Liebe Leserinnen und Leser,

Bücher lesen gilt als einsames Hobby?
Das muss nicht sein, wenn man sich mit Gleichgesinnten trifft, z.B. auf Lesungen. Die Gelegenheit bot sich den Leseratten aus Köln und Umgebung auf "Rheinlesen„, dem Bücherboulevard. Dieses mal war auch die Phantastik in Form einer Fantasy-Gala vertreten. Es war ein schöner Abend mit interessanten Autoren und Geschichten, ein Beispiel dafür wie facettenreich die Fantasy ist.

Doch nun zu unserem September-Programm, das ebenfalls viel Abwechslung bietet. Während der zweite Teil der “Alterra„-Reihe von Maxime Chattam “Im Reich der Königin„ wie ein Mix aus Horror- und Abenteuerroman wirkt, kommt das Finale der “Die magischen Städte„ Tetralogie “Frühling der Vergeltung„ von Daniel Abraham eher ruhig und ohne Action daher. Und doch steckt in beiden Werken viel emotionale Kraft, Weisheit und Menschlichkeit.

Ebenfalls ein Leisetreter ist “Der dunkle Engel„ von Keith Donahue. Statt grausamer Szenarien ist es die sanfte Gefahr, die das Gefühl vermittelt, stets auf der Hut sein zu müssen. Auch wenn dieses Buch einigen Horror-Fans zu harmlos und den Fantasy-Lesern zu wenig fremdartig sein mag, wird er jenseits der Schubladen sein Publikum finden.

Apropos Schubladen – der Neubeginn im Star-Trek Universum mit dem neuen Zeitstrang des letzten Kinofilms “Star Trek„, schafft Raum für Geschichten jenseits des bekannten Kanons. In diesem Sinne bricht auch “Götter der Nacht„ von David Mack mit der Tradition und lässt die Borg Völker vernichten, statt zu assimilieren. Kann Ezri Dax im Wrack des verschollenen Föderationsraumschiffs “Columbia„ eine Geheimwaffe bergen? Manches ändert sich allerdings nie, und so spielen nach wie vor Themen der Gegenwart vor dem Hintergrund der Star-Trek Zukunft.

In “Der Nebelkönig" spielt Susanne Gerdom mit den Realitäten. Was ist Fiktion, was Gegenwart, wer ist wer? Im Interview mit Phantastik-Couch erzählt uns die Autorin, was sie am Spiel mit diesen Ebenen gereizt hat und warum „Der Nebelkönig“ weder ein Jugend- noch ein Erwachsenenbuch, sondern einfach märchenhafte Fantasie ist.

Was sagt Ihnen der Begriff „Magischer Realismus“?
Zählt man Kafkas Geschichten mit ihrer verzerrten Realität dazu? Gibt es auch zeitgenössische Autoren, die man dieser Richtung zuordnen kann? Lassen Sie sich in unserem Essay "Der magische Realismus" überraschen, welchen Autor man dem tatsächlich zuordnen kann und was diese Kunst- und Literaturform ausmacht. Es gibt mehr darüber zu sagen, als in eine Monatsausgabe passt, den Abschluss dieses faszinierenden Exkurses präsentieren wir Ihnen in der Oktober-Ausgabe.

Einen spannenden Einstieg in den Bücher-Herbst und viel Spaß mit der September-Ausgabe der Phantastik-Couch wünscht Ihnen

Eva Bergschneider