Liebe Leserinnen und Leser,

Der Mai ist gekommen und mit ihm ein Hauch von Sommer. Welch frischer Wind durch den Blätterwald zwischen den Buchdeckeln weht, davon können Sie sich in der Mai Ausgabe der Phantastik-Couch ein Bild machen.
Schon auf der Lesung der Seraph-Gewinner auf der Buchmesse in Leipzig hat mich der Titel, der als das beste Debüt ausgezeichnet wurde, regelrecht mitgerissen. Und so ging es auch unserer Redakteurin Verena Wolf, als sie "Die Moldau im Schrank„ las, denn den wenigsten Büchern bescheinigt sie, ein “Erzähljuwel„ zu sein. Unser Buch des Monats Mai ist etwas weniger aktuell, als gewohnt, doch für “Die Moldau im Schrank„ mussten wir diese Ausnahme einfach machen. Dieses Debütwerk von Nina Maria Marewski ist genial erdacht und erzählt. Ein Parallelwelt-Krimi, der sich der philosophischen Frage widmet: “Was wäre wenn wir uns an einem bestimmten Punkt in unserem Leben anders entschieden hätten?„

Willkommen auf Aurora„ heißt eine Science Fiction Anthologie von Heidrun Jänchen. Die Autorin präsentiert in 17 Kurzgeschichten ebenfalls ein “Was wäre wenn" Szenario, technikorientierte Zukunftsvarianten, in denen allerdings stets der Mensch im Mittelpunkt steht.
Im Gespräch mit Phantastik-Couch erzählte uns Heidrun Jänchen mehr über das, was auch in ihren Geschichten stets zum Ausdruck kommt. Wie sie unsere Welt und Gesellschaft sieht und warum Science-Fiction eigentlich Gegenwartsliteratur ist.

Überhaupt ist diese Phantastik-Couch Ausgabe mit wunderbaren Interviews gesegnet. Oder ist Ihnen schon einmal ein deutschsprachiges Interview mit dem Vater der "Harry Dresden" Reihe Jim Butcher untergekommen? Ich habe jedenfalls im Netz keines gefunden und präsentiere Ihnen daher umso lieber ein äußerst unterhaltsames Gespräch, dass Carsten Kuhr mit dem Autor „bekloppter kleiner Magierbücher“ geführt hat.

Eine Stadt als Hauptprotagonist finden wir in "Nacht über Villjamur„ von Mark Charan Newton, der Auftakt einer vierbändigen Reihe “The Legends of the Red Sun„. Vornehmlich gehört das Buch zur Fantasy, beinhaltet aber auch SF Elemente und erzählt eine Detektivgeschichte. Vielseitig erzählt Newton über Rassen, die wir so noch nicht kennen und rollt einen spannenden Konflikt auf. Phantastik abseits der Norm, das verbindet diesen Autor mit seinen Vorbildern Mieville und Wolfe.

Ebenfalls ein im Fantasy-Kosmos nicht alltäglicher Hauptprotagonist begegnet uns in Alex Bledsoes “Das Schwert des Königs„. Eddie LaCrosse gehört schon fast zum alten Eisen, hat alle Brücken zu seiner Vergangenheit abgebrochen und verdingt sich als Mann fürs Grobe. Nun soll er bei der Aufklärung eines abscheulichen Verbrechens helfen. Hat die Königin tatsächlich ihren Sohn in einem Ritual geopfert und anschließend verspeist? Es sind es die Erfahrungen seines nicht gerade einfachen Lebens, die Eddie helfen, dieses “locked room mystery„ zu entschlüsseln.

Und noch ein Buch für Liebhaber des Horror-Fachs sei hier empfohlen, “Okkult„ von Peter Straub. Kein Grusel von der Stange und mehr als nur eine Fingerübung des Autors, der sich einst als “ernsthafter" Literat und Dichter versuchte.

Wir vom Phantastik-Couch Team hoffen, dass für jeden Phantasten mindestens eine Lektüre dabei ist, die den nun milder werdenden Tagen Spannung und Würze verleiht.

Einen schönen Mai wünscht Ihnen
Eva Bergschneider