Liebe Leserinnen und Leser,

der Herbst ist da und mit ihm kommt vom 14.-18. Oktober die Buchmesse in Frankfurt. Dieses mal bin ich dabei und freue mich schon, einige der Ansprechpartner in den Verlagen kennen zu lernen. Denn ohne sie würden wir hier nur einen Bruchteil der Bücher, nämlich nur die „privat“ gelesenen Exemplare besprechen und präsentieren.

Meistens suchen wir uns im Phantastik-Couch-Team die Bücher, die wir vorstellen möchten, selbst aus. Aber manchmal bekommt man auch eine Neuerscheinung spontan zugeschickt. So war unser „Buch des Monats“ Oktober "Ich bin kein Serienkiller„ von Dan Wells einer dieser “Geheimtipps„ und für mich ein “Aha„-Erlebnis, wie tiefgründig Horrorliteratur sein kann. Dan Wells Debutroman spielt nicht nur mit den Ängsten, sondern mit der Erwartungshaltung des Lesers. Die philosophische Frage nach dem “wahren Bösen" stellt sich hier in ungewöhnlicher Form.

Wir wollten mehr über Dan Wells und sein Romandebut erfahren und führten ein erhellendes Gespräch mit dem Autor. Lesen Sie im Interview, welche beunruhigenden Gedanken sich die Familie des Autors über ihn und seine Arbeit macht.

Wie stellen Sie sich eigentlich das Ende der Welt vor?
In der heutigen Zeit sind es vor allem zwei Institutionen, die ein klares Bild vom Weltenende entwerfen, die Religionen und die Literaten. Die Christen erwarten am Ende aller Tage die Auferstehung Jesu Christi und das jüngste Gericht. Und genau das geschieht in Ralf Isaus neuestem Werk "Messias„ in Irland. In einer Klosterkirche im County Kilkenny erscheint ein Mann mit Kreuzigungsmalen und Dornenkrone – und verkündigt in hebräischer Sprache das Nahen des jüngsten Gerichts. Doch das hat offenbar nicht mit dem “schärfsten Kettenhund seiner Heiligkeit„ Hester McAteer gerechnet. Was “Messias„ zu einem Kirchenthriller der besonderen Art macht, ist seine Originalität, sein Witz und eine Fülle kauziger Iren, die sich vor dem Weltenende noch ein Guinness genehmigen.

Auch die Maya philosophierten über dieses Thema. Konkret äußerten sie sich zum Zeitpunkt, der für uns gar nicht so weit entfernt liegt – der 21. Dezember 2012. In Brian D’Amatos Werk “2012 – Das Ende aller Zeiten„ spielt ein Nachfahre der Maya das “Opferspiel„, mit dem man die Wahrscheinlichkeit von Ereignissen berechnen kann. Und dann erfährt Jed DeLanda von einem Maya-Codex, der nun lesbar geworden ist und gespenstisch genaue Vorhersagen macht. “2012 – Das Ende aller Zeiten„ präsentiert eine interessante Mischung aus Mayamystik und SF. Wer sich für das Thema erwärmt, kann noch ein spannendes und mit 896 Seiten kompaktes Buch vor dem Ende zu lesen.

Gute Neuigkeiten gibts es auch für alle Markus Heitz Fans, insbesondere für diejenigen, die auf eine Fortsetzung von “Die Mächte des Feuers„ gewartet haben. Ein rasantes Spektakel inszeniert der Autor in “Drachenkaiser" und schafft es erneut, historischen Ereignissen einen phantastischen Rahmen zu verleihen. Kommt noch ein dritter Teil, Herr Heitz?

Ab Oktober erscheint uns das Wetter zuweilen apokalyptisch. Mit inspirierender Lektüre lässt sich die kalte Jahreszeit gut überbrücken und die finden Sie bestimmt in der Oktober Ausgabe Ihrer Phantastik-Couch.

Gemütliche Lesestunden wünscht Ihnen

Eva Bergschneider