Die Kriegerin von David Weber

Buchvorstellungund Rezension

Originalausgabe erschienen 2006unter dem Titel „In Fury Born“,deutsche Ausgabe erstmals 2009, 512 Seiten.ISBN 3-404-23338-7.Übersetzung ins Deutsche von Ulf Ritgen.

»Die Kriegerin« kaufen oder zum Merkzettel hinzufügen

bestellen bei amazon

in mein Bücherregal

In Kürze:

Alicia DeVries ist eine Kriegerin. Auf vielen Planeten hat sie ihr Leben für ihre Regierung aufs Spiel gesetzt und alle Missionen erfolgreich abgeschlossen. Doch die Regierung hat Alicia schwer enttäuscht. Deshalb quittiert sie den Dienst, um fortan auf der Koloniewelt Mathison zu leben. Doch eines Tages greifen Pirten ihre Welt an und ermorden ihre Familie. Ein schwerer Fehler, denn Alicia ist nach wie vor eine Kriegerin. Sie schlägt zurück, mit zwei einzigartigen Verbündeten: Ein intelligenter Computer und ein Geschöpf aus den dunklen Nebeln der Vergangenheit. Ein Wesen von der Alten Erde, um das sich mysteriöse Legenden ranken …

Das meint Phantastik-Couch.de: „Materialschlachten“75

Science-Fiction-Rezension von Amandara M. Schulzke

Die 14jährige Alley wurde mütterlicherseits in eine hoch geschätzte Familie von Militärs und väterlicherseits in eine Diplomatenfamilie geboren. Als Musterschülerin mit hervorragenden Leistungen entscheidet sie sich für den militärischen Weg, erhält eine Ausbildung zum Marine und beginnt ihren ersten Dienst in einer Aufklärungseinheit. Von der Larve dient sie sich im Eiltempo zur Wespe hoch. Auf dem Planeten Gyangtse, der bald dem Imperium beitreten soll, entsteht aus dem Handstreich gegen den Rebellenführer in kürzester Zeit ein blutiger Bürgerkrieg. Alley erhält ihre Feuertaufe, tötet ihre ersten fünfzig Feinde und sichert die Evakuierung der Planetarregierung mit. Doch anstatt einen normalen Werdegang zu nehmen, kommt ein Werber des Kaders. Alley entscheidet sich, der galaktischen Elitetruppe, dem Schwert des Imperators, beizutreten. Der erste Auftrag nach der harten Ausbildung: ihre Kompanie soll 600 Geiseln aus den Fängen der Freiheits-Allianz befreien. Doch die meisten Kader werden von den Verbrechern schon abgeschossen, bevor sie überhaupt auf dem Planeten landen können. Alley erhält das Kommando über die sechzig überlebenden Kader.

Politische Verwicklungen

David Weber legt mit seinem neuesten Roman wieder einen typischen Military-SF vor. Es geht diesmal nicht um sich bekriegende Raumschiffe, sondern darum, wie sich Menschen und Wesen gegenseitig am Boden mit modernster Technik in die Luft sprengen. Honor-Harington-Fans können sich auf kurzweilige Kampfdarstellungen freuen. Auch wenn Weber die Geschichte einer Frau erzählt, ist das eindeutig ein Männerbuch. Bei fast 700 Seiten geht es bestimmt auf 500 Seiten darum, welche technische Entwicklung welchen Schaden anrichten kann bzw. anrichtet. Alleine die Schlacht mit der Freiheits-Allianz braucht genau 200 Seiten. Wenn die Menschheit tatsächlich in ein paar Jahrhunderten solches Kriegsgerät entwickelt, dann gnadet uns auch kein Gott mehr. Gut gelungen ist es Weber, darzustellen, wie aus einer Mücke ein Elefant werden kann. Auf Gyangtse wollte der Gouverneur lediglich den Rebellenführer verhaften lassen. Politische Verwicklungen, Missverständnisse, Neid, Machtstreben und vor allem Dummheit führen dazu, dass eine Lawine ins Rollen kommt, die keiner mehr beherrschen kann. Und die Marines müssen die Karre aus dem Dreck holen. Wer will leugnen, dass solche Verwicklungen aus der menschlichen Geschichte bekannt sind?

Der menschliche Faktor

Alley ist eine durchaus bemerkenswerte junge Frau mit einer glücklichen Familie im Hintergrund. Doch was ist mit ihren neuen sozialen Beziehungen? Plakativ erklärt Weber, dass der Kader ihre Familie ist, ihre Kampf-Partnerin ihre beste Freundin. Völlig fehlt die Entwicklung dahin, auf die Feinheiten sozialen Miteinanders verzichtet er völlig. Ein wenig finden wir das bei ihrem Kontakt mit Onkel Arthur, Kommandant und Vertrauter des Imperators.

Weber macht in dieser Geschichte große Sprünge, direkt von der Entscheidung zur Ausbildung nach Gyangtse, danach zum neuen Einsatzort als Kader und später direkt von der Ordensverleihung zum nächsten Kampf. Dadurch verschenkt er Entwicklungsmöglichkeiten.

Der Verlag muss einen Praktikanten für „In Kürze“ und den Rücktitel angestellt und vergessen haben, ihm Einsicht in das Manuskript zu gewähren. Die Ankündigung bezieht sich auf Band 2 von „Weg des Zorns“ und hat mit Band 1 gar nichts zu tun. Es scheint bei einigen Verlagen zur allgemeinen Unsitte zu verkommen, dass Cover (hier ein nichtssagendes Raumschiff) und Ankündigung nichts mehr mit dem Inhalt des Buches zu tun haben. So werten Verlage Inhalte auf oder ab. In diesem Fall besonders tragisch, weil jeder Leser wartet, dass der Konflikt entsteht, der Alley weg vom Imperium und hin zur Koloniewelt Mathison treibt. Aber da kommt sie in diesem Buch überhaupt gar nicht erst an.

Schade, auch dieser Inhalt gäbe genug her, um einen kreativen Grafiker zu beschäftigen. Verlage wacht auf! Wir Leser erwarten eine Harmonie von Inhalt und Form. Und kein Autor hat es verdient, dass unqualifiziertes Gekritzel seinen Rücktitel verschandelt.

Ihre Meinung zu »David Weber: Die Kriegerin«

Roger Lynch zu »David Weber: Die Kriegerin«04.11.2017
Zu DAVID WEBER: DIE WEGE DES ZORNS SERIE.

Unter diesem Titel sind beide Bände der Reihe zusammengefasst. Ehrlich gesagt habe ich die Titel verschlungen. Ich bin froh das Amazon auch ältere Titel hadelt. Im Buchladen hätte ich die Bände aus den Neunzigern schwerlich noch bekommen. Eigentlich ist die amerikanische Bezeichnung SPACE Opera, angelehnt an den Ausdruck Horse Opera für Western, gängiger als MILITARY SF. Der Punkt ist auch für uns Europäer ist diese amerikanische Vorliebe für das Militär eher exotisch. Zugegeben in den Sechzigern und Siebzigern war dieser Trend durch den zunehmenden öffentlichen Widerwillen gegen den Vietnamkrieg eher in den Hintergrund getreten. Trotzdem ist diese Vorliebe ein beständiges Element der amerikanischen Kultur, das durch STAR WARS weltweit neuen Auftrieb bekommen hatte,
Mit dem Titelbild und der allgemeinen Werbung war ich eigentlich eher einverstanden. Ich glaube der Lübbe/Bastei Verlag hatte seinerzeit den zweiten Band noch gar nicht angekauft gehabt. Das ist eben immer so eine Sache wenn man etwas in Retroperspektive sieht. Etwas ungehalten bin ich nur mit dem inseitigen Klapptext. Hier muss ich meiner Vorkommentatorin leider absolut recht geben. David Weber mit Heinlein UND ( ! ) Isaac Asimov in einen Topf zu schmeißen passt gar nicht. Auf der Vorseite mit der Buchliste des Autoren steht ÜBER DEN AUTOR: ... DAVID WEBER WIRD GERNE MIT C.S. FORESTER VERGLICHEN, ABER AUCH MIT AUTOREN WIE HEINLEIN UND ASIMOV. ....
Wer das so irgendwo abgeschrieben hatte im Verlag hat keine Ahnung von SF. Für das deutsche Publikum hätte man statt Asimov besser Jerry Pournelle (auch bei Bastei/Lübbe publiziert ) und K.H. Scheer als Vergleichsautoren herangezogen. Asimov mit seiner eher pazifistischen Einstellung passt hier so gar nicht ins Bild. Der hat das Militär und militärische Aktionen immer nur bestenfalls als ein eventuell notwendiges Übel bestenfalls nur kurz in seinen Romanen und Kurzgeschichten beschrieben.
Jedenfalls wer sich für moderne SF im Stil der Fünfziger und eben STAR WARS interessiert ist mit diesen beiden Taschenbüchern bestens bedient.
Ihr Kommentar zu Die Kriegerin

Hinweis: Fragen nach einem fertigen Referat, einer Inhaltsangabe oder Zusammenfassung werden gelöscht.