Eobal von Dirk van den Boom

Buchvorstellungund Rezension

Eobal von Dirk van den Boom

Originalausgabe erschienen 2011, 172 Seiten.ISBN 3941258583.

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In Kürze:

Casimir Daxxel, der junge Konsul der Galaktischen Akte auf der Randwelt Eobal, hat es nicht leicht: Er wird von allen gehasst und sein Job ist mühsam. Als er eines Morgens die Leiche seines einzigen Freundes, des turulianischen Botschafters Dhloma, im Foyer seines Konsulats findet, beginnen die Probleme erst richtig. Er wird mit Dingen konfrontiert, die er sich niemals hätte träumen lassen: Galaktopolitische Spannungen, reizende Echsenfrauen, korrupte Polizeichefs, höchst gefährliche Drogengeschäfte und mehrere Versuche, ihn vom Leben zum Tode zu befördern. Daxxels einzige Verbündete ist die Marinesoldatin Josefine Zant, offiziell für die Sicherheit des Konsulats verantwortlich, aber offenbar vielfältiger begabt. Als schließlich auch noch Söldner, Kampfkreuzer und sehr seltsame Verwandtschaftsverhältnisse dazu kommen, spürt der junge Diplomat, dass er mit dieser Situation offenbar leicht überfordert ist …

Das meint Phantastik-Couch.de: „SF Krimi frisch auf den Leichentisch“67

Science-Fiction-Rezension von Carsten Kuhr

Die Galaktische Akte mit ihrer Hauptwelt Terra und das Imperium der Meranier befinden sich am Vorabend eines Krieges. Schon seit Jahren spitzt sich der Konflikt zu. Bald schon, so die Überzeugung auf beiden Seiten, werden die Waffen sprechen.

Auf einer der Randwelten, die zwischen beiden Reichen liegen, wurde Casimir Daxxel als Konsul berufen. Ohne echte Macht oder auch nur einen Geheimdienstoffizier verrichtet er im Auftrag der Menschheit seinen eintönigen Dienst. Als er eines Morgens in die Niederlassung kommt, findet er die Leiche seines Freundes und Kollegen, des turulianischen Botschafters Dhloma, im Foyer auf. Er weiß, dass er sich auf die korrupten Sicherheitsbehörden Eobals nicht verlassen kann, wenn es darum geht, das Gewaltverbrechen aufzuklären. Da kommt es gut, dass die Marinesoldatin Josefina Zant gerade zu ihm abkommandiert wurde. Zusammen machen sie sich auf, den Mord zu untersuchen.

Bei ihren Ermittlungen stossen sie nicht nur auf die gewohnte Korruption sondern müssen auch erkennen, dass Dhloma weit mehr war als nur Botschafter. Als Helfer eines Drogenkartells hat er ebenso gewirkt wie als Agent des Geheimdienstes. Zusammen mit gar ungewöhnlichen Verbündeten, den verfeindeten Meraniern, kommt Daxxel den Tätern dabei immer näher – doch dann eskaliert die Situation – und den wahren Täter haben sie noch nicht einmal verdächtigt …

Gewohnte Zutaten, ansprechend aufbereitet

Dirk van den Boom ist bekennender Military-SF-Fan. Mit seiner Tentakel-Trilogie, die im Oktober gesammelt in einem Band neu aufgelegt wird, hat er sich hier ebenso Meriten verdient, wie mit der von ihm initiierten Rettungskreuzer-Ikarus-Serie. Schon mit seiner Trilogie um die Kaiserkrieger aber hat er literarisches Neuland betreten. Nicht länger dominierten Raumschlachten das Geschehen, statt dessen präsentiert er uns eine faszinierende Zeitreisegeschichte eines kaiserlichen Marineschiffes in die Zeit des Römischen Weltreiches. Der erste Band ist gesplittet in zwei Bücher erschienen, da legt der Verlag unerwartet nicht etwa die Fortsetzung der Abenteuer um die Saarbrücken vor, sondern schiebt der vorliegenden SF-Krimi dazwischen.

Kriminalfälle in einer utopischen Umgebung sind erstaunlicherweise ein Subgenre, das von den Autoren selten genutzt wird. Die gelungenen Beispiele sind an einer Hand abzuzählen, dabei aber bei den Lesern durchaus beliebt.

Van den Boom nutzt geschickt bekannte Versatzstücke, um daraus seine abwechslungsreiche Handlung zu schaffen. Die verfeindeten Reiche und ihre diplomatischen Vertreter, die Femme Fatale, die Pokerrunde in der verruchten Kaschemme, das organisierte Verbrechen – all dies hat man in anderen Romanen mannigfaltig gelesen. Van den Boom aber gelingt es, diese zu einem neuen Ganzen zusammenzufügen. Angereichert mit jeder Menge überraschender Wendungen, einer Prise Humor und Selbstironie sowie einem Finale mit einer so nicht vorhersehbaren Auflösung des Rätsels lässt er keine Langeweile aufkommen.

Auch wenn der Tonfall manches mal gar zu salopp daherkommt, liest sich das Buch spannend und abwechslungsreich auf einen Rutsch durch. Die vielen Anspielungen und Verweise auf gängige Stereotype sind nicht unbedingt jedermanns Geschmack, halten für den kundigen Leser aber so manche lustige Anspielung bereit.

(Carsten Kuhr, Oktober 2011)

Ihre Meinung zu »Dirk van den Boom: Eobal«

Ralf Boldt zu »Dirk van den Boom: Eobal«10.04.2015
Eobal ist ein Kriminal- bzw. Agentenroman in einer exotischen Umwelt. Klassisch geschieht am Beginn des Romans ein Mord, den es aufzuklären gilt. Doch der Protagonist ist kein Profi in diesem Metier, sondern nur ein Aushilfsdiplomat auf einem der Erde fernen Planeten. Aber er entwickelt Ehrgeiz, denn der Tote war auf eben diesem Planeten sein einziger Freund. Dirk van den Boom beschreibt eine exotische Welt mit anderen Sitten und Gebräuchen als auf der Erde. Und gleichzeitig gelingt es ihm, Spannung aufzubauen und bis zum Schluss zu halten. Und der Humor kommt auch nicht zu kurz. Hoffentlich werden noch weitere Bände um den Diplomaten Casimir Daxxel.
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