Der Jesus-Zwischenfall von Frank Herbert & Bill Ransom

Buchvorstellungund Rezension

Der Jesus-Zwischenfall von Frank Herbert & Bill Ransom

Originalausgabe erschienen 1979unter dem Titel „The Jesus Incident“,deutsche Ausgabe erstmals 1982, 431 Seiten.ISBN 3-453-30737-2.Übersetzung ins Deutsche von .

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In Kürze:

Einst hatte es auf der Mondstation begonnen. Eine kleine Gruppe von Wissenschaftlern wurde damit beauftragt, ein künstliches Bewußtsein zu entwickeln. Der Versuch gelang. Ein übermächtiger Cyborg, „DAS SCHIFF“, und es behrberrschte die Menschen, die es in seinem Inneren beherbergte, wie ein Gott und forderte Verehrung. Nach einem langen Raumflug erwachen die Menschen aus dem Kälteschlaf. SCHIFFS Macht ist noch gewachsen. Es hat einen erdähnlichen Planeten entdeckt, Pandora, der tödliche Geschöpfe beherbergt, die bald den Brückenkopf der Kolonisten belagern und ein rätselhaftes intelligentes Kollektivwesen, das die Tiefen der Meere bewohnt. Durch Klonen menschlicher Zellen mit einheimischem Zellmataerial versuchen die Wissenschaftler den Menschen der fremden Umwelt anzupassen, doch sie scheitern. SCHIFF sabotiert ihre Arbeit, such selbst eine andere Lösung. Pandora ist die Hölle. Doch es gibt kein Zurück. Die Erde existiert nicht mehr – behauptet SCHIFF. Aber SCHIFFS Wege sind unergründlich. Jagt SCHIFF die Menschen durch die Hölle, damit sie eines Tages das Paradies schauen? Läßt SCHIFF die Menschen unsägliches Leid erdulden, damit sie des Glücks teilhaftig werden können, wie die junge Frau, die SCHIFF durch die Zeiten hinabtauchen läßt, damit sie Zeugin von Jesu Kreuzestod wird? Oder ist alles nue eine gigantische Simulation, bei der SCHIFF seine Macht erprobt?

Das meint Phantastik-Couch.de: „Der Gott fordert Verehrung“80

Science-Fiction-Rezension von Michael Matzer

Wie man sieht, verknüpft das Autorengespann Herbert/Ransom Themen der SF mit der Religion. Das hat Herbert ja schon in „Der Wüstenplanet“ und den Folgebänden getan. Herbert erzählt lediglich die Schöpfungsgeschichte (vgl. das Buch Genesis) rückwärts, so dass er schließlich wieder im Paradies (Himmelfahrt!) landet.

Mit dem „Schiff“ haben die irdischen Wissenschaftler unfreiwillig ein mächtiges künstliches Bewußtsein geschaffen. Es beherrscht die Menschen, die es in seinem Innern beherbergt, wie ein Gott und fordert Verehrung.

Nach einem langen Raumflug zu einer fernen Koloniewelt erwachen die Menschen nun aus dem Kälteschlaf. Schiffs Macht ist noch gewachsen. Es hat einen erdähnlichen Planeten entdeckt, Pandora, der tödliche Geschöpfe beherbergt. Diese belagern schon bald den von den Kolonisten gebildeten Brückenkopf. Ein rätselhaftes intelligentes Kollektivwesen, der Kelp, der in den Meerestiefen lebt, wird entdeckt.

Durch das Klonen von menschlichen Zellen mit einheimischem Zellmaterial versuchen die Wissenschaftler, den Menschen der fremden Umwelt anzupassen, doch sie scheitern. Schiff sabotiert nämlich ihre Arbeit, denn es sucht selbst eine Lösung.

Pandora ist zwar die Hölle, doch es gibt kein Zurück. Die Erde existiert nicht mehr, sagt das Schiff. Aber die Wege Schiffs sind unergründlich. Jagt Schiff die Menschen durch die Hölle, damit sie eines Tages das Paradies schauen? Oder lässt Schiff die Menschen unsägliches Leid ertragen, damit sie des Glücks teilhaftig werden können, wie die junge Frau, die Schiff durch die Zeiten hinabtauchen lässt, damit sie Zeugin vom Kreuzestod Jesu Christi wird? Oder ist dies alles nur eine gigantische Simulation, bei der Schiff seine Macht erprobt?

Die Kolonisten müssen sich anpassen

„Der Jesus-Zwischenfall“ ist ein planetarische Abenteuergeschichte mit philosophisch-religiösem Hintergrund. Hier untersucht Frank Herbert wie schon in „Der Wüstenplanet“ die Auswirkungen von religiösen Ideen: Dort ist es der Gottkaiser, Messias und Prophet, hier das Gottwesen selbst, das Verehrung und Unterwerfung fordert – und bekommt. Doch hier bewirkt das Göttliche harte prüfungen als Unterweisung. Hier wird nicht ein Planet erobert, eher ist das Gegenteil bezweckt: Die Kolonisten haben sich der Welt in ihren eigenen Genen anzupassen. Hier werden keine Drogen benutzt – die Bewußtseinserweiterung erfolgt direkt durch as Gottwesen. Die Dubiosität der Moral solcher Unterweisung ist offensichtlich: Der freie Wille ist ausgeschaltet.

Dieser Roman ist weitaus spannender als der vorhergehende und als der vierte Band des Zyklus („Der Himmelfahrt-Faktor“), vergleichbar nur mit dem Folgeband, „Der Lazarus-Effekt“ – man beachte die Verbindung aus religiösen und wissenschaftlichen Begriffen in den Titeln. Der Schiff-Zyklus ist einer der interessanteren Zyklen in der Science Fiction, die sich mit Religion und Wissenschaft beschäftigen.

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