Feuersterns Mission von Erin Hunter

Buchvorstellungund Rezension

Originalausgabe erschienen 2007unter dem Titel „Firestar\\\'s Quest“,deutsche Ausgabe erstmals 2010, 560 Seiten.ISBN 340781075X.Übersetzung ins Deutsche von Klaus Weimann.

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In Kürze:

Feuerstern verlässt den Wald und lüftet das Geheimnis des WolkenClans. In düsteren Träumen erscheinen Feuerstern unbekannte Katzen auf der Flucht, ein ganzer Clan in Not und Elend. Wer sind diese fremden Katzen? Welches schreckliche Unglück ist ihnen widerfahren? Feuerstern geht seinen Träumen auf den Grund und kommt einem uralten Unrecht auf die Spur. Zusammen mit seiner Gefährtin Sandsturm bricht er zu einer Mission auf, die sie weit aus dem vertrauten Wald führt. In fernen Felsenlandschaften entdecken sie Spuren der Katzen aus Feuersterns Träumen. Und Feuerstern steht auf einmal vor der riesengroßen Aufgabe, einen neuen Clan zu gründen …

Das meint Phantastik-Couch.de: „Vom Leben an der Grenze“78

Fantasy-Rezension von Almut Oetjen

Zwischen den vier Clans der Warrior Cats herrscht Frieden, sie respektieren ihre Grenzen. Feuerstern, der Anführer des DonnerClans, wird von Träumen heimgesucht, in denen Katzen an eine, ihm unbekannten Ort nach ihm rufen und einer Katastrophe ausgesetzt scheinen. Hinzu kommt, dass die Menschen, die Zweibeiner, ihren Lebensraum weiter rücksichtslos ausweiten und der DonnerClan, der ihnen am nächsten lebt, bedroht ist.

Feuerstern erfährt, dass die Vorfahren der Katzen im SternenClan, die über die Clans auf der Erde wachen, ihn belogen haben. Blaustern erzählt ihm, dass es früher einen fünften Clan gegeben hat, den HimmelsClan, der von den anderen Katzen aus dem Wald vertrieben wurde, als die Zweibeiner begannen, ihren Lebensraum einzuengen. Feuerstern begibt sich mit seiner Gefährtin Sandsturm auf die Suche nach dem Ort aus seinen Träumen.

Baustein eines Großprojekts

Nach Abschluss der sechs Bände umfassenden ersten Staffel der Serie „Warrior Cats“ auf dem deutschsprachigen Buchmarkt erscheint mit „Feuersterns Mission“ das erste „Special Adventure“; im Original liegen mittlerweile drei als „Super Editions“ vor. Das Buch soll die Wartezeit zwischen „Stunde der Finsternis“ und „Midnight“, der im Frühjahr 2011 in deutscher Übersetzung erscheint, gefühlsmäßig verkürzen. In den USA sind bereits drei Staffeln mit je sechs Bänden abgeschlossen, die vierte „läuft“ derzeit. Hinzu kommen drei Bände der Super Edition, sechs Bücher zweier Sonderserien, etliche Companion Books und Graphic Novels – bislang insgesamt mehr als vierzig Veröffentlichungen seit 2003.

Wie für die Serie üblich, ist das Erscheinungsbild des Buches exquisit. Das Buch beginnt mit einer sieben Seiten langen Auflistung der „Hierarchie der Katzen“, der Clans und ihrer Mitglieder. Es folgen auf rund 540 Seiten ein Prolog, 36 Kapitel und ein Epilog. Der Geschichte lässt sich auch ohne Kenntnis der Serie gut folgen.

Ein moderner Fantasy-Western

Die KatzenClans erinnern an Stammesgesellschaften, der Lebensraum ist aufgeteilt, jeder Clan ist an die spezifischen Lebensbedingungen angepasst, es gibt eine Hierarchie mit Anführern, Kriegern, Schülern, Ältesten (Ehemalige im Ruhestand), Heilern. Schüler durchlaufen einen Initiationsritus, in dem sie zu Kriegern werden und einen neuen Namen erhalten.

„The Frontier“, das Grenzgebiet im amerikanischen Western, wird von den Zweibeinern (der Krone, die sich die Schöpfung unterwerfen will) überschritten, die den Lebensraum der Warrior Cats (derer, die im Einklang mit der Natur leben) zunehmend verkleinern und die „Naturvölker“ verdrängen. Hier scheinen bekannte Dichotomien auf: Stadt vs. Land, Zivilisation vs. Wildnis. Die Hauskatzen werden von den Wildkatzen verstanden als Domestizierte, die den Weg des Zweibeiners gehen und sich auch in der Qualität der Namensgebung unterscheiden. So heißen die Freunde des Trockenfutters „Klops“, „Flocke“, „Boris“, „Linus“ und „Cora“, statt „Feuerstern“, „Wolkenschweif“, „Dornenkralle“ oder „Leopardenstern“.

Ein Hauptthema des Buches ist der Konflikt zwischen den persönlichen Vorstellungen vom Leben und dem gesellschaftlichen Korsett. So muss dem Gesetz der Krieger Folge geleistet werden, obwohl dadurch persönliche Nachteile entstehen. In „Feuersterns Mission“ wird das gesellschaftliche Regelwerk auf fundamentale Weise erschüttert, als Feuerstern vom Betrug der Vorfahren erfährt. Feuersterns Suche platziert ihn außerhalb seines Clans und des Gesetzes der Krieger, stellt vieles in Frage, an das er bislang unerschütterlich geglaubt hat.

Interessantere Nebenfiguren

Feuerstern und Sandsturm sind zwar die Hauptfiguren, erscheinen bei aller Sympathie aber insgesamt zu glatt gebürstet. Da sind einige der anderen Katzen als Charaktere wesentlich interessanter, so Spatzenpfote, und sorgen durch ihr Verhalten und ihre Äußerungen für Komik, Spannung und Abwechslung in dieser im Kern sehr ernsten Geschichte. Gleichwohl verhält sich Feuerstern in wenigen Momenten eher dumm, was weniger der Figurenanlage als der Dramaturgie zuzurechnen ist, so, wenn er durch sein Handeln für den Tod eines Gefährten verantwortlich wird. Darüber hinaus versteigt er sich als echter Führer auch noch zu der Behauptung, dieser Todesfall sei im Interesse des Clans.

„Feuersterns Mission“ ist ein fantasievolles und leicht zugängliches Buch, das mit einem geringen Wortschatz und einfachen Sätzen auskommt. Die Geschichte wird klar und eindeutig erzählt. Sie arbeitet – darin Hollywood ähnlich – mit vielen Redundanzen, wodurch das Lesen vereinfacht wird. Das Buch ist primär für jugendliche Leser geschrieben, auch wenn es mitunter als Kinderbuch adressiert wird. Für nicht wenige Kinder mag es jedoch bisweilen zu harte Kost sein. Generell ist es Literatur für Liebhaber von Katzen und anderen Mäusefressern, für Leser, die sich nicht bedingungslos auf Autoritäten wie einen SternenClan einlassen wollen, sondern kritisch hinterfragen und selbst nachdenken möchten.

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