Doris Lessing

Die britische Schriftstellerin Doris Lessing wurde als Doris May Tayler am 22. Oktober 1919 in Kermānschāh in Persien geboren. Ihr Vater war britischer Kolonialoffizier und so verbrachte Doris ihre Kindheit unter schwierigen Bedingungen in der britischen Kolonie Südrhodesien, wo sie eine katholische Klosterschule besuchte. Sie arbeitete als Kindermädchen, Telefonistin und Angestellte. Ihre Erfahrungen in Afrika hat sie später in einigen ihrer Werke verarbeitet.

Doris Lessing heiratete 1939 Frank Charles Wisdom. Mit ihm hat sie einen Sohn und eine Tochter, die nach der Scheidung 1943 beim Vater blieben. Sie schloss sich der progressiven Partei „Southern Rhodesian Labour Party“ an und lernte dort den deutschen Emigranten Gottfried Lessing kennen. 1945 heiratete sie ihn. Mit ihm hatte sie einen weiteren Sohn, der nach der Scheidung 1949 bei ihr blieb. Gottfried Lessing wurde später DDR-Botschafter in Uganda und wurde dort während des Aufstands gegen Idi Amin unter ungeklärten Umständen getötet.

1950 zog Doris Lessing mit ihrem Sohn nach London. In diesem Jahr erschien auch ihr erster Roman „The Grass Is Singing“ (dt. „Afrikanische Tragödie“) über eine verbotene Liebe zwischen Schwarz und Weiß. 1956 entfernt sie sich nach dem Ungarnaufstand von der Kommunistischen Bewegung.

Ihr 1961 veröffentlichtes „goldenes Notizbuch“ wird als ihr Hauptwerk angesehen. In „The Golden Notebook“ wollen sich zwei politisch engagierte, intellektuelle Frauen gegen die Dominanz der Männer durchsetzen. Das Buch zählt zu den Klassikern der feministischen Literatur.

Lessings literarisches Schaffen wird in drei Perioden eingeteilt:
 – bis 1956 behandelte sie kommunistische Themen und verarbeitete radikale Gedanken über soziale Fragen
 – 1956 bis 1969 schrieb sie über psychologische Themen
 – ab 1969 befasste sie sch mit Sufismus (islamische Mystik), wovon vor allem ihr fünfbändiger Science-Fiction-Romanzyklus „Canopus im Argos“ zeugt.

1999 erhielt sie den Order of the Companions of Honour und trägt seitdem den Titel „Dame Commander“. Im Jahr 2007 wurde Doris Lessing mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet. Sie wurde als „Epikerin weiblicher Erfahrung“ gewürdigt, „die sich mit Skepsis, Leidenschaft und visionärer Kraft eine zersplitterte Zivilisation zur Prüfung vorgenommen hat“. Der Preis wurde ihr in London übergeben, da sie wegen ihres hohen Alters nicht mehr nach Stockholm reisen konnte. Sie wurde mit zahlreichen weiteren Preisen geehrt.

Doris Lessing lebt heute in London Hampstead.

mehr über Vorname Nachname:

Phantastisches von Doris Lessing:

  • andere Bücher
    • Kinder der Gewalt
      • (1952) Martha Quest
        Martha Quest
      • (1954) Eine richtige Ehe
        A Proper Marriage
      • (1958) Sturmzeichen
        A Ripple from the Storm
      • (1965) Landumschlossen
        Landlocked
      • (1969) Die viertorige Stadt
        The Four-Gated City
    • (1950) Afrikanische Tragödie
      The Grass Is Singing
    • (1956) Retreat to Innocence
    • (1962) Das goldene Notizbuch
      The Golden Notebook
    • (1973) Der Sommer vor der Dunkelheit
      The Summer before the Dark
    • (1983) Das Tagebuch der Jane Somers (als Jane Somers)
      The Diary Of A Good Neighbour
    • (1984) Die Liebesgeschichte der Jane Somers (als Jane Somers)
      If The Old Could
    • (1985) Die gute Terroristin
      The Good Terrorist
    • (1995) Und wieder die Liebe
      Love, Again
    • (2001) Ein süßer Traum
      The Sweetest Dream
    • (2008) Alfred und Emily
      Alfred and Emily
  • Storysammlungen
    • (1951) Der Zauber ist nicht verkäuflich
      This Was the Old Chief’s Country
    • (1953) Five: Short Novels
    • (1957) The Habit of Loving
    • (1959) Fourteen Poems (Gedichte)
    • (1963) Zwischen Männern
      A Man and Two Women
    • (1964) African Stories
    • (1966) Winter im Juli
      Winter in July
    • (1966) Die schwarze Madonna
      The Black Madonna
    • (1967) Doris Lessings Katzenbuch
      Particularly Cats
    • (1972) The Temptation of Jack Orkney: And Other Stories / Story Of A Non-Marrying Man: And Other Stories
    • (1973) The Sun Between Their Feet
    • (1978) To Room Nineteen: Collected Stories of Doris Lessing: Vol.1
    • (1989) Das Doris Lessing Buch
      The Doris Lessing Reader
    • (1990) Through the Tunnel
    • (1992) The Real Thing: Stories and Sketches
    • (1992) London Observed: Stories And Sketches
    • (1995) Spies I Have Known
    • (1996) The Pit
    • (2000) The Old Age of El Magnifico: A Cat’s Tale
    • (2003) Ein Kind der Liebe
      The Grandmothers
  • Graphic Novel
    • (1993) Playing the Game
  • Sachbücher
    • (1957) Heimkehr
      Going Home
    • (1960) Auf der Suche
      In Pursuit of the English
    • (1986) Prisons We Choose to Live Inside
    • (1987) The Wind Blows Away Our Words
    • (1992) Rückkehr nach Afrika
      African Laughter: Four Visits to Zimbabwe
    • (1994) Unter der Haut
      Under My Skin: Volume One of My Autobiography, to 1949
    • (1994) A Small Personal Voice (Essays)
    • (1996) Schritte im Schatten
      Walking In The Shade: 1949 to 1962
    • (2004) Time Bites: Views and Reviews
  • Über Doris Lessing
    • (1987) Doris Lessing (von Katherine Fishburn)
    • (2000) Doris Lessing: A Biography (von Carole Klein)