Holmes und das Elfenfoto von Dominik Irtenkauf

Buchvorstellungund Rezension

Holmes und das Elfenfoto von Dominik Irtenkauf

Originalausgabe erschienen 2009, 160 Seiten.ISBN 3898402169.

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In Kürze:

Holmes und Watson stoßen in der britischen Hauptstadt auf einen Ästheten, dessen Kunst mörderisch ist. Im Park hinterläßt er Fotografien von kleinen Elfenwesen, die den im Dickicht liegenden Opfern zwischen die Finger gedrückt werden. Aus einem anfänglichen Rätsel rekonstruieren Holmes und Watson mit Unterstützung der neuen Kunst der Fotografie den Tathergang und stoßen dabei an ihre Grenzen. Holmes muß anerkennen, daß es Kräfte auf dieser Welt gibt, die sich vehement dem rationalistischen Zugang verwehren.

Das meint Phantastik-Couch.de: „Ein originelles Rätsel, aber zu viele Andeutungen und zu wenig Logik“75

Mystery-Rezension von Elmar Huber

„Watson, Sie sehen, diese Lichtbildner arbeiten mit nicht geringeren Tricks als die Zauberkünstler. Wir müssen bloß ihre Taschenspiegel entdecken, und schon kommen wir dahinter.“

Holmes neuster Klient ist Lord Suffrey, ein Mitglied, des englischen Adels. Dieser setzt sich – obwohl verheiratet – durch wiederholte Abenteuer mit Straßenmädchen, immer wieder der Gefahr aus, seine Reputation zu verlieren. Nun bekommt er tatsächlich Fotos geschickt, die ihn bei eindeutigen Handlungen mit Prostituierten zeigen. Später tauchen auch Fotos auf, auf denen diese Frauen ermordet und verstümmelt zu sehen sind. Verstümmelungen, als wolle der Täter die Frauen mit diesen Veränderungen in Fabelwesen verwandeln.

Die Spannung entsteht aus der Gegensätzlichkeit

So gegensätzlich beide Welten, die hier aufeinandertreffen, zunächst auch scheinen mögen, Sherlock Holmes und die Elfenwesen haben doch mehr gemeinsam, als man auf den ersten Blick erwartet. Beide sind untrennbar mit England verbunden und so typisch wie der 5 Uhr-Tee. Freilich stehen die Elfen eher für die märchen- und sagenhafte Seite der grünen Insel und Sherlock Holmes symbolisiert die Rationalität. Doch gerade aus diesen Gegensätzlichkeiten wird die Spannung der besten Holmes-Geschichten gezogen.

Selbstbewusster Verfasser mit Blick auf Wesentliche

Dominik Irtenkauf macht erst gar nicht den Fehler, zu viele Rätsel in seinem Roman unterzubringen. Auch die Figuren verbleiben in den Rollen, die Arthur Conan Doyle ihnen zugedacht hat. Einige Zugestänsdnisse an die Romanlänge sind allerdings notwendig. So eröffnet der Autor neben der Haupthandlung, die Holmes und Watson bei ihren Ermittlungen zeigt, schon bald einen zweiten Handlunsgstrang, der sich parallel entwickelt. Hier präsentiert er uns einige Personen, für die die Märchen und Sagen des alten England einen ganz besonderen Stellenwert haben, ja eine Zuflucht darstellen vor den alltäglichen Erniedrigungen.

Sprache und Stil sind souverän den originalen Holmes-Abenteuern nachempfunden. Dominik Irtenkauf versucht erst gar nicht, dem Detektiv einen persönlichen Stempel aufzudrücken. Sogar die teilweise Schlüpfrigkeit dieses speziellen Falles wird nicht ausgenutzt, sondern viktorianisch züchtig erfolgt rechtzeitig die Ausblendung der unverhüllten Details. Ein nettes Schmankerl sind auch die Anspielungen auf einige real existierende Personen dieser Zeit.

Pluspunkte erhält „das Elfenfoto“ auch durch den Umstand, dass hier nicht auf Biegen und Brechen versucht wird, zu erklären, warum denn gerade dieses Abenteuer bisher nicht erschienen ist. Viele andere Autoren flüchten sich hier in Gründe der Sicherheit des Königreichs oder Gefahr für Leib und Leben der Beteiligten. Der Verzicht auf solche vorgeschobenen Gründe macht sympathisch und zeugt von einem gesunden Selbstvertrauen des Autors. Unterstrichen wir das noch durch eine Selbstreferenz auf „Das Abenteuer um den Tintenkleks“ (aus „Das Geheimnis des Geigers“, Blitz-Verlag).

Viele Andeutungen und wenig Logik

Der überaus originelle Rätsel der Elfenfotos wird leider durch den nicht gerade straffen Verlauf der Geschichte geschwächt. Zwar ist die Haupthandlung durchgehend schlüssig und gut aufgebaut, doch die Spannung leidet unter zu vielen Nebenästen. Diese werden teilweise gar nicht zu Ende geführt und versanden einfach. Die Ergebnisse von Holmes Recherchen und Versuchen in Sachen Fotografie bleiben dem Leser größtenteils verborgen.

Nachdem der Täter reichlich überstürzt überführt wurde, reisen Holmes und Watson in einer Art Epilog nach Frankreich, um dort ebenfalls Zeuge angeblicher Elfensichtungen und einer Kindesentführung zu werden. Dieses komplette Nachspiel hätte man sich getrost sparen können, da es mehr verwirrt als erklärt. Auch die Position des Autors wird leider nicht klar. Gibt es in dieser Geschichte nun Elfen (die freilich nichts mit dem Kriminalfall zu tun haben) oder existieren diese nur in der Fantasie einiger Beteiligten? Insgesamt also zu viele Andeutungen und zu wenig Anteilnahme an Holmes Deduktionen.

Mark Freiers Covermotiv wurde extra für dem Roman angefertigt und gibt perfekt die Stimmung des Romans wieder. Mit „Holmes und das Elfenfoto“ beschließt der Blitz-Verlag seine Paperback-Reihe der „Sherlock Holmes Criminal Bibliothek“. Eine Fortführung neuer Holmes-Abenteuer (ohne Nennung einer Reihe) erfolgt als Hardcoverausgaben im selben Verlag.

Ihre Meinung zu »Dominik Irtenkauf: Holmes und das Elfenfoto«

Wolfgang Otten zu »Dominik Irtenkauf: Holmes und das Elfenfoto«04.12.2011
Ich kann mich dem Vorschreiber nur anschließen !
Das Buch ist nach Seite 53 kaum zu ertragen !
Man wartet .... wartet .... &wartet darauf das sich irgendeine Richtung auftut , ein Ziel erkennbar wird & hat immer den Eindruck der Autor hat drauflos geschrieben ohne zu Wissen wo er hin will .
Ich habe mich schon durch viele zähe Buchlektüre durchgearbeitet & wurde mit einem guten , überraschendem Ende belohnt aber hier empfand ich alles .... wie soll ich es ausdrücken ....
UNFERTIG !!!!
Dietmar Knapp zu »Dominik Irtenkauf: Holmes und das Elfenfoto«14.07.2009
Dieses Buch ist grottenschlecht, ohne Struktur und es fehlt jegliche Spannung. Mit rund 160 Seiten ist die Geschichte um mindestens 130 Seiten zu lang! Ich habe nach 53 Seiten aufgegeben, es war einfach schade um die Zeit. Dabei bin ich ein echter Sherlock Holmes Fan und habe neben allen Werken von Sir Arthur Conan Doyle auch viele Geschichten anderer Autoren, gute und weniger gute, gelesen. Aber so etwas habe ich noch nie erlebt.
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