Ein Leben für Leeluu von Dirk van den Boom

Buchvorstellungund Rezension

Ein Leben für Leeluu von Dirk van den Boom

deutsche Ausgabe erstmals 2014, 250 Seiten.ISBN 3955560147.

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In Kürze:

Das gigantische Leeluu-Habitat wird mit eiserner Hand regiert. Eine kleine Elite herrscht über alle Ressourcen, politischer Widerstand wird durch den Geheimdienst schon im Keim erstickt. Im Zentrum der Macht, dem abgeschotteten Administratorium, haben sich die Herren des Habitats behaglich eingerichtet. Als ein Raumpilot auf Leeluu strandet und Kontakt mit dem Untergrund aufnimmt, beginnt eine verhängnisvolle Entwicklung – für die Regierung, für den Geheimdienst und für den Widerstand selbst. Viele werden ihr Leben für Leeluu opfern müssen …

Das meint Phantastik-Couch.de: „Grundlagen für die weitere Handlung werden gelegt“72

Science-Fiction-Rezension von Carsten Kuhr

Seit Jahrhunderten ist ein Großteil der ehemals menschlichen Hegemonie unter der Herrschaft der Hondh vereint. Die nach wie vor unbekannten Aliens, die bereits weite Teile des bekannten Weltalls kontrollieren regieren mit harter, aber unauffälliger Hand. Mittels eines Mentalfeldes werden die eroberten Fremdvölker befriedet, so dass von der Herrschaft, abgesehen von den Tributzahlungen, kaum etwas zu spüren ist.

Ausserhalb des von den Menschen eroberten Raumes halten die noch freien menschlichen Kolonien und andere Fremdvölker einen lockeren Kontakt. Das Den-Haag Institut, ein auch Dank Zuwendungen der beiden Roboterzivilisationen finanziell gut ausgestattetes Gebilde hat es sich zur Aufgabe gemacht, mehr über die Hondh, ihr Aussehen, ihr Wesen und ihre Ziele herauszufinden. Dabei stoßen die Forscher und Agenten auf deutliche Hinweise darauf, dass eine weitere Eroberungswelle der Hondh, die so genannte neunte Expansion (D9E) kurz bevorsteht.

Um den Aggressoren endlich wirksam entgegen treten zu können sucht man verzweifelt nach dem letzten, verschollenen und noch nie zum Einsatz gelangten Großkampfschiff der untergegangenen Terranischen Flotte, der Exemptor.

Die Spur führt zu einem gigantischen Habitat, das von der herrschenden Schicht mit eiserner Hand geleitet wird. Hier, abseits der großen Handelsruten kann man gegen klingende Münze so gut wie alles bekommen, was begehrt und verboten ist. Doch es regt sich Widerstand unter der Bevölkerung der riesigen Raumstation. Revolution liegt in der Luft, ein Aufstand der den Agenten der Interceptor im Auftrag des Den Haag Instituts die willkommene Gelegenheit bietet, den Hinweisen auf den Verbleib der Exemptor nachzugehen …

In der Auseinandersetzung gegen die Hondh geht es kaum voran – Grundlagen für die weitere Handlung werden gelegt

Shared World Romane und Serien sind eine Besonderheit, die es meines Wissens nur im Bereich der Phantastik gibt. Eine Vielzahl von Autoren nutzt einen gemeinsam entworfenen Hintergrund, ein gemeinsames Universum um dort ihre jeweils eigenen Geschichten zu präsentieren. Dabei gibt es immer wieder Querverweise auf die Handlung in Romanen der Kollegen, baut sich der Plot kontinuierlich auf. Gerade in der unterschiedlichen Sichtweise der beteiligten Autoren liegt dann auch die Würze derartiger Zyklen, erhält der Leser doch einen abwechslungsreichen, vielschichtigen Eindruck auf und in das Geschehen.

Dirk van den Boom steuerte bereits den Auftakt-Roman um die neunte Expansion bei. Damals machte er uns mit der Dank Kälteschlaf quasi in ihre eigene Zukunft gereiste Crew der Interceptor bekannt, und beleuchtete durch die Augen der ehemaligen Kämpfer in Diensten Terras die Einflussnahme und Herrschaft der Hondh über die Menschheit.

Vorliegend setzt er seine Handlung etwas gewöhnungsbedürftig fort. Statt direkt die Suche der Crew nach dem Superschlachtschiff zu schildern wählt van den Boom einen anderen Ansatz. So führt er uns über die Rebellen zunächst auf dem Habitat ein, zeigt uns in kurzen Kapiteln aber auch, dass sich das Reich der Hondh auf eine neue Auseinandersetzung vorbereitet und führt weitere zukünftig wichtige Verbündete ein.

Allerdings geht durch den oftmaligen Wechsel der Erzählperspektive und der unterschiedlichen Handlungsstränge – zeitweise folgen wir nicht weniger als fünf Protagonisten – der Lesefluss ein wenig verloren. Zwar behält van den Boom seine Handlung im Visier, doch tappt der Leser lange Zeit im Dunkel, was auf dem Habitat Leeluu wirklich vor sich geht, und wie die von außen unterstütze Revolution mit den Hondh zusammenhängt.

Insoweit wirkt das Buch auf mich mehr als eine Grundlage, die den Boden für die Fortsetzung der Geschichte der nächsten Expansionswelle und der Abwehrschlacht dagegen bereitet.

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