Liebe Leserinnen und Leser,

so, jetzt noch einmal diesen Donnerstag Feiertag, und dann haben wir die kurzen Wochen leider wieder hinter uns, die gerade den Wonnemonat Mai – wenigstens für mich – immer besonders wonnig machen. Aber die Abende werden im Juni länger und damit die Chancen größer es sich mit einem phantastischen Buch auf dem Balkon, im Schwimmbad oder auf dem Sofa bequem zu machen und mysteriöses, horrormäßiges oder schlicht fantastisches Kopfkino zu erleben. Wir von der Phantastik-Couch haben dieses Mal wirklich einige Top-Titel ausgegraben, damit das auch gut klappt.

In unserem Buch des Monats "Bookman„ des israelischen Autors Lavie Tidhar kann man mit dem Protagonisten den gefährlichsten Terroristen Londons im viktorianischen London treffen. Ein schillerndes, surreales Steampunk-Abentuer wartet!

Der 21. Dezember verspricht ja dieses Jahr den Weltuntergang. Statt dies nur als für die xte detailverliebte alles-stürzt-zusammen-Action frei nach Emmerich zu nutzen lässt Julian Frost (ein Pseudonym von Susanne Gerdom) lieber in “Last Days on Earth„ ein charmantes Ermittlerduo, das aus weißer Hexe und Dunkelmagier besteht agieren. Humorvoll und so gar nicht von der Stange starten sie den Versuch, doch noch die Welt zu retten. Daumen hoch dafür.

Apropos Weltuntergang: in dem Horror-Thriller “Die Wandlung„ entführt Adam Baker den Leser ins ferne Polarmeer. Dort sitzt auf einer Ölinsel ein Team von 15 Menschen fest, da die Welt sie verständlicherweise leider ein wenig aus den Augen verloren hat, da eine Epidemie grassiert und Menschen global zu seltsamen Zombies mutieren lässt. Der Trupp muss selbst sein Schicksal in die fröstelnde Hand nehmen, um zu überleben.

Manchmal ist es gar nicht so einfach, einem Buch einen Genre-Stempel aufzudrücken. Wir haben nach reiflicher Überlegung “Die Fahrt des Leviathan„ als Science Fiction eingeordnet, aber da sollten Sie sich selbst ein Bild machen. Es geht um eine Alternativwelt der besonderen Art: das fiktive Karolina, einzige Provinz des Preußischen Königreichs. Intelligent wird in diesem Mix aus Historienroman, Krimi und Thriller die Kernfrage der SF und Phantastik gestellt: Was wäre wenn?

Manchmal sind zwar deutsche Titel etwas rätselhaft wie in “Vom Tode verwest„, da ist der Originaltitel “The Enterprise of Death" sicher verständlicher. Aber auf jeden Fall empfehlen wir dieses im Jahr 1516 spielende, um die Aspekte des Todes kreisende Werk von Jesse Bullington sehr, denn es ist ein fantastisches Werk jenseits der Mainstream-Fantasy.

Wir versuchen nicht nur bei unseren Rezensionen hinter die Kulissen zu blicken und dementsprechend sprachen wir in unserem Juni-Interview mit dem deutschen Schriftsteller Stephan Russbült Aug in Aug über trockenen Humor, Dämonen und Vorbilder.

Aber auch Engelsseher, eine gekonnte Horror-Persiflage und temporeiche, gar nicht Harmony-versprechende SF und vieles mehr hat auf unserer Juni-Phantastik-Couch einen Platz gefunden.

Neugieriges Klicken und einen schönen Juni wünscht von Herzen dementsprechend

Verena Wolf