Frank Belknap Long

Frank Belknap Long, Jr. wurde am 27. April 1901 im New Yorker Stadtteil Manhattan geboren. Die Stadt verließ er in den mehr als neun Jahrzehnten seines Lebens selten. Long stammte aus einem wohlhabenden Haus, was ihm ermöglichte, 1920 ein Studium der Journalistik an der New York University aufzunehmen. Er setzte es später an der Columbia University fort, ohne es jedoch jemals abzuschließen.

Stattdessen beschloss Long sich als Schriftsteller zu versuchen. Seit 1919 gehörte er eine Gruppe von Hobby-Autoren – der „United Amateur Press Association“ – an, deren Mitglieder ihre Werke einander zur Lektüre zuschickten. Zu Longs Lesern gehörte auch Howard Phillips Lovecraft (1890-1937), der durch die Story „The Eye Above the Mantel“ (1921) auf den jungen Kollegen aufmerksam wurde. Lovecraft ermunterte und förderte Long, dessen Talent er erkannte. Ende der 1920er Jahre arbeiteten sie eine Weile als Ghostwriter für unbegabte aber betuchte Möchtegern-Autoren zusammen. Sie blieben enge Freunde bis zu Lovecrafts frühem Tod 1937.

„The Desert Lich“ wurde 1924 Longs erste professionelle Veröffentlichung. Die Kurzgeschichte erschien im Magazin „Weird Tales“, und Long ließ ihr dort in den nächsten drei Jahrzehnten zahlreiche Storys folgen. Auch in anderen „pulps“ veröffentlichte er Horror- und Science-Fiction-Geschichten. Als die Magazine nach dem II. Weltkrieg allmählich eingingen, wandte sich der stets professionell für den Lebensunterhalt schreibende Long dem Taschenbuchmarkt zu und verfasste eine lange Reihe primär abenteuerlicher Genre-Romane. Unter dem Namen seiner Gattin Lyda (Arco) Belknap Long schrieb er zusätzlich Grusel-Schnulzen für ein weibliches Publikum.

In der zweiten Hälfte der 1970er Jahre verebbte Longs Schaffenskraft. Da er den Verbrauchsbuchmarkt nicht mehr mit neuen Werken beschicken konnte, wurde das Geld knapp. Die letzten Jahrzehnte seines Lebens lebten Frank und Lyda Long in großer Armut. Frank Belknap Long starb am 3. Januar 1994 und wurde zunächst in einem Armengrab beigesetzt. Freunde sammelten Geld für ein Familiengrab, in das Long umgebettet und in dem auch Lyda, die ebenfalls 1994 starb, bestattet werden konnte. [Michael Drewniok]