Liebe Leserinnen und Leser,

wir hoffen, Sie sind gut in das neue Jahr gekommen und blicken in beinahe zwölf Monaten auf eine schöne, erfolgreiche und vor allem gesunde Zeit zurück.
Wir halten in 2011 weiterhin Augen und Ohren nach interessanten Autoren und Büchern offen, tun unsere Meinung kund und versorgen Sie mit Infos rund um die phantastische Literatur. Ein kurzer Rückblick auf das „Buch des Jahres 2010“ aus Sicht einiger unserer Rezensenten sei gestattet, denn er offenbart Bücher, die (noch) nicht auf der Phantastik-Couch vertreten sind.

Unser „Buch des Monats“ ist wieder einmal ein Debütroman, "Die Erbin der Welt„ von der Autorin N. K. Jemisin, die durch ihren eigentümlichen Erzählstil auffällt und sich selber aufs Korn nimmt. Als Hörbuch im eigenen Kopf empfand unsere Rezensentin Anja Helmers diesen Fantasy-Roman und verfolgte gespannt die Geschichte eines wahnsinnigen Wettkampfes mit der streitbaren Außenseiterin Yeine in der Hauptrolle.

Mit allen Sinnen lässt sich auch die Anthologie “Hinterland„, herausgegeben von Karla Schmidt genießen, denn die Geschichten entstanden aus Motiven der Songs David Bowies, Popikone der 70er- und 80er Jahre und bekennender Science-Fiction Fan. Bowie – Kenner, die vielleicht Figuren wie Major Tom und Ziggy Stardust erwartet haben, werden überrascht. Denn es sind eher die Assoziationen zu Bowies Musik, die die “Hinterland„-Autoren inspirierten. Der Herausgeberin gelang es, einen Spannungsbogen innerhalb der Anthologie aufzubauen und so kann sie insgesamt als ein rundum gelungenes Experiment betrachtet werden.

Die atmosphärische Dichte in “Der Mitternachtspalast„, vom spanischen Autor Carlos Ruiz Zafón scheint mit Händen greifbar. Die Schwüle, der Regen in Kalkutta, die Traurigkeit und die innige Verbundenheit der sieben Freunde der “Chowbar Society„. Der letzte der in deutscher Übersetzung veröffentlichten “Young Adult„-Romane hält, was der Autor im Vorwort verspricht: Die Geschichte überschreitet die Altersgrenzen und unterhält dabei auf höchstem Niveau.

Einen Helden zum anfassen stellt die Autorin Tanja Pleva in “Gottesopfer", ebenfalls einem Debütroman, vor. Der Profiler Sam O’Connor hält Seancen für unsinnigen Hokuspokus. Und kommt doch mit Hilfe eines Mediums dem Killer der Frauen, die angeblich einen Pakt mit dem Teufel geschlossen haben, auf die Spur.

Als ein Autor zum Anfassen präsentiert sich Sergej Lukianenko, der russische Phantastik-Literat schlechthin, in unserem Interview. Lesen Sie, was die russische Phantastik ausmacht, wo die Familie Lukianenko ihren Urlaub verbringt und warum Sex auch in seinen Jugendbüchern ein Thema ist .

Mit Thomas Finn sprach Tom Orgel, über seinen Horrorroman „Weisser Schrecken“, den wir Ihnen in der Dezember-Ausgabe vorgestellt haben; über den „Kinderfresser vom Perchtal“ und über sein nächstes Projekt, dem SF-Roman „Mind Control“ der zur „Justifiers“-Serie gehören wird.

Ein hoffentlich phantastisches Jahr, mit Büchern die Sie zum Lachen bringen, das Fürchten lehren oder einfach träumen und genießen lassen.

wünscht Ihnen im Namen des Phantastik-Couch Teams

Eva Bergschneider