Liebe Leserinnen und Leser,

viele altbekannte Phantastik-Themen begegnen uns heute im neuen Gewand. Man nennt sie z.B „Young Adult Dystopie“ und meint damit Romane, die in einer fortschrittlich-düsteren Zukunft spielen, in der Tradition von "Schöne neue Welt„ von Aldous Huxley oder auch George Orwells Klassiker “1984„. Im Jugendbuchformat konzentrieren sie sich weniger auf die dystopische Welt, als mehr auf die jungen Menschen, die in ihr leben – was die Romane nicht weniger faszinierend macht. Auch die klassische Zeitreise scheint wieder “in„ zu sein, wie aktuelle und in 2011 noch erscheinende Titel andeuten. Zu beiden Themen finden wir Besprechungen in der Phantastik-Couch Februar-Ausgabe, doch dazu später mehr.

Zunächst möchte ich Sie auf ein modernes Phantastik-Thema, nämlich Öko-Science-Fiction aufmerksam machen. In “Ruf der Tiefe„ von der Fantasy-Autorin Katja Brandis und dem Biologie-Professor Hans Peter Ziemek geht es um die Ausbeutung des Lebensraums Meer und dessen fatale Folgen. Und es geht um Leon, der mit der Krake Lucy kommunizieren kann.
Neugierig geworden?
Dann werfen Sie einfach einen Blick in unsere Besprechung, beantworten die Gewinnspielfrage und gewinnen Sie eins von vier “Ruf der Tiefe"-Büchern aus dem Verlagshaus Beltz und Gelberg.
Zudem erzählte uns Katja Brandis im Interview, wie es überhaupt zu der Zusammenarbeit mit dem Wissenschaftler kam und warum das Thema „Meer“ soviel Stoff für ihre Phantastik-Bücher liefert.

Und nun wieder zurück zu den klassischen Themen, dem klassischen Horror. Nicht im neuen Gewand, sondern pur und original. Unser „Buch des Monats“ ist "Das rote Zimmer – Lovecrafts dunkle Idole II„, herausgegeben von Frank Festa. Eine Storysammlung, für die sich unser Rezensent zur Höchstwertung hinreißen ließ. Denn hier treffen wir auf Lovecrafts Weggefährten, Schriftstellern, die seinen Vorstellungen über die “Literatur der Angst„ nach eigener Aussage gerecht wurden. Darunter finden sich unbekannt Werke, wie auch populäre Horror-Klassiker, die in neuem Glanz erstrahlen.

Das auch die modernen Literaten die altbewährten Themen noch phantastisch verarbeiten können, beweist Félix J. Palma in seinem Roman “Die Landkarte der Zeit„. Ein Genreroman ist dieser nicht, denn er passt in jede unserer Kategorien und in noch viele mehr. Zeitlos ist sein Thema “Zeitreise„ und das Gedankenspiel “Was wäre wenn wir die Vergangenheit veränderten„. Klassisch und modern sind die Kollegen, die für das Werk Pate standen, originell, die Fragen, die der Autor stellt und beantwortet.

Der Klassiker im neuen Gewand ist konsequenterweise ein Jugendroman. “Die Auswahl„ von der Amerikanerin Ally Condie behandelt ein Thema, das Generationen bewegt hat: Die Entscheidungsfreiheit in der Liebe. Was heute und in unserer Gesellschaft selbstverständlich erscheint, war es nicht immer. Gab es vor zwei oder drei Generationen noch Familienväter, die “eine gute Partie„ für die Töchter arrangierten? Und welche Art der Partnerwahl finden wir in anderen Kulturen der heutigen Zeit vor? Und wie viel Entscheidungsfreiheit in der Liebe haben wir in der Zukunft? Vielleicht keine, so wie in der “Gesellschaft„, in der Cassia und Ky aufwachsen.

Jugendromane einer besonderen Art, nämlich humoristische Fantasyromane, schreibt der Autor Royce Buckingham. Wir stellen nicht nur sein drittes “Dämonen„-Buch “Garstige Gnome" vor, sondern lassen den Autor zu Wort kommen. Wir fragten ihn unter anderem, welche Art von Gewalt und Schrecken er jungen Lesern zumutet, und welchen nicht.

Einen angenehm gruseligen Februar, auch ohne karnevalistisches Vampir- oder Monsterkostüm wünscht Ihnen

Eva Bergschneider