Liebe Leserinnen und Leser,

 es bewegt sich etwas in der deutschsprachigen Fantasy. Erst vor kurzem noch kündigte Kai Meyer den Titel seiner neuen Trilogie „;Die Sturmkönige“ an, deren Handlung wohl einen starken Touch aus Tausendundeiner Nacht haben wird. Markolf Hoffmann und Tobias O. Meißner haben im letzten Jahr ihre vielversprechenden Tetralogien abgeschlossen, jetzt erscheint mit Christoph Hardebuschs „;Sturmwelten“ ein fulminanter Roman, der die von Tolkien so stark beeinflusste Szene komplett hinter sich lässt: Keine Elfen, keine Zwerge und auch keine Trolle – Seeschlachten à la Hornblower sind es, die einen wesentlichen Teil der Action tragen. In unserem Interview mit ihm spricht der Wahl-Heidelberger über seine Motivation dazu.

Als ich das Buch las, trieb mich die Frage um, wohin denn nun die deutschsprachige Fantasy steuern mag. Dass sich das verkauft, was gelesen wird und andersherum, dürfte klar sein. Nur: Warum sind es immer und immer wieder Tolkiens Völker, die die Auflagen bestimmen? Kann die deutschsprachige Fantasy nicht mehr? Gräbt sie gar ihr eigenes Grab?

Die Entscheidung, wichtige Akteure der Fantasy-Szene nach ihrer Meinung zu fragen, fiel schnell. Kai Meyer, Friedhelm Schneidewind und Volker Busch – ein Autor, ein Kritiker, ein Lektor, die zum Teil durchaus kontrovers Stellung beziehen. Wir sind gespannt auf die Diskussion, die dieses Stimmungsbild hoffentlich anregen wird.

Im großen Redaktionsplan der Phantastik-Couch steht jetzt auch, monatlich Genre-Themen auf diese Weise aufzugreifen. Fantasy, Science Fiction, Horror, alles, was wir lesen, spielt dabei die Hauptrolle. Diese neue Rubrik heißt Couch-Talk, in freier Anlehnung an Freud’s Sofa, auf dem man liegenderweise über das spricht, was einen bewegt.

Selbstverständlich auch in diesem Monat: Rezensionen, Rezensionen, Rezensionen.

Viel Spaß damit!

Frank Dudley
Chefredakteur