Operation Arche von David Weber

Buchvorstellungund Rezension

Originalausgabe erschienen 2007unter dem Titel „Off Armageddon Reef“,deutsche Ausgabe erstmals 2008, 510 Seiten.ISBN nicht vorhanden.

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In Kürze:

Die Erde und alle Kolonien der Menschheit stehen vor der Vernichtung durch die außerirdische Spezies namens Gbaba. Die Menschen starten eine letzte Rettungsaktion: Operation Arche. Diese Expedition soll eine neue Zivilisation aufbauen, auf einer extrem entlegenen Welt. Auf dem Weg dorthin gibt es zahlreiche Verluste, darunter auch Lieutenant Commander Nimue Alban mit ihrer gesamten Besatzung. Doch für Nimue Alban ist der Tod nicht das Ende. 800 Jahre später wacht sie wieder auf der Zielwelt auf – in einem künstlichen Körper. Und sie hat eine Mission. Eine Mission, die weit schlimmer ist als der Tod …

Das meint Phantastik-Couch.de: „Technik meets Mittelalter“60

Science-Fiction-Rezension von Carsten Kuhr

Man schreibt das Jahr des Herren 2378, als die ins All expandierende Menschheit erstmals bestätigt bekommt, dass sie nicht allein in den Weiten des Raumes ist. Schiffe tauchen am Rand einer menschlichen Kolonie auf: Aliens – und diese sind nicht friedlich.

In den nächsten Jahrzehnten beginnt eine verzweifelte Abwehrschlacht. Die Menschen, die mit ihrer Fähigkeit schnell dazuzulernen und ihre Taktiken zu verändern, punkten können, stehen einer überwältigenden Anzahl zum Teil jahrtausendealter Schlachtschiffe gegenüber. Die Gbaba kennen kein Erbarmen und wollen nicht verhandeln. Sie wollen nur eines: die Menschheit auslöschen bis auf den letzten der Spezies.

Die Erde fällt, die Kolonien folgen, man fasst einen verzweifelten Plan. Die Rettungsmission – Operation Arche betitelt – bricht auf und siedelt die letzten Menschen in einem weit abgelegenen System an. Um den Gbaba das Auffinden so schwer wie nur irgend möglich zu machen, muß die neue Menschheit ihr technisches Erbe dauerhaft aufgeben. Man nimmt den Menschen ihre Erinnerung und schafft ein statisches, mittelalterlich anmutendes System einer alles beherrschenden monotheistischen Religion, die jeden technischen Fortschritt rigoros unterbindet.

Doch nicht alle sind mit dem Plan einverstanden. Fast acht Jahrhunderte nach der Gründung erwacht das gespeicherte Bewusstsein einer jungen Raumfahrerin in einem künstlichen Körper zu neuem Leben. Ihre Mission, die Welt und deren Bewohner auf eine eventuelle Konfrontation mit den Gbaba vorzubereiten. Doch dazu muss sie erst einmal das herrschende System aus den Angeln heben. Im Körper eines charismatischen Mannes macht sie sich in eine archaische, mittelalterliche Kultur auf, um dieser die Segnungen der Zivilisation zu bringen. Ob diese dies nun wollen oder nicht …

Phantastisches Abenteuergarn mit Anlaufproblemen

David Weber – mit diesem Namen verbinden die Fans die packenden Weltraumgefechte einer Honor Harrington und die exotischen Planetenabenteuer eines Colin MacIntyre. Nachdem die Romane um die streitlustige Admiralin in Diensten der manikorianischen Marine in den letzten Bänden doch deutlich an Fahrt und Frische verloren haben, startet der deutsche Hausverlag des amerikanischen Bestsellerautors eine neue Serie.

Wieder steht eine Frau ihren Mann im Zentrum spannender und gefährlicher Abenteuer. Allerdings dauert es doch ziemlich, bis die Handlung wirklich in Fahrt kommt. Gut 150 Seiten sind der langatmigen Einführung vorbehalten, viele Kapitel, in denen ich mich gefragt habe, wohin es eigentlich gehen soll, was mir der Autor erzählen will. Ich gebe es zu, ich war geneigt, das Buch aus der Hand zu legen.

Dann aber, urplötzlich und inzwischen fast unerwartet zog das Tempo an, kam Faszination auf. Das hat sicherlich damit zu tun, dass es schließlich doch noch „;zur Sache“ ging. David Weber besinnt sich auf seine Stärken, auf das, was er am besten kann – auf die Schilderung von Intrigen, Kommandoeinsätzen und Kämpfen.

Es wird gefightet, verraten, geköpft und manipuliert, dass es eine wahre Freude ist. Natürlich muß man das Gehirn ausschalten, bleibt Logik und glaubwürdiger Handlungsaufbau außen vor. Statt dessen regiert das farbenprächtige Abenteuer – und das satt. Hinterlistige Verräter, ein allmächtiger, vollgefressener und entsprechend korrupter Klerus, dazu ein junger, charismatischer und gutaussehender Prinz mit dem Herz am rechten Fleck, eine überlegene Heldin im Körper eines Mannes, das sind die Bestandteile, aus denen Weber seine Handlung zusammensetzt.

Auffällig dabei, insbesondere im Vergleich zu den Collin MacIntyre Romanen, die von der Anlage her ähnlich strukturiert sind, die ebenfalls den Einsatz einer hochtechnisierten Truppe in einer archaischen Welt beschreiben, dass das Element der exotischen Alienkultur diesmal außen vor bleibt.

Ganz bewusst hat sich der Autor am Europa des späten Mittelalters orientiert, mit einem übermächtigen Klerus, mit Königreichen, einer auf ihre Marine bauenden Handelsmacht und Sklavenhandel. Damit aber hat er sich gleichzeitig viel von der faszinierenden Exotik, die die Romane um Collin auszeichneten, selbst verwehrt. Zwar läuft der Plot auch dieses mal rasant ab, doch die Mängel in der zu einseitigen Zeichnung der Figuren und der vorhersehbaren Handlung treten deutlicher hervor. Immer noch weiß Weber seine Leser in seinen Bann zu ziehen, liest sich der erste Teil eines für die Übersetzung gesplitteten Romans spannend und kurzweilig, doch der ganz grosse Wurf ist ihm damit leider – noch – nicht gelungen.

Ihre Meinung zu »David Weber: Operation Arche«

Elodarion zu »David Weber: Operation Arche«26.08.2012
Ein Nachtrag zu David Weber und seine Reihe um Nimue Alban.

Ich habe nun drei Romane der Endlos-Serie gelesen und mein Fazit ist niederschmetternd.

Als Military-Scifi angepriesen, ist die Serie in diesem Genre wohl entweder misslungen oder Weber zieht hier die Leser ganz bewusst über den Tisch.
3% SciFi, rund 60% marinehistorische Abenteuer von Captain Hornblower und Co. oder Sharpe´s Scharfschützen, und der Rest ist Geschichtslektion über die Entwicklung der Waffentechnik.

Die Grundidee klingt ja gut: Die Menschheit muss sich vor überlegenen Aliens auf einer fernen Welt verbergen. Moderne Technik ist verboten, um den Feind nicht auf sich aufmerksam zu machen.
Klingt interessant, ist es aber nicht.
Denn Weber entfacht über endlose Bände die Geschichte des spanischen Erbfolgekrieges, des Kampfes zwischen England und seinen Widersachern um die Vorherrschaft auf See, und die waffentechnische Entwicklung der Menschheit. Von den ersten Vorderladern zum gezogenen Rohr, der Ringkanone und den Hinterladern. Wobei seine genialen Erfinder dann auch ganz dreist vom historischen Vorbild klauen. "Wir nennen es Zündhütchen, weil es wie ein Hut aussieht". Sehr innovativ.
Das Weber den Segelschein hat, nimmt man ihm ab. Aber welcher Sci-Fi-Fan, der keinen Segelschein hat, weiß was "Fallen" sind? Weber ergeht sich in nautischen Fachbegriffen, wobei er allerdings Probleme mit der richtigen Anwendung von Faden und Fuß hat, und entfacht ein Feuerwerk historischer Seeschlachten mit detaillierten Beschreibungen. Wahrscheinlich vergleicht man ihn deshalb mit C.S.Forrester, obwohl ich Alexander Kent bevorzugen würde.
SF findet man nur in Form einiger ominöser Orbitalsatelliten, Modell "Damokles Schwert", der unsterblichen Nimue Alban in ihrem künstlichen Mannkörper und der heimlichen Funkverbindung einiger Protagonisten. Apropos, das Personenregister umfasst 417 (!) Personen. Okay, ich kann mich um zwei oder drei verzählt haben. Für die folgenden einhundert Bände der Serie hat Weber Stoff genug, denn es ist zu vermuten, dass er sich vom Kasematt-Schiff zum Panzerkreuzer und Linienschiff vorarbeiten wird. Ab (gefühlt) Band 200 beginnt dann eventuell die Rückeroberung des Weltraums.
So gute SF David Weber sonst auch schreiben kann, mit dieser Reihe tut er sich zwar einen finanziellen Gefallen, begibt sich aber unter dem Deckmantel der Military-SF klar in das Genre des historischen See- und Landkriegskriegsromans.
Selbst seine Version der entarteten Kirche findet ja ihre Entsprechung in der Inquisition, ansonsten bietet Weber die Konstellationen der napoleonischen Kriege unter abgeänderten Namen an.
Für mich Positiv ist an Nimue Alban, dass Weber die Leser, wenn auch durch die Hintertür, über die waffentechnologische Entwicklung auf unserem schönen Planeten instruiert. Sehr gut, denn SF-Fans bekommen beim Genre "Historischer Roman" normalerweise eher Hängeohren und es ist schön, dass Weber sie auf diese Weise für Geschichte begeistern kann.
Ich selbst bevorzuge da allerdings, Historiker der ich selber bin, eher ein Sachbuch.
Elodarion zu »David Weber: Operation Arche«20.08.2012
Eine Frage des Gewissens und der Gelddruckerei. Weber ist kein schlechter Autor, allerdings der Faszination erlegen, aus seinen (durchaus lesbaren) Geschichten endlose Folgen zu machen. Das bringt schließlich gutes Geld. Allerdings wird es dann auch rasch eintönig. Als SF-Fan muss man sich die Frage stellen: Soll ich mein ganzes Büchergeld für einen autor und dessen Dutzende von Folgen ausgeben, oder schätze ich Vielfalt und greife lieber zu anderen Autoren mit anderen Ideen? Auch wenn ich ein paar "Webers" habe - Vielfalt ist mir lieber.
Michael H. Schenk
Thomas zu »David Weber: Operation Arche«19.11.2010
Die Bücher von Weber fand ich bisher eigentlich alle gut inhaltlich gebe ich dem Buch 9/10 Punkten, aber v.a. die Verlagsarbeit von Bastei ist ein Graus.

Teilweise sind haarsträubende Fehler beim Lektorat, die einen Satz nahezu unverständlich machen. Und andererseits die Teilung der Orginalbände in 2 Bücher.


Daher kann ich jedem nur empfehlen die Bücher im englischen Orginal zu lesen.
Holger Busse zu »David Weber: Operation Arche«24.03.2009
Ich bin sehr enttaeuscht, das mich der Einband so geblendet hat und ich "mal wieder" eine Serie untergeschoben bekommen habe. Der SciFi Weltraum anteil wird in den ersten 20 Seiten abgewickelt , nur um den Leser zu erklaeren, warum ein Cyborg mit dem HightechWissen eines Sternenfolkes im 16en Jahrhundert auftaucht . Am Anfangen werden Jahre , Jahrhunderte ueberflogen . Dann landen wir in einem 16en Jahrhundert auf einer anderen Welt in einem anderen Sektor der Galaxy.

Detailverliebt werden jetzt die Machtverhaeltnisse aufgezeigt und eine teilweise interesante Story von ein paar Monaten !! aus der Geschichte dieser Welt zum besten gegeben .

Kritikpunkt

1. Es wird im Buchruecken so zitiert, das man sich ein Weltraumabenteuer vorstellt, nur um dann in einem Historieroman mit etwas high tech zu landen.

2. man hat "vergessen" dem Leser zu sagen, das der Roman eine Serie darstellt und so kann man auch aus der Geschichte ( der erste Teil ist nicht in sich abgeschlossen ) das 3 oder 4fache Herausholen.

3. Ich haette erwartet, das die Zeiteinheiten mehr zusammengefasst werden und die Geschichte der Nimue Alban ueber Jahrhunderte sich sieht und nicht ueber ein paar Monate !! auch interessiert es mich als einfacher Leser , ob die Menscheit die "boesen" Allies jagd und vernichtet

Ich wuerde das Buch nicht nochmal kaufen wollen, da fuer Mittelalter Intrigien andere Buecher besser sind
Andreas zu »David Weber: Operation Arche«16.07.2008
Noch bin ich mittendrin und warte darauf, dass es endlich los geht, wie auch bei Webers letzten Bänden der Honor Harrington Reihe. Leider hat Weber nach meiner Ansicht ziemlich an Biss verloren. Mich hat das Buch nicht packen können
Ihr Kommentar zu Operation Arche

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