Leseprobe

Trauma von Dean Koontz

Buchvorstellung und Rezension

  • Fantasy
  • Science-Fiction
  • Horror
  • Mystery

Originalausgabe erschienen 2004 unter dem Titel Life Expectancy, deutsche Ausgabe erstmals 2007 , 480 Seiten. ISBN 3-453-43213-4. Übersetzung ins Deutsche von Bernhard Kleinschmidt.

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In Kürze:

Jimmy erblickt am selben Tag das Licht der Welt, als sein Großvater stirbt. Fünf Schreckenstage hatte der kurz vor seinem Tod für Jimmy vorausgesagt – nicht mitgerechnet der Tag seiner Geburt selbst, an dem ein Amok laufender Clown ein Massaker im Krankenhaus anrichtet. Denn danach wird alles noch viel schlimmer…

Das meint Phantastik-Couch.de: „Gewöhnungsbedürftiger Horror-Klamauk“ 65

Horror-Rezension von Jörg Kijanski

09. August 1974:
Rudy Tock hat einen schweren Tag vor sich. Im Krankenhaus steht unmittelbar die Geburt seines Sohnes James (später von allen Jimmy genannt) bevor, während nur einige Zimmer weiter sein Vater im Sterben liegt. Damit nicht genug, muss er im Wartezimmer auch noch den Groll des griesgrämigen Clowns Konrad Beezo ertragen, dessen Frau ebenfalls ein Kind erwartet. Dann überschlagen sich plötzlich die Ereignisse. Rudys Vater Josef sagt unmittelbar vor seinem Tod Jimmys Geburtsminute, dessen Körpergröße, Länge und Gewicht voraus und weist zudem darauf hin, dass es in Jimmys Leben fünf „;schreckliche Tage“; geben wird. Kurz nach Jimmys Geburt wird klar, dass sein Großvater mit allen Prophezeihungen recht hatte, aber einen Schreckenstag hat er offenbar übersehen, denn Clown Beezo läuft plötzlich Amok, nachdem seine Frau bei der Geburt ihres Sohnes stirbt. Beezo erschießt den behandelnden Arzt sowie eine Krankenschwester und flieht anschließend mit seinem Sohn Punchinello.

15. September 1994 (der erste „;schreckliche Tag“;):
Jimmy will in der Stadtbücherei seinem langjährigen Freund Lionel Davis einen kleinen Besuch abstatten als dieser von einem fremden Mann kurzerhand erschossen wird. Dieser nimmt Jimmy als Geisel, da er mit seinen Komplizen Zinker und Knitter einen Bankraub plant. Als wenige Minuten später eine hübsche junge Frau die Stadtbücherei betritt, wird diese ebenfalls als Geisel genommen. Doch nicht nur ein Bankraub steht auf dem Plan, es sollen auch mehrere Gebäude in die Luft gesprengt werden. Während die Aktion ihrem explosiven Höhepunkt immer näher rückt, erkennt Jimmy in dem jungen Mann Punchinello…

Clowns contra Trapezkünstler

Dean Koontz hat sich mit Romanen wie „;Brandzeichen“;, „;Todesdämmerung“; und „;Schwarzer Mond“; zweifelsohne an die Spitze der Horror-Autoren geschrieben und gilt zurecht als einer der Meister dieses Metiers. Was ihn allerdings zu dem vorliegenden Roman „;Trauma“; bewogen hat, wird sein Geheimnis bleiben. Ein wahnsinniger Clown und später dessen Sohn haben es in erster Linie auf den verhassten Trapezkünstler Virgilio Vivacemente abgesehen und so geraten Jimmy und seine Familie immer wieder in den Mittelpunkt des Geschehens (aus Gründen, die hier nicht verraten werden sollen). Dabei gelingt es dem Ich-Erzähler und Bäcker (!) Jimmy, sich und seine Lieben an jenen von seinem Großvater vorhergesagten Schreckenstagen aus mitunter recht heiklen Situationen herauszuholen. Der selbsternannte Tollpatsch mutiert zunehmend zum Actionhelden. Immer an dessen Seite seine ebenso hübsche wie unerschrockene Ehefrau Lorrie, jene junge Frau (Sie vermuten richtig) aus der Stadtbücherei.

Abgesehen davon, dass die Story selber schon total schräg und abgedreht ist, was bei Horrorromanen ja schon mal vorkommen soll, leidet der Plot unter zwei wesentlichen Schwachpunkten. Es fehlt zunächst das wichtigste Element eines Horrorromans, die Spannung bzw. jedwede Schockmomente. Zwar schreibt Koontz die Ereignisse an den jeweiligen Schreckenstagen routiniert herunter und in diesen wenigen Momenten des Romans erreicht er auch seine bekannten Qualitäten, aber durch ständig andauernde skurril-groteske Dialogsequenzen (zweiter Schwachpunkt) werden selbst diese Momente eher ins Lächerliche gezogen. Einige Leser werden die Gespräche in Jimmys Familie und allen voran seine Großmutter zwar „;lieben“;, doch haben diese in einem Horrorroman nichts zu suchen. So nimmt man die Spannung und erhält einen Horror-Klamauk dessen Sprachwitz im vorliegenden Fall zumindest äußerst diskussionswürdig ist. Vielleicht ruft Protagonist Jimmy ja auch deshalb auf Seite 225 seinen Lesern zu: „;Haltet durch!“;.

Ihre Meinung zu »Dean Koontz: Trauma«

SpaceLord zu »Dean Koontz: Trauma« 08.03.2013
Wenn man einem Kenner die Aufgabe stellt, eine kurze Liste der fünf einflussreichsten und besten Horrorautoren der letzten 30 Jahre zu erstellen, dann sind auf dieser Liste mit 100%-prozentiger Wahrscheinlichkeit folgende Namen enthalten: Stephen King, Clive Barker, Dean Koontz.
Vielleicht folgen noch Dan Simmons, Brian Keene, Richard Laymon, Edward Lee oder ähnliche, dass liegt beim persönlichen Geschmack des Listen-Aufstellers … aber diese drei Namen sind immer enthalten.

Nach KALT wollte ich einen weiteren Koontz lesen und entschied mich für TRAUMA, weil ich den Klappentext vielversprechend fand. Ein Amok laufender Clown – nein, dass ist kein billiger Es-Abklatsch, wie man im ersten Moment denkt!!! – und böse Prophezeiungen. Hörte sich nach einem guten Stück Horrorliteratur an.

Am Anfang war ich vom lockeren lustigen Ich-Erzähler-Stil geschockt … so was gehört sich nicht für einen Schauerroman. Doch nach etwa 100 Seiten wird einem klar, dass es sich bei TRAUMA gar nicht um Horror handelt. Es ist mehr ein humorvoller Thriller voller komischer Situationen, grotesken Charakteren und schrägen Psychopathen als leichter Beigeschmack. Und das … stört mich so gar nicht! Ich wollte einen Gruselschocker und bekam eine köstliche Parodie auf zeitgemäße Action. Dass ist nicht schlimm, dass ist sogar wünschenswert.

Denn Koontz packt die ganze Sache so gut und routiniert an, dass sie einfach nur genial werden kann. Er übertreibt nie im zu hohen Maß, man entwickelt sehr schnell Sympathien für die Protagonisten Jimmy, seine Frau und später auch seine Kinder. Die Episoden mit der Familie stehen im gekonnten Gegensatz zu den Amoktaten, die fünf (bzw. sechs) Mal auf Jimmy zu kommen, dank der Daten, die sein komatisierter Großvater Jimmys Dad am Totenbett mitteilte.
Diese Vorhersagungen sind dann auch die einzige wirklich mystische Sache, die im Roman passiert. Der Rest ist zwar überhaupt nicht realistisch, aber wenigstens hat er nichts mit übersinnlichen Kräften oder einer höheren Macht zu tun.
Der Stil ist durchweg unterhaltsam und für mich persönlich einfach – perfekt!

Ich halte dieses Buch für einen Glanzstern in Koontz Werkeschau, und wenn man so liest, dass es einer seiner schwächeren Romane sein soll, dann will ich mal schauen, was mich bei angeblichen Meisterwerken wie INTENSITY erwartet … es kann nur besser werden!

Auch die Hörbuch-Version – vertont durch den genialen Stimmenakrobat David Nathan – werde ich mir bald über Audible holen, um die Story noch einmal zu genießen.

Lediglich das Ende ist ein bisschen schnell und überraschend wie … ach komm, ich sag’s einfach frei heraus: wie Sau. Deswegen gebe ich „lediglich“ 95°. Heißes Eisen, Freunde!
Jasmin zu »Dean Koontz: Trauma« 29.03.2010
Also, ich bin von dem Buch einfach BEGEISTERT! Dieses Buch landete definitiv auf der Liste meiner absoluten Lieblingsbücher! Es spannend geschrieben und teilweise wirklich sehr komisch. Durch ein paar sehr plötzlichen und überraschenden Wendungen, wird das Buch auch nicht langweilig oder gar vorhersehbar. Ich kann jedem das Buch wirklich nur empfehlen! Zugegeben an zwei Stellen im Buch, dachte ich mir: „Okay, dass ist ein bisschen zu viel des Guten.“, aber dass kann man durchaus verzeihen. Also, Buch lesen oder als Hörbuch anhören!
Alexi1000 zu »Dean Koontz: Trauma« 27.01.2010
TRAUMA hat mir nicht so schlecht gefallen, wie er zum Teil gemacht wird...

auch finde ich nicht, das es so direkt als Horror angepriesen wird.

Der Protagonist Jimmy Tock kommt recht sympatisch rüber in seiner leicht trotteligen / Tollpatschigen Art. Also, da hat Koontz schon schlimmeren "Slapstik" verzapft...

vor allem aber die "Wahrsager" - Komponente, mit den schlimmen Tagen hat mich gespannt lesen lassen, und wie bei einigen Sachen dann der Kreis geschlossen wird ist schon gut geschrieben...

bei mir hats für recht gute 80° gelangt.
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
RolandR zu »Dean Koontz: Trauma« 29.05.2009
Humorvolles Geplauder, dazu ein Stück Kuchen

Das humorvolle Geplauder aus der Sicht von Jimmy Tock in einer Art „Form von Tagebuch“ ist wirklich gelungen.

Die Unterhaltsame Erzählweise steht im Vordergrund des ganzen Buches und nicht die Spannung, welche darauf beruht, dass man erfahren möchte, was sich mit den fünf Tagen auf sich hat.

Jimmy ist Bäcker und daher ziehen sich Sprüche über Naschwaren quer durch das ganze Buch. Man bekommt öfters mal Lust auf ein wirklich delikates Stück Kuchen;)
Des Weiteren ist das Buch mit einem Schuss Philosophie angereichert, was durchaus gelungen ist. Nach dem Motto: Wird man Böse geboren oder ist es ein Produkt des sozialen Umfelds?

Das Böse in „Form von Clowns“ ist bei mir zu stark mit „Es“ von King verbunden, obwohl hier das wirklich was völlig anderes ist, aber trotzdem trübt dieses ein wenig meinen Gesamteindruck. Außerdem ist die Story nicht die „logischste und spannendste“.

Fazit: Kein Horrorroman aber eine verquere Geschichte: Lesenswert!
Frank zu »Dean Koontz: Trauma« 21.03.2009
Das Buch hat ein ganz großes Manko. Es wird halt als Horrorroman verkauft. Das ist es aber nicht, es ist eine Slapstick-Komödie mit ein paar Gruselelementen. Einige meiner Vorschreiber/innen haben hier "großartig charakterisierte Protagonisten", "pfiffige Dialoge" sowie eine "einfallsreiche Story" ausmachen können. Na ja...ich nicht. Ich fand das ganze sterbenslangweilig, schablonenhaft charakterisiert + halte es insgesamt für einen Anwärter auf die schlechtesten 5 Bücher, die Koontz je geschrieben hat (ich lege mich bei der Menge seines Outputs aber diesbezüglich noch nicht fest ).
Da halte ich die Couchbewertung für viel zu wohlwollend.
Schlappe 30%.
Alexander zu »Dean Koontz: Trauma« 21.03.2009
Ich bin momentan auf Seite 370 angelangt und habe Tage dafür gebraucht, weil ich das Buch zwischendurch immer weider weggelegt habe und nur aus purer Langeweile danach griff. Zum einen stört mich Koontz' Stil, den er sich seit "Kalt" zugelegt hat: eine einseitige schwarz-weiß-Sicht auf die Welt, die Einteilung der Menschen in gut und böse. Die guten Menschen sind dabei so gut, so perfekt und makellos, von einem solch gerechten Zorn und leidenschaftlichen Gerechtigkeitssinn erfüllt, dass man als Leser den Eindruck gewinnt, man habe es mit Engeln in Menschengestalt zu tun (solchen Kritiken begegnet der Autor stets mit dem Einwand, "man habe eben soviel Zynismus im Blut wie Eisen"). Die Bösewichte wiederum werden von Kootz derart verzerrt und dämonisiert, sie sind von solcher Bösartigkeit und Niedertracht, dass den Leser auch hier am Menschsein dieser Figuren starke Zweifel plagen. Zum anderen stört mich speziell an "Trauma", dass es einfach langweilig und langatmig ist. Die ach so witzigen Dialoge zwischen Jimmy und Lorrie, bzw. seiner Familie sind unglaubwürdig und ziemlich banal, einfach nur blöde. Ich mag keine Geschichten von Looser-Typen die zu echten amerikanischen Helden mutieren und heroisch und von reiner, makelloser Liebe und gerechtem Zorn erfüllt, ihre Familie gegen böse Buben beschützen
Jessy zu »Dean Koontz: Trauma« 18.06.2008
Ich fand dieses Buch von Dean Koontz fantastisch.

Einfallsreiche Story, super Dialoge (kam aus dem Lachen teilweise nicht mehr raus).

Klar für Leute die "nur" Horror mögen ist dieses Buch nichts, aber jemand der die Mischung aus Witz, Komik, Spannung, Grusel und einer nicht vorhersehbaren Story liebt hat hiermit das genaue richtige Buch gefunden.

Egal ob Koontz Fan oder nicht!
Luca zu »Dean Koontz: Trauma« 04.10.2007
Auch ich muss mich fragen warum dieser Roman schlecht sein soll.
Ich fand ihn spannend+witzig und war traurig als er zuende war.

Ich würde ihn nicht unter Hooror einsortieren aber das sei jedem selber überlassen...

Gruß Luca
Marsdawn zu »Dean Koontz: Trauma« 10.07.2007
Und wieso ist es ein schwacher Horrorroman? Nur weil Koontz mal einen humorvollen (ich habe mich köstlich amüsiert) Roman mit Horrorelementen - eher Acrionkrimi - geschrieben hat? Kritiker sollten mal ihr Schubladendenken ausser acht lassen beim lesen und nicht nur nach dem Autor urteilen sondern nach der Geschichte. Von durchhalten keine Spur, ich hatte es ratzfatz durchgelesen. Jedem zu empfehlen der nicht alle 3 Seiten ein Massaker braucht.
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
gisela zu »Dean Koontz: Trauma« 13.04.2007
Selten habe ich mich bei einem Horrorroman so gut amüsiert. Aber warum soll man sich nur gruseln und nicht auch herzhaft schmunzeln?
Herrliche Dialoge, die ganze Geschichte zwar an den Haaren herbeigezogen und völlig unglaubwürdig, aber was soll´s. Sehr sympathische Protagonisten und spannend von der ersten bis zur letzten Seite. Hier ist Koontz at his best.

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