Geheimbasis Gehenna von David Drake

Buchvorstellungund Rezension

Geheimbasis Gehenna von David Drake

Originalausgabe erschienen 2003unter dem Titel „The Far Side of The Stars“,deutsche Ausgabe erstmals 2008, 544 Seiten.ISBN 3-453-52266-4.Übersetzung ins Deutsche von Heinz Zwack.

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In Kürze:

Als sich auf dem Planeten Gehenna eine gigantische Katastrophe ereignet, schickt die Space Navy ihren besten Mann: Lieutenant Daniel Leary. Mit seinem Team kommt er immer dann zum Einsatz, wenn alle anderen Mittel versagen. Doch was ihn auf Gehenna erwartet, scheint selbst seine Kräfte zu übersteigen …

Das meint Phantastik-Couch.de: „;Segelschifffahrt und Marinetraditionen im Weltall“40

Science-Fiction-Rezension von Carsten Kuhr

Leutnant Daniel Leary und die Crew der Princess Cecile von der Marine der Republik Cinnabar haben sich Meriten verdient. Im Kampf gegen die Raumschiffe der feindlichen Allianz haben sie diesen ein ums andere Mal gezeigt, was eine Harke ist. Selbst aussichtsloseste Situationen haben sie durch Mut, Glück und Können zu ihren Gunsten gewendet. Doch mittlerweile herrscht Waffenstillstand und die Crew befindet sich auf Halbsold. Die Princess Cecile, die ihnen in ihren Abenteuern solch herausragende Dienste geleistet hat, wird an einen Edelmann aus Novi Swerdlowsk verkauft, die Mannschaft droht sich in alle Winde zu zerstreuen.

Nachdem die neuen Besitzer, Graf und Gräfin Klimov, nach Norden in das unabhängige Commonwealth aufbrechen wollen, bietet sich Leary eine einzigartige Chance – er tritt zusammen mit seiner Crew in die Dienste des Grafen, hat der MRC Geheimdienst doch Hinweise darauf, dass die Allianz auf dem zum Commonwealth gehörenden Gehenna eine Geheimbasis errichtet hat.

Monate später, nach dem Besuch exotischer Planeten, der Auseinandersetzung mit Operettenregierungen und blasierten Adeligen, nähert sich die Princess Cecile Gehenna. Statt dort aber auf einen im Aufbau befindlichen Stützpunkt zu stoßen, treffen Leary und seine Crew auf eine stark befestigte Bastion, in der eine ganze Angriffsflotte versteckt ist. Wenn er seine Heimat retten will, dann muss er, koste es, was es wolle, diese vernichten. So wagt Leary sich erneut in die Höhe des Löwen, und ersinnt einen Plan, die Allianz einmal mehr das Fürchten zu lehren …

Die Handlung kommt lange nicht in Schuss

David Drakes Lt. Leary Zyklus wandelt eindeutig auf den Spuren einer Honor Harrington.
Military SF, so der einprägsame Ausdruck für derartige Bücher, Geschichten über Raumschlachten feindlicher Flotten, über Kommandounternehmen auf exotischen Planeten und über die Fähigkeit einzelner begnadeter Offiziere, in einer allzu statischen Militärhierarchie etwas zu bewegen.

Die ersten beiden Romane um den genialen Taktiker boten nach jeweils recht schwachem Auftakt dann im Verlauf des zweiten Drittels des jeweiligen Romans recht interessante Lektüre, die insbesondere durch die – wenigen – markanten Hauptpersonen geprägt wurden.

Im dritten Abenteuer Learys – in den Staaten erscheint dieser Tage bereits Band sechs des Zyklus – muss sich der Leser länger gedulden, bis die Handlung in Schuss kommt.
Zunächst besucht das Schiff exotische Planeten, die aber in ihrer Ausgestaltung merkwürdig unscharf und damit letztlich uninteressant bleiben. Die lokale Flora und Fauna wird, wenn überhaupt beschrieben, in einigen wenigen Sätzen abgehandelt. Vergleiche mit irdischen Gegenden werden bemüht, das wirkt jedoch eher wie der Besuch in einem botanischen Garten als wie die Erforschung eines fremden Planeten.

Selbst die Planeten, die eine intelligente Besiedelung, und das heißt bei Drake eine Besiedelung durch Menschen – Aliens kommen bislang zumindest nicht vor – aufweisen, erinnern an eine Persiflage südamerikanischer Operettenländer. Das wirkt gerade in seiner Massierung lächerlich und lässt Lesevergnügen oder Leselust lange Zeit nicht aufkommen.

Ich muss es ganz deutlich formulieren: Gerade im Vergleich zu den auch nicht unbedingt überragenden ersten beiden Bänden lässt sich vorliegendes Werk schwach an. Standen in den ersten Abenteuern wenigstens noch letztlich packende Kämpfe und rasante Abenteuer im Kampf Mann gegen Mann, Schiff gegen Schiff im Zentrum des Geschehens, ist die Handlung diesmal viel zu umständlich, sind die Auseinandersetzungen von ihrer Anlage her zu kompliziert aufgebaut oder schlicht langweilig. Viel zu spät zieht das Tempo an, um den Leser zu verwöhnen. Die Charaktere sind wie bisher auch bekannte Stereotypen, doch der Pep der spritzigen Dialoge der ersten Teile fehlt diesmal gänzlich.

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