Bighead von Edward Lee

Buchvorstellung

Bighead von Edward Lee

Originalausgabe erschienen 1997unter dem Titel „The Bighead“,deutsche Ausgabe erstmals 2012, 352 Seiten.ISBN 3865521614.Übersetzung ins Deutsche von Manfred Sanders.

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In Kürze:

Ein brutaler, obszöner Thriller! Nachdem sein Großvater gestorben ist, sitzt Bighead ganz alleine in der Hütte irgendwo im tiefen Wald von Virginia. Als das letzte Fleisch verzehrt ist, treibt ihn der Hunger hinaus in die »Welt da draußen«, von der er bisher nur von seinem Opa gehört hat …Wer oder was ist der Bighead? Wieso hat er einen Kopf so groß wie eine Wassermelone? Ist er ein mutierter Psychopath? Was er auch immer ist, Bighead ist unterwegs und hinterlässt eine Spur aus Blut und Grauen. THE BIGHEAD gilt als das »most disturbing book«, das jemals veröffentlicht wurde. Mancher Schriftsteller wäre über solch eine Einordnung todunglücklich, doch nicht Edward Lee – er ist stolz darauf.

Ihre Meinung zu »Edward Lee: Bighead«

Coelln zu »Edward Lee: Bighead«29.05.2016
Wer »große« Literatur im Gore-Bereich erwartet, wird bestimmt enttäuscht sein, wenn Edward Lee es krachen lässt. Wer aber extremen Horror, durchgeknallte Charakteren, Brutalität um der Brutalität willen und Pornografie, die den Graubereich überschreitet und sich von keinerlei moralischen Hemmungen einbremsen lässt, erleben möchte, ist bei »BIGHEAD« richtig. Lee schreibt kompromisslos brutal und obszön und lässt der Fantasie des Lesers nicht viel Raum. Auch ohne dass er die extrem brutalen Szenen mit voyeuristischen Details beschreibt, sind seine Darstellung so präzise, dass sich blut-, sperma- und vaginalsafttriefenden Bilder schnell und sehr präzise aufbaut.
Lee schockiert, er will grausam und unmenschlich sein, und er lässt keine Zweifel daran aufkommen, dass es ihm gefällt, sich in Gewalt, Exkrementen und jeder Art von Abscheulichkeiten zu suhlen. Das ist keine große schriftstellerische Kunst, da gibt es keinen gesellschaftkritischen Überbau, keine ausgeklügelte Entwicklung von Charakteren und keine überraschenden Wendungen - da wird einfach eine Handlung entwickelt, die es ermöglicht, einen Mord, eine Vergewaltigung, eine Folter oder eine Zerstücklung pro Seite in einem simplen Handlungsbogen miteinander zu verknüpfen. Lee entwickelt also mehr oder weniger einen schmalen, geraden Pfad, um den Leser schnellstmöglich von einem Exzess zum nächsten zu führen. Nebenbei spielt er ein bisschen mit der Sprache, um das Primitive und das Asoziale seiner Charakteren zu verdeutlichen; in der wörtlichen Rede bestimmt ein passendes Stilmittel, im beschreibenden Absätzen irritiert es meistens. Hier könnte er mit Beschreibungen mehr erreichen, zu mal er bestimmte gesellschaftsschichtenbeschreibende Accessoires mit einer teilweise ermüdenden Häufigkeit anführt.
Die Handlung ist insgesamt konsequent; zwei verschiedene Handlungsstränge laufen nach einer Zeit zusammen und gemeinsam weiter, um dann in einer etwas merkwürdigen fantastischen Lösung aufzugehen. Da zu diesem Zeitpunkt aber bereits alle Gewaltexzesse durchlebt worden sind und sich die Zahl der Aktuere im Blutrausch des Buches dramatisch reduziert hat, findet das Buch hier ein kurzes, eher uninspiriertes Ende. Aber der Leser erwartet hier auch keine Erkenntnisse, die ihm als Motive für seine Lebensplanung dienen könnten - wenn er bis zum Ende durchhält, hat die Ration an Gewalt erleben dürfen, die er sich beim Kauf des Buches erhofft hat.
Man muss einen Autor wie Lee und seine brutale, bluttriefende und obszön-pornografische Schreibe nicht mögen; man wird allerdings auch nicht gezwungen, seine Bücher zu lesen. Wer also moralische, mentale oder ästhetische Grenzen nicht überschreiten möchte und keinen morbiden Reiz dabei empfindet, knietief durch Blut, Sperma, zerfetztes Fleisch, Nasenrotz und eiternde Wunden zu waten, der sollte die Finger von Lees Werken lassen. Wer aber erfahren möchte, bis zu welchem Level er seine Würge- und Schnappatmungsreflexe beherrschen kann, der findet bei Lee durchaus Erlebnisse im Grenzbereich des Erträglichen.
Alcman zu »Edward Lee: Bighead«30.01.2015
Also, viel kann ich über das Buch nicht schreiben. Es ist, wie überall angekündigt, ziemlich brutal, pervers und an manchen Stellen zum würgen eklig.
Es ist letztendlich ein einfacher Slasher bzw. Splatter bei dem, zumindest für mich, nie wirklich Spannung auf kam. Eine (gute) Story ist quasi nicht vorhanden und am Ende musste ich mir echt an den Kopf langen und grinsen. Einziger Pluspunkt ist für mich "Jesus", welcher dem Priester zum Ende hin öfters erscheint.

Fazit: Ein Buch, welches ich nun gelesen habe und wohl nie wieder rauskramen werde. Und ich will sicherlich nicht die Brutalität kritisieren. Wusste ja Bescheid und war überhaupt erst der Grund/Reiz es zu lesen. Kritisieren muss ich die, für mich, fehlende Spannung und fehlende Story. Und vorallem das lächerliche, sehr schnell abgewickelte Ende. In meinen Augen leider ungenügend.
meni77 zu »Edward Lee: Bighead«01.08.2014
Wow, harter Stoff muss ich sagen, der Autor nimmt kein Blatt vor den Mund und teilt uns seine kranken Gedanken mit. Er fädelt zwischendurch zum Teil pornogetränkte Passagen ein, welche sehr stark zur Perversität neigen. Wirklich nicht jedermanns Sache und der Verlag warnt auf dem Cover auch ausdrücklich davor. Der Schluss wirkt für mich auch an den Haaren herbei gezogen, geht dann vom Thriller in die Horrorschiene. Vielleicht ahmte er auch ein bisschen Ellis nach, mir kam es schon so vor, wie wenn er noch einen Drauf setzen wollte, werde Herrn Lee durchaus noch eine Chance geben, aber an American Psycho werden noch viele Autoren der Gegenwart scheitern. Von mir gibt's 70 Grad
1 von 2 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
SpaceLord zu »Edward Lee: Bighead«06.11.2013
Edward Lee ist ein kranker Mensch, das muss man einfach mal so sagen. Er schreibt durchtriebene, sexuell anzügliche, brutale, verschrobene, gewaltverherrlichende Geschichten. Und ist damit sehr, sehr erfolgreich,
Dank dem wunderbaren Festa-Verlag jetzt auch in Deutschland, denn 2012 sind 4 Titel von ihm erschienen, 2013 folgten 2 weitere, und 2014 soll es wieder so einiges geben. Der Mann hat in Amerika Kultstatus, wird als King of Extreme Horror titulliert. Und ich als Horrorfan habe da natürlich erstmal zugegriffen, um mir das Werk des angeblichen Großmeisters mal genauer anzusehen.
Was zuerst auffällt ist die Sprache des Buches. Denn viele Passagen (etwa ein drittel des Romans) sind au der Perspektive Bigheads geschrieben. Und diese Sprache ist einfach abstoßend. Sie ist grammatikalisch ein Graus, sie ist voller Fäkalbegriffe und sehr schwer lesbar, zumindest zu Beginn. Doch mit der Zeit entwickelt man ein Gespür dafür, was Lee hier will und man lässt sich darauf ein - sollte man zumindest, denn ansonsten kann man das Buch gleich gegen die Wand schmeißen. Denn auch die beiden anderen Hinterwädler, die fröhlich mordernd ihre Kreise ziehen, haben einen eigenen Erzählstil für sich gepachtet, und der ist recht ähnlich, wenn auch nicht ganz so schlimm wie der der Bighead-Stücke.
Die Story um das mutierte Monster ist sehr simpel. Es gibt in der Story aber trotzdem tiefgründige Charaktere, so zum Beispiel der dauerverärgerte Pfarrer, der eine Schwäche für Alkohol hat und nur an Sex denkt. Grade in den Szenen mit ihm merkt man, das Lee ein richtig guter Schriftsteller ist, nur halt nicht immer.
In Bighead setzt er größtenteils auf Schockmomente. Und auch diese Kunst beherrscht EL, was er da an Gedärmen, Vergewaltigungen, Zerstückelungen, abartigen Morden und bestialischen Schlachtfesten abliefert, geht auf keine Kuhhaut.
Doch alles ist im Rahmen des Erträglichen, mit einem guten Magen und Erfahrung als Horrorleser hält man das schon aus. Nur in einer Szene geht Lee zu weit, nämlich in der, in der er den Missbrauch eines alkoholkranken Vaters an seinen beiden Kindern schildert, als sei es ein freudiger Luststreifen. So etwas muss nicht sein!
Ansonsten ist grade das Ende das I-Tüpfelchen auf der Geschichte, so was geiles sieht man selten, hier beweist EL nochmal so richtig Mut!
Generell ist das Buch ein Beweis dafür, dass es immer wieder Leute gibt, die mit Spaß an der Sache alle Grenzen überschreiten. Und Lee geht weiter, als sich je jemand gewagt hat, er hintergeht den guten Geschmack nicht nur, er sticht ihn kaltblütig ab und pflanzt seinen Samen in ihn, damit aus dem Toten eine neue Gestalt erstehen kann, die mit kräftigen Zügen hinten den Horizont des machbaren Maßes an Brutalität schwimmt und ... genug des Sinnbildes.

Fazit:

Toll, der Zenit aller Backwood-Stories, ein Buch, das man sich trauen muss, aber man wird dafür belohnt!

Cheers,

SpaceLordMF
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Buboter zu »Edward Lee: Bighead«22.10.2012
Lee konnte mich leider nicht überzeugen. Kapitel für Kapitel ergeht er sich in Wiederholungen. Beschreibt immer das Gleiche in immer gleicher Form. Die Handlung schleppt sich so voran.

Wenn man die Seiten, die für die Handlung notwendig sind, zusammenfasst, bleibt man bestenfalls eine Novelle.

Bei zwei bzw. drei Figuren bin ich mir bis jetzt nicht sicher, welchen Zweck sie erfüllen sollten. Bis zum Schluss gingen sie nur einer Handlung nach und selbst im Showdown, haben sie nicht anderes getan; nur der Ort war ein anderer.

Die Charaktere blieben bis zum Schluss reißbretthaft. Keiner wuchs einem ans Herz, mit keinem litt man mit.

Zum Schluss hatte ich das Gefühl, Lee ist nach ca. 300 Seiten eingefallen, dass er ja das Ganze irgendwie auflösen muss und da er keinen sinnvollen Gedanken hatte, lässt er das Buch plötzlich in eine komplett andere Richtung abdriften. Leider wenig überzeugende 20°
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chatty1968 zu »Edward Lee: Bighead«27.09.2012
Über den Autor:
Edward Lee gilt als obszöner Provokateur und führender Autor des extremen Horrors.

Der Verlag warnt ausdrücklich vor diesem Werk, da es überzogene Darstellungen von sexueller Gewalt enthält.

Buchklappentext:
Nachdem sein Großvater gestorben ist, sitzt Bighead ganz alleine in der Hüte irgendwo im tiefen Wald von Virginia. Als das letzte Fleisch verzehrt ist, treibt ihn der Hunger hinaus in "die Welt da draußen", von der er bisher nur von seinem Opa gehört hat ...
Wer oder was ist der Bighead? Wieso hat er einen Kopf so groß wie eine Wassermelone? Ist er ein mutierter Psychopath? Was er auch immer ist, Bighead ist unterwegs und hinterlässt eine Spur aus Blut und Grauen.

PROTAGONISTEN:
Bighead - lebt mit seinem Grandpap im Wald. Hat eine Kopf ungefähr der Größe und Form einer Wassermelone; schiefe und große Ohren; spitze Zähne; 2 unterschiedlich große Augen; Vater unbekannt - Mutter bei seiner Geburt gestorben (sagen die Leute)

Charity - in einem Waisenhaus aufgewachsen, führt ein eher biederes Leben

Jerrica - Journalistin und sexsüchtig

Annie - Charity's Tante, führt ein Gästehaus in Luntsville/Appalachen

Goop - ein etwas geistig zurückgebliebener Gehilfe von Tante Annie

Pater Alexander - seit 12 Jahren Priestger, soll eine alte Abteil in Luntsville restaurieren

Ball + Dicky - schmuggeln Alkohol über die Staatsgrenzen

STORY: Chartiy sucht über eine Zeitung eine Mitfahrgelegenheit nach Luntsville, um ihre Tante zu besuchen. So trifft sie auf Jerrica, die beruflich bedingt ebenfalls in die Appalachen möchte, um dort eine Reportage zu schreiben. Ball + Dicky, auf ihren täglichen Touren für die Schwarzbrennereien, vertrieben sich ihre Freizeit mit Folterungen, Vergewaltigungen und anschließendem Mord. Bighead lebt, nachdem sein Grandpap gestorben ist, alleine im Wald und muss sich irgendwie durchschlagen. Aufgrun der zahlreichen Ratschläge seines Großvaters streift Bighead im Wald umher um "in die Welt da draußen" zu gelangen. Er hat jedoch nur gelernt, daß dieser Weg über Vergewaltigung, das Essen der Eingeweide und Öffnen des Schädels, um an das Gehirn zu kommen, führt.
Aufgrund der perversen und vulgären Details beende ich hier meine Inhaltsangabe.

Ab etwa der Mitte des Buches verknüpfen sich die Geschichten der Protagonisten und etliche Geheimnisse werden gelüftet. So auch die Herkunft von Bighead.

Die Beschreibung und Warnung des Verlages vor dem "most distrubing book" hat mich neugierig gemacht. Lee beschreibt in seinem Buch eine Story, die nur so vor Gewalt, Mord, Psychoterror, Blut, Angst, menschlicher Vrachtung, Notgeilheit und vulgären Ausdrücken strotzt.

Der Schluß (die letzten 20-30 Seiten) passen meiner Meinung nach überhaupt nicht zur ganzen Geschichte und wären wohl eher im SF-Bereich anzusiedeln, wenn da nicht auch wieder sehr viel Gewalt im Spiel wäre. Aufgrund des Buchendes kann ich leider keine volle Punktzahl vergeben.
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Alexi1000 zu »Edward Lee: Bighead«11.09.2012
Junge, junge...verdammt schwer hier eine halbwegs vernünftige Rezi zu verfassen....

wer schon etwas von Lee gelesen hat, weiß worauf man sich einlässt...dieser Autor hat so richtig einen an der Wurzel.

Da ich schon einiges von Lee im englischen Original gelesen habe, war ich sehr gespannt, auf erste deutschsprachige Veröffentlichungen.
Bezeichnenderweise ist es mal wieder der geniale Festa - Verlag, der sich traut diesen Autor zu veröffentlichen, den sicher die meisten Verlage nicht mit der Kneifzange angefasst hätten...

BIGHEAD nun geniesst im englischsprachigen Raum (zumindest dato 1997 bei Erscheinen) den zweifelhaften Ruf des "verstörendsten" Romans, der je geschrieben wurde, und das kann ich eigentlich nur unterstreichen!

war ich schon einiges von Lee gewohnt, schlägt dieser hier echt dem Fass den Boden aus...schier unglaubliche Abstrusitäten werden dem Leser hier um die Ohren gepfeffert, die mich ein ums andere mal tatsächlich zum "Würgen" brachten...

in Anbetracht, doch einiger überraschender Storywendungen möchte ich hier nicht näher auf den Inhalt eingehen, nur eine unbedingte Warnung aussprechen:

WIRKLICH NUR LESEN, wenn man sicher ist sich darauf einzulassen sehr böse Sachen geschildert zu bekommen...

interessanterweise zieht sich unterschwellig ein sehr feiner schwarzer Humor durch Lee' s "Machwerk", so dass man zwischendurch immer mal ein paar "erlösende" Lacher setzen kann...

eigentlich seltsam, dass bei (zum Zeitpunkt dieser Rezi) 8 abgegebenen Stimmen im Gradmesser fast haargenau 50 Prozent zustande kommen.

Ich interpretiere das so: die Hälfte hat erbost fast kein Grad vergeben, die andere Hälfte hat den Spaß verstanden (und nicht ZU ernst genommen) und volle Punktzahl verteilt...

ich für meinen teile schäme mich nicht zu sagen: er hat mir gefallen...90°.

...bin ich Krank???

...who cares....

;-)
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