Habitat C von Dirk van den Boom

Buchvorstellungund Rezension

Habitat C von Dirk van den Boom

deutsche Ausgabe erstmals 2014, 220 Seiten.ISBN 3864021634.

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In Kürze:

Auf Habitat C, dem Sitz des Parlaments der Galaktischen Akte, wurde ein hoher Beamter der Unterschlagung überführt. Er hat Spielschulden – und Hintermänner, wie es scheint. Aber kaum sind der junge Konsul Daxxel und seine Begleiterin Josefine Zant dort angekommen, passieren Dinge, die eine fatale Entwicklung ins Rollen bringen. Daxxel wird abermals zum Spielball ganz unterschiedlicher Interessen – und kommt einer unerwarteten und unheimlichen Geschichte auf die Spur. Ein Roman um uralte Zivilisationen, unerwartete Morde, interstellare Finanzen, Neid, Hass und Ponys.

Das meint Phantastik-Couch.de: „SF-Krimi vom deutschen Meister der Military-SF“68

Science-Fiction-Rezension von Carsten Kuhr

Die Galaktische Akte, der politische Zusammenschluss verschiedenster Völker hat ihren Verwaltungssitz auf Habitat C, einer riesigen Raumstation, die einst von den Niib, einer sadistischen Alienrasse gebaut wurde, und die vor Äonen von ihren geknechteten Kolonialvölkern ausradiert wurde. Ein hoher Beamter der Akte wird der Unterschlagung verdächtigt, Konsul Draxxel und die Ex-Marine Josefine Zant sollen die Ermittlungen gegen den Betrüger führen. Doch kaum auf Habitat C angekommen, werden sie Zeuge eines Mordes.

Die Bodaren, ein einst von den Niib genetisch konditioniertes Sklavenvolk, sind die dienstbaren Geister auf allen ehemaligen Niib-Stationen und inzwischen als Helfer, Diener und Personal unverzichtbar. Im Beisein der beiden Ermittler wird in einem Lokal einer der Bordaren erschossen. Mehr noch, ihr gefangen gehaltener Betrüger löst sich in einen Klumpen Biomasse auf, offensichtlich war der Verdächtige ein Klon.

Wer aber steckt hinter den Vorkommnissen, haben die beiden Verbrechen etwas miteinander zu tun?

Die Spur führt unsere beiden Ermittler, unterstützt von den Bordaren auf den Planeten, den Habitat C umkreist. Hier, tief verborgen im Untergrund des kargen Planeten, findet man die technisch weit überlegenen Relikte der Niib, Machtmittel, die die Verräter an der Akte für sich nutzen möchten. Und diese können keine Schnüffler gebrauchen …

Guten Ansätze die leider ein wenig aus dem Fokus rutschen

Romane, die SF-Elemente mit einer Detektiv-Handlung verbinden sind erstaunlicherweise rar gesät. Schon einmal, in Eobal hat Dirk van den Boom seine beiden so ungleichen Ermittler in Diensten der Akte losgeschickt, ein Mysterium aufzuklären. Geschickt spielte er damals mit der Erwartungshaltung des Lesers, positionierte eine Frau als den schlagenden Arm des Duos, während der Mann die zurückhaltendere Denkerrolle zugewiesen bekam. Im vorliegenden zweiten Band baut er sein Universum weiter aus.

Insbesondere mit der Einführung der Niib hat er hier einen interessanten Ansatzpunkt für weitere Verwicklungen und die Auflösung von Geheimnissen geschaffen.
Man stelle sich vor, eine technisch sehr hoch entwickelte Rasse, die als altruistische, sadistische Herrscher mit harter Hand über die Galaxie herrschten und urplötzlich, nachdem sich die von ihnen geknechteten Völker auflehnten, spurlos verschwanden. Was passierte mit den Niib, wo verstecken sie sich, was planen sie, wann kommen sie zurück – ein faszinierendes Szenarium. Vorliegend aber geht es zunächst um eine scheinbar einfache Ermittlung in einem Unterschlagungsfall.

Diese Grundsituation nutzt van den Boom um uns die politische Aufstellung der Akte sowie deren verwaltungstechnisches Zentrum, eben Habitat C vorzustellen. Allerdings bleibt gerade die Kulisse der von den Niib übernommenen Station doch recht undeutlich.

Statt dessen konzentriert sich der Autor darauf, uns seine Hinweise auf die Strippenzieher zu geben, den Planeten und das dort lagernde Erbe der Niib ins Zentrum zu rücken und uns dann einen rasanten Kampf zu schildern.

So versiert er insbesondere in der Beschreibung der tätlichen Auseinandersetzungen ist, habe ich diese als ein wenig deplatziert empfunden. Ich hätte mir gewünscht, dass van den Boom noch näher auf das tragische Schicksal der Bodaren eingegangen wäre, deren Beziehung zu den Niib weiter beleuchtet hätte und insgesamt den Schwerpunkt weg von den Kämpfen und hin zum Mysterium des verschwundenen Volkes gelegt hätte.

Ein wenig in Vergessenheit geriet im Plot die Auflösung des ursprünglichen Auftrags der Ermittler. Die Unterschlagung, ihre Gründe und Begünstigte wird allzu schnell abgehandelt, so dass hier das Element der Suche nach dem Who and Why did it ein wenig zu kurz kommt.

Die Anlagen für eine wirklich interessante Fortführung sind in Gestalt der Niib – deren Schicksal im Epilog angedeutet wird – gegeben, es ist am Autor diese zu nutzen.

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