltung. Auch wenn das Finale ein wenig abfällt, die erwartete Flucht aus der Stadt zu abrupt und zufällig angelegt wurde, werden die Leser mit dem Band gut bedient.

(Carsten Kuhr, März 2012)

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