E. F. Benson

Edward Frederick Benson wurde am 24. Juli 1867 als fünftes von sechs Kindern im Wellington College in Berkshire geboren. Edward White Benson, der Vater, war hier Schulleiter; später machte er Karriere in der Kirche von England und stieg bis zum Erzbischof von Canterbury auf. Edward besuchte zunächst Temple Grove in East Sheen (Grafschaft Surrey) und später Marlborough in Wiltshire. Er interessierte sich für englische Literatur und Musik und war als großer Sportsmann bekannt. 1887 begann Benson ein Studium der Archäologie am Kings College in Cambridge, das er an der „;British School of Archaeology“ in Athen abschloss. Als Wissenschaftler unternahm er später viele Reisen zu historischen Fundstätten.

Als Spross einer literarisch und künstlerisch überaus aktiven Familie konnte es vermutlich nicht ausbleiben, dass auch Edward Benson zu schreiben begann. Sein Debütwerk („;Sketches from Marlborough“) erschien bereits 1888; es wurde zum ersten einer längeren Reihe von Büchern mit autobiografischen Bezügen.

Der literarische Durchbruch kam 1893 mit „;Dodo“, der Geschichte einer ´modernen´, lebenslustigen und durchaus amoralischen Frau. Privat lebte Benson mit seiner Familie in Lambeth Palace, dem Sitz des Erzbischofs von Canterbury. Nach dessen Tod zog die Familie nach Winchester und später nach Sussex. Die Geschwister blieben sich auch im Erwachsenenalter sehr verbunden, zumal die Familiengeschichte von diversen Krankheits- und Todesfällen überschattet wurde. Zwei Schwestern und zwei Brüder starben früh; die Erfahrungen flossen in Bensons Geistergeschichten ein, die zu den Klassikern des Genres gehören.

Edward Benson war ein überaus produktiver Schriftsteller. Seine phantastischen Stories nehmen nur einen kleinen Teil des Œuvres ein. Mehr als einhundert Bücher unterschiedlichster Genres veröffentlichte er zu Lebzeiten, dazu Biografien prominenter historischer Zeitgenossen. Darüber hinaus betreute er ein Buch über das Leben des hl. Cyprian, das sein Vater nicht mehr hatte veröffentlichen können. In ähnlicher Funktion wurde er auch für seine schreibenden Geschwister tätig. Seine eigene Karriere litt nie darunter. Noch in den 1930er Jahren wurde Edward durch eine Serie komödiantischer Romane und Kurzgeschichte um die Kleinstadt-Rivalinnen Emmeline Lucas (Lucia) und Elizabeth Mapp ungemein populär. (1985/86 entstanden nach dieser Vorlage zehn Episoden für das britische Fernsehen.)

1920 bezog Edward Lamb House in Rye, das Haus seines Freundes und verehrten Vorbilds, des Schriftstellers Henry James (1843-1916). Er wohnte dort bis zu seinem Tod. In den 1930er Jahren amtierte er dreimal als Bürgermeister von Rye. Sein letztes Manuskript sandte Benson seinem Verleger im Februar 1940 zu. Zehn Tage später, am 29. (!) des Monats, erlag er einem Krebsleiden. Er wurde auf dem städtischen Friedhof von Rye bestattet. [Michael Drewniok]

mehr über E. F. Benson:

Phantastisches von E. F. Benson:

  • Storysammlungen
    • (1912) The Room in the Tower and Other Stories
    • (1923) Visible and Invisible
    • (1928) Spook Stories
    • (1934) More Spook Stories
    • (1974) The Horror Horn: The Best Short Stories of E. F. Benson
    • (1986) The Tale of an Empty House and Other Ghost Stories
    • (1988) The Flint Knife: Further Spook Stories
    • (1992) The Collected Ghost Stories of E. F. Benson
    • (1998) The Terror by Night. Collected Spook Stories, Volume 1
    • (1999) The Passenger. Collected Spook Stories, Volume 2
  • Über E. F. Benson
    • (1991) Brian Masters: The Life of E. F. Benson

* E. F. Benson verfasste mehr als 100 Bücher. Diese Liste beschränkt sich auf die Werke, die der Phantastik zuzuordnen sind.