Waylander der Graue von David Gemmell

Buchvorstellung

Waylander der Graue von David Gemmell

Originalausgabe erschienen 2000unter dem Titel „Hero in the Shadows“,deutsche Ausgabe erstmals 2002, 493 Seiten.ISBN 3-404-28332-5.Übersetzung ins Deutsche von Irmhild Seeland.

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In Kürze:

Ein in sich abgeschlossener Roman um einen der schillerndsten Helden des Drenai-Zyklus Waylander, der Schlächter, kehrt zurück. Mit einer Handvoll Gefährten versucht er dem Geheimnis der Ruinen von Kuan Hador auf die Spur zu kommen, wo vor Jahrtausenden dunkle Magier gelebt haben sollen. Magier, deren Kräfte alle Vorstellungskraft überstiegen, bis sie in eine andere Welt verbannt wurden. Doch dieser Bann ist brüchig geworden…

Ihre Meinung zu »David Gemmell: Waylander der Graue«

Tark zu »David Gemmell: Waylander der Graue«16.08.2008
David Gemmell`s extravagante Biographie liest sich wie die eines unglücklichen Kindes. Im Alter von 16 Jahren suchte er sein “Glück“ im Glücksspiel und flog von der Schule. Ohne Grundlage schlug er sich also mit verschiedensten Tätigkeiten durch, die wohl eine logische Prämisse seiner Vergangenheit waren. Als Auslieferungsgehilfe und Türsteher war er tätig, wobei er letzterem durch seine Grösse von 1. 90 m, dem Gewicht von mehr als 100 kg und seiner scharfzüngigen Wortgewandtheit Ausdruck verlieh. Dies brachte ihm schliesslich einen Job als Journalist ein. Daily Express und Daily Mail gehörten zu seinen Arbeitgebern. Am 26. Juli 2006 starb er an einer Bypass-Operation am Herzen.

Vor langer Zeit überfielen fünf Männer ein Dorf nördlich eines Tales im Land Kydor. Dort lebte ein Farmer namens Dakeyras mit seiner Frau, die sich nichts mehr wünschte, als auf einem eigenen Stück Land ihre Kinder aufzuziehen. Die Banditen töteten sie und Waylander folgte ihnen. Er ist gross, mit langen Haaren, fast grau. Alt, aber er bewegt sich nicht so. Niemand weiss genau, woher er kommt, aber ihm gehört alles Land im Halbmond. Den Blick des Jungen, welcher umgeben von Blumen im Gras liegt, kann er nicht mehr vergessen. Vielleicht, dachte er, wenn das Schiff in ein paar Tagen kommt, findet er ein Leben ohne Gewalt und Tod. Ein weites Land mit hohen Bergen und klaren Bächen. Dort könnte er zufrieden sein.

In seinen Geschichten erzählt Gemmell nicht von stereotypischen und makellosen Superhelden. Seine wichtigsten Protagonisten sind nahezu ausnahmslos vielschichtig und detailliert konstruiert. Jede Hauptfigur besitzt im Kontext zu ihrer persönlichen Geschichte eigene Unzulänglichkeiten und spürbare Prägungen, die ihnen eine äusserst glaubwürdige Tiefgründigkeit verleihen. Dabei verzichtet der Autor auf einfältige Charakterprofile. Sogar die Nebencharaktere, sei es eine Hure oder eine Dienerin, geben uns Einblicke in ihr Denken und Fühlen, ihre Schwächen und Ängste. Diese Ambivalenz, dass sie im Kern “gut“ sind und sein wollen, aber im Innern irgendwo doch eine Spur “Schlechtigkeit“ steckt, wird förmlich greifbar für den Leser.

Die Welt, durch die sich diese Figuren bewegen ist düster, unberechenbar und opportunistisch. Sie wirkt wie eine Kreation von Elementen der 1001. Nacht und mittelalterlichen Zügen. Es gibt riesige edle Paläste, und kryptische Ruinen, welche die Landschaft übersähen, marodierende Banditen ziehen durch die Lande und exotische Schwertkämpfer agieren als Leibwächter. Der Schauplatz des Buches, das Land Kydor kennt eigene Legenden und Mythen, die man sich erzählt. Das verdichtet zusätzlich den Hintergrund der Geschichte und trägt zu der starken Atmosphäre bei.

Gemmell`s Sprache ist direkt und drastisch. Er hält sich nicht mit langen Erklärungsperioden oder Ausschweifungen auf, sondern konzentriert sich stets auf kurze und knappe Schilderungen des Wesentlichen an Hintergrund und Charaktermotivation. Die Dialoge zwischen den verschiedenen Charakteren haben allesamt Seele und sind lesenswert. Auch die eine oder andere Metapher ist erkennbar. Manchmal versprühen die Gespräche Zynik und Spott, sind zuweilen obszön und vulgär. Die Kampfhandlungen werden nicht verherrlicht oder überstrapaziert. Bildhaft, plastisch und prägnant beschreibt Gemmell die Aktionen. Blut fliesst eine Menge und gestorben wird reichlich. Es ist ein Markenzeichen Gemmell`s, dem Leser eine Figur sympathisch zu gestalten, um ihr dann mit einem fatalistischen Grinsen einen heroischen Abgang zu verschaffen.

Fazit: Man sollte diesem Roman keine Vorurteile entgegen halten. Mich hat er zweifellos überrascht und mitgerissen. Die Charakterzeichnungen sind blendend gelungen und “Waylander“ ist wahrhaft eine interessante Figur auf der Landschaft der phantastischen Literatur.
Gödda zu »David Gemmell: Waylander der Graue«26.08.2007
Waylander der Graue ist mit das beste Buch, was ich je gelesen habe. Schon allein für den Epilog (vorher erst das Buch lesen!!) würde ich Geld ausgeben. Der Inhalt ist sehr komplex(für Gemmell eigentlich ungewöhnlich) gestaltet und erst am Ende erfährt man vieles. Und nicht deswegen allein das womöglich beste Buch der Drenai- Saga.....
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