Das Mars-Labyrinth von David MacInnis Gill

Buchvorstellungund Rezension

Originalausgabe erschienen 2010unter dem Titel „Black Hole Sun“,deutsche Ausgabe erstmals 2012, 336 Seiten.ISBN 3-404-20665-7.Übersetzung ins Deutsche von Frauke Meier.

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In Kürze:

Durango lebt auf dem Mars – unfreiwillig, denn die Erde wurde durch eine Seuche entvölkert. Durango ist ein Regulator: ausgebildeter Soldat einer Eliteeinheit, die zu Söldnern verkommen ist. Er leidet unter ständigem Geldmangel, undankbaren Aufträgen und Streitereien mit der besserwisserischen KI, die ihm in den Kopf implantiert wurde. Und nun hat sein Team auch noch einen besonderen Auftrag. Es soll eine Siedlung von Minenarbeitern beschützen. Denn unter der Erde lebt noch eine Spezies: menschenähnlich, degeniert und hungrig …nach Menschenfleisch.

Das meint Phantastik-Couch.de: „Unterhaltsame SF-Kost aus dem Baukasten“73

Science-Fiction-Rezension von Peter Kümmel

Die Erde ist durch eine Seuche unbewohnbar geworden. Die Überlebenden haben seit vielen Jahren auf dem Mars eine neue Heimat gefunden. Doch das Leben auf dem Mars ist ein Kampf ums Überleben. Nicht nur für den Regulator Durango, ehemaliger Soldat einer Eliteeinheit, der gegen den Ehrenkodex verstoßen hat und nun ein Ausgestoßener ist. Deshalb muss er sich jetzt als Söldner verdingen, der für wenig Geld fast aussichtslos erscheinende Aufträge übernehmen muss, um für sich und seinen kleinen Trupp zu sorgen. Unterstützt wird er dabei von Mimi, einer künstlichen Intelligenz, die in sein Gehirn eingepflanzt wurde. Zu Durangos Einheit gehört weiterhin Vienne, eine Kämpferin, die von Durango mehr als bewundert wird, doch er weiß, die Regeln verbieten es, dass er jemals etwas mit ihr anfängt. Außerdem noch Jenkins und Fuse, die intelligenzmäßig nicht besonders viel drauf haben, dafür aber sofort dabei sind, wenn es darum geht, zu ballern oder etwas in die Luft zu sprengen.

Durangos letzter Auftrag, die beiden Kinder der hochnäsigen Dame Bramimondo zu befreien, ging fast komplett in die Hose. Wie sich hinterher herausstellte, handelte es sich bei den „Kindern“ um die ausgebildete Regulatorin Ebi und ihren Bruder Jean-Paul, der keinen sehnlicheren Wunsch hat, als ebenfalls Regulator zu werden. Die beiden konnten zwar gerade noch gerettet werden, doch Täter und Lösegeld waren verschwunden – was nichts anderes bedeutet, als dass es sich Durango mit Dame Bramimondo gründlich verscherzt hat.

Auch den ehemaligen Minenarbeitern geht es nicht besser als Durango. Die unterirdischen Minen sind ausgebeutet, die letzten Minenarbeiter haben sich in unterirdische Siedlungen zurückgezogen. Aber dort unter der Oberfläche existiert noch eine andere Gattung – die Dræu. Menschenähnlich, bösartig, fast unverwundbar und immer auf der Jagd nach Menschenfleisch.

Nachdem die Minenbewohner bereits etliche ihrer Kinder an die Dræu verloren haben, versuchen sie Durango und seine Einheit zu engagieren, um den hoffnungslosen Kampf gegen die Dræu aufnehmen zu können. Der Lohn für Durangos Trupp ist bestenfalls ein Almosen, doch was tut man nicht alles, wenn man keine Wahl hat.

Durango und seine Leute erklären sich schließlich bereit, den Auftrag anzunehmen. Ungewollte Unterstützung erhalten sie vom alternden Regulator Ockham, nicht gerade Durangos Freund. Und natürlich sind plötzlich auch wieder die Bramimondos mitten im Geschehen dabei.

Leichte Kost mit flapsigen Sprüchen

Science Fiction aus dem Baukasten: man nehme einen Loser – idealistisch und kämpferisch, dazu eine hübsche taffe Frau, an der des Losers Herz hängt, die er aber, wie er weiß, nicht bekommen kann. Ein paar Volltrottel ergänzen das Team, dazu gesellt sich ein Stinkstiefel und ein unreifer Junge, der auch gerne bei den Großen mitspielen möchte. Im Laufe der Handlung fügt man noch eine weitere hübsche Frau hinzu, die es auch auf den (Anti-)Helden abgesehen hat. Fehlen darf natürlich nicht der Oberbösewicht – in diesem Fall eine Oberbösewichtin. Und ohne Verräter geht so ein Baukasten-Roman natürlich auch nicht ab.

Was in dieser Aufzählung so klingt, als ob der Leser ein langweiliges Werk vorgesetzt bekommt, ist mitnichten so gemeint. Natürlich hat David MacInnis Gill das Rad nicht neu erfunden. Natürlich ist die Handlung und der Ausgang des Buches vorhersehbar. Und natürlich erhebt „Das Mars-Labyrinth“ nicht den Anspruch, niveauvolle Kost zu bieten, die dem Leser lange in Erinnerung bleibt.

Doch der Autor versteht sein Handwerk. Einfach geschrieben, mit viel direkter Rede, gewürzt mit flapsigen Sprüchen, bietet das Buch allemal gute Unterhaltung. Viel Action und blutige Kämpfe sorgen dafür, dass keine Langeweile aufkommt.

„Das Mars-Labyrinth“ ist der Auftaktband einer Reihe, dessen zweiter Band Anfang 2013 auf deutsch erscheint. Sehr wenig hat man bisher leider über die Vorgeschichte erfahren. Wie kam es zur Umsiedlung auf den Mars und wie entstanden die dortigen Gesellschaftsformen? Hier besteht für die weiteren Bände noch einiger Nachholbedarf.

(Peter Kümmel, Juli 2012)

Ihre Meinung zu »David MacInnis Gill: Das Mars-Labyrinth«

Jesse Custer zu »David MacInnis Gill: Das Mars-Labyrinth«20.01.2016
Alles in allem eine sehr einfach strukturierte Geschichte mit allzu flachen Charakteren. Dass es sich bei "Das Mars-Labyrinth" um einen sog. "Young-Adult-Roman" handelt, hat sich mir erst nach Blick auf den Einband erschlossen, sonst hätte ich wahrscheinlich direkt die Finger davon gelassen. Die korrekte, deutsche Übersetzung von "Young-Adult-Roman" ist in den meisten Fällen leider "Kinderquatsch". Vielleicht bin ich, den 40 näher als den 30, aber auch einfach zu alt, um einen Zugang zum Buch zu finden.
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