Isaac Asimov präsentiert: Der letzte Mensch auf Erden

Also, wie heute vormittag im Forum angekündigt, werde ich mich mit der Kurzgeschichten-Anthologie befassen, die 1984 bei Heyne erschienen und seit langen Jahren vergriffen ist.

1982 im Original erschienen, ist die Anthologie eine der vielen, die Isaac Asimov neben seiner wahrlich nicht bescheiden zu nennenden eigenen schriftstellerischen Tätigkeit herausgegeben hat. Insgesamt 17 Kurzgeschichten präsentiert er in dem Buch, davon allerdings nicht eine von ihm. Zu den vertretenen Autoren gehören heute noch bekannte Namen wie Poul Anderson, dessen Dominic-Flandry-Romane lobenswerter Weise von Bastei-Lübbe in überarbeiteter Übersetzung wieder herausgegeben werden. Oder Roger Zelazny, dessen Amber-Romane sich immer noch verkaufen. Andere Autoren, wie etwa G. Peyton Wertenbaker, der in den 1920er und 1930er Jahren regelmäßig in der Zeitschrift "Amazing Stories" Geschichten veröffentlichte, sind mittlerweile nur noch Fußnoten der Science-Fiction-Literatur.

Schon im Vorwort der Anthologie entwickelt Asimov den Gedanken, dass die Vorstellung des letzten Menschen auf Erden bereits seit 5000 Jahren aktuell ist. Damals, so Asimov, hat der erste Science-Fiction-Autor der Welt die Flutkatastrophe im sumerischen Zweistromland zum Anlass genommen, daraus einen Dauerbrenner an der Büchertheke der menschlichen Mythen zu verfassen: Das Gilgamesch-Epos. Dass sich diverse andere Kulturen daraus eigene Versionen gebastelt haben, dürfte hinlänglich bekannt sein.

Warum Asimov es nun Anfang der 1980er Jahre wichtig fand, eine Kurzgeschichtensammlung zu dem Thema herauszugeben, kann ich an dieser Stelle nur vermuten. Vielleicht waren es der Kalte Krieg und die Nachrüstungsbeschlüsse in jenen Jahren, der die atomare Auslöschung der menschlichen Kultur so furchtbar greifbar machte.

In den nächsten Tagen werde ich an dieser Stelle einige Geschichten aus der Anthologie besprechen. Stay tuned.