Durch das Schwert von F. Paul Wilson

Buchvorstellungund Rezension

Durch das Schwert von F. Paul Wilson

Originalausgabe erschienen 2008unter dem Titel „By the Sword“,deutsche Ausgabe erstmals 2015, 464 Seiten.ISBN 3865523080.Übersetzung ins Deutsche von Vincenzo Benestante & Sabina Trooger.

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In Kürze:

Ein Routineauftrag für Jack: Ein gestohlenes altes Katana-Schwert wiederbeschaffen, dessen Besitzer den Diebstahl nicht der Polizei melden kann. Erstaunlich nur, dass jemand überhaupt ein Interesse daran hat, das vergammelte Stück Metall zurückzubekommen. Jack findet schnell eine Spur, der Auftrag scheint ein Kinderspiel – aber plötzlich sterben alle, die mit dem Schwert in Berührung kommen, eines gewaltsamen Todes. Als dann auch noch ein uralter japanischer Kult New York mit einer Massenvernichtungswaffe bedroht, muss Jack all seine Fähigkeiten aufbieten, um diese Angelegenheiten auf seine unvergleichliche Art wieder in Ordnung zu bringen.

Das meint Phantastik-Couch.de: „Ein tödlicher, schwarzer Wind weht über New York“87

Horror-Rezension von Carsten Kuhr

Was waren das doch für einfache, fast schon geruhsam zu nennende Zeiten, als Handyman – oder wie er im Original treffender heisst Repairman Jack – sich noch „nur“ um das Richten von Unrecht kümmern durfte – für Gold, Krügerrand werden bevorzugt – sorgte er mit oft etwas gewaltsamen Mitteln dafür, dass die Gerechtigkeit ein klein wenig aufholen konnte, dass die Bösen ihre eigene Medizin zu schlucken bekamen.

Seit einiger Zeit aber sind diese fast beschaulich wirkenden Tage passee. Seit die Andersheit ihn zu ihrem Kämpen erkoren hat, der Widersacher und dessen Agent Rasalom sich anschickt, die Erde und all ihre Bewohner der Folter, dem Untergang und der Vernichtung preiszugeben ist sein Leben noch ein wenig chaotischer geworden.

Sein ungeborenes Kind hat der Konflikt ihn schon gekostet, die Sache ist persönlich geworden und auch die Frau mit dem Hund, sowie Glaeken, der einst unsterbliche Kämpfer der Andersheit unterstützen ihn, doch immer noch, sieht es nicht gut aus, was die Chance, die Katastrophe zu verhindern, anbelangt.

Da kommt es ganz gut, dass quasi zwischendrin ein normaler Auftrag ansteht. Es geht um ein mittelalterliches Katana, von einem der Meisterschmiede der Samurai gefertigt, das seinem Besitzer gestohlen wird. Dass dieses, seit es der Bombe von Hiroschima ausgesetzt war, eine besondere Aura umgibt, dass Seher wie Wissende ihm eine besondere Rolle beim letzten Kampf zuschreiben ahnt Jack noch nicht, als er sich auf die Suche macht – nicht ahnend, dass die Kicker, die Yakuza und eine ausgelöscht geglaubte Japanische Todessekte das legendäre Schwert ebenso suchen.

Damit noch nicht genug, hat natürlich auch Rasalom eine Finger im Spiel, als es mitten auf einer aufgegebenen Müllhalde New Yorks zum Show-Down Jeder gegen Jeden kommt . …

Das Tempo nimmt zu, die Romane gehen fließend ineinander über

Vorhang auf zum großen Showdown – den wir ja, wenngleich aus anderer Sicht erzählt (Nighworld, dt. bei Festa), bereits kennen. Bis dahin aber verfolgen wir gespannt und fasziniert mit, wie Jack im Spiel der beiden kosmischen Wesenheiten fast zum hilflosen Spielball wird. Darüber hinaus spitzen sich die Ereignisse deutlich zu. Man merkt Wison an, wie er seine Protagonisten und ihre Widerparts in Position bringt, wie das Tempo noch weiter zunimmt, und die Spannungskurve weiter steigt.

Wie der Autor selbst in seinem Vorwort ausführt, sind die Romane, eben weil sie auf das Finale hin zulaufen, gegeneinander nicht mehr klar abgegrenzt, setzen die Bücher an exakt der Stelle an, an der der vorige Band geendet hat. Um so erstaunlicher, dass Frank Festa, von dem bekannt ist, dass er höchsten Wert auf werkgetreue Übersetzungen legt, erneut ein neues Übersetzerteam mit der Übertragung beauftragt hat. Dass das Lektorat von einem der versiertesten Wilson-Kenner und Übersetzer erfolgte, sorgte dafür, dass Ungereimtheiten weitgehend ausgemerzt wurden und sich das Buch rund liest.

Auffallend, dass es vorliegend deutlich härter, blutiger und brutaler zugeht, wie wir dies von der frühen Repairman Jack Bänden her kennen. Die maßgebenden Figuren sind weitgehend eingeführt, so dass der Autor den dadurch eingesparten Platz dafür nutzt, uns eine Melange aus Thrillerthemen, Geheimnissen und Merkwürdigkeiten zu präsentieren, die, so abstrus sie eigentlich wirken, in ihrer Summe doch überzeugen. Da mischen sich Yakuza mit einer Todessekte, weltweite Konzerne mit Sektenanhängern und doch liest sich die Mischung faszinierend. Grund dafür sind neben den bekannten Figuren insbesondere die Fähigkeit des Autors Anleihen bei Filmen und Büchern zu etwas ganz Eigenem zu verschmelzen und dabei ein unheimlich hohes Tempo vorzulegen. Der Kampf der drei Parteien, der den Höhepunkt des Romans darstellt erinnert an einen Film von Quentin Tarantino und bannt den Leser an die Seiten.

So ist dies, obwohl nur ein verbindender Band eine Tour de Force, ein atemberaubender Thriller, den man aber ohne die Kenntnis des Serienhintergrundes kaum wird begreifen können. Die Fans aber dürften begeistert sein und ungeduldig dem nächsten Band entgegenfiebern.

Ihre Meinung zu »F. Paul Wilson: Durch das Schwert«

Christine zu »F. Paul Wilson: Durch das Schwert«07.05.2015
"Ungeduldig dem nächsten Band entgegenfiebern?" Nee, Ich habe bereits alle Fingernägel abgekaut, alle Haare ausgerauft und bin Handyman-technisch nur noch ein Nervenwrack! Dabei muss ich wohl noch sehr lange auf den nächsten Band warten. Die Story nimmt jetzt an Rasanz zu und man merkt, dass sich die finale Auseinandersetzung immer mehr nähert. Lesern, die die vorhergehenden Romane um Jack nicht kennen, rate ich ganz vorne anzufangen, mindestens bei "Im Kreis der Verschwörer". Ansonsten bekommt man die Zusammenhänge nicht auf die Reihe, auch wenn die Romane bis jetzt in sich abgeschlossen waren. Die rote Linie, die sich durch die Serie zieht, lässt sich aber leichter verstehen, wenn man früh mit der Handlung einsetzt.
Ich übe mich außerdem noch in Zurückhaltung, was die letzten drei Bücher des Adversary-Zyklus angeht. Zumindest "Nightworld" möchte ich wirklich als allerletztes lesen. Ob ich das wirklich durchhalte, so lange zu warten?
Bitte, bitte, Herr Festa, ab jetzt jedes Jahr ein Handyman-Jack Roman. Oder halbjährlich? Oder doch noch ein wenig schneller? . . .
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