Frau Meier: Bis(s) einer weint von Frau Meier

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Frau Meier: Bis(s) einer weint von Frau Meier

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In Kürze:

Edward, hör’ endlich auf zu jammern – und beiß zu! Millionen junger Frauen, Mütter und Großmütter weltweit sind der bis(s) zu Tränen rührenden Liebesgeschichte von Bella und ihrem Vampirschwarm Edward verfallen. Und die Millionen junger Männer, Väter und Großväter? Wurden schnöde vernachlässigt! Hier erfahren sie und alle anderen endlich, warum das langsamste Techtelmechtel aller Zeiten tatsächlich so lange gedauert hat. Die ultimative Parodie auf Stephenie Meyers Millionen-Bestseller.

Das meint Phantastik-Couch.de: „Gräulich statt erfreulich“14

Fantasy-Rezension von Verena Wolf

Die Bücher von Stephenie Meyer um die große Liebe von Mensch Bella und Vampir Edward sind einfach zu erfolgreich, um nicht Satiriker auf den Plan zu rufen. Wenn man ehrlich ist, reizt die Story auch jeden Zyniker wie ein entblößter Hals den Blutsauger. Die kompromisslose Romantik ohne jede Ironie, die großen Gefühle, die über immerhin drei Bände absolut blütenrein schmachtend bleiben, der wunderschöne Mann, die jugendliche introvertierte Heldin, die betörend-bedrohlichen Vampire und starken Werwölfe, der Kampf um die große Liebe inmitten einer verregneten, verschlafenen Kleinstadt. Man kann die Bücher durchaus schätzen und trotzdem das wunderbare Potenzial zur großen Veräppelung sehen.

Eine geheimnisvolle „Frau Meier“ hat die Gelegenheit beim Schopf gepackt und sich kaltblütig an die Bis(s)-Bestseller-Serie gewagt. Die Originalausgabe „Nightlight“ stammt von Autoren des nicht ganz so geheimnisvollen Satiremagazin „The Harvard Lampoon“, herausgegeben von der Harvard University in Cambridge, Massachusetts. Hier ist sie also, die „ultimative Parodie“ mit dem geistreichen Titel „Bis(s) einer weint“. Allerdings ist der Plan nicht wirklich aufgegangen. Oder der deutsche Titel meint ganz wörtlich den gequälten Leser, dann ist er prophetisch. Die Geschichte selbst ist überraschend holprig erzählt, so dass einem schon nach einigen Seiten ungläubig ein leichtes unwohliges Magendrücken heimsucht. Der Stil versucht keinesfalls, die Originalsprache der Bis(s)-Bücher nachzuahmen oder geistreich abzuwandeln, um vielleicht so Witz in die Sache zu bringen, sondern stümpert wild vor sich hin. Schade, das verschenkt viel.

Möchtegern-Schenkelklopferhumor statt Ironie

Was schlimmer ist, alles wirkt erzwungen und schlicht blöde. Dass die angebliche deutsche Autorin Frau Meier als Parodie auf „Stephenie Meyer“ heißt, zeigt ziemlich genau die Intensität des zu erwartenden Humors. Die eingebauten Gags Pointen zu nennen, wäre Hochstapelei, es reicht nur hie und da zu einem müden Lächeln. Wo soll man anfangen? Bella heißt hier Belle und Edward hier Edwarz. Na wenn das nicht zum Schreien komisch ist! Auf diesem flachen Niveau wird weiter verkrampft geblödelt. Man hat den Eindruck, die gerade einmal 206 groß bedruckten Seiten sind in einem runtergeschrieben worden, um möglichst schnell Kasse zu machen, ohne auch nur einmal einen goldenen Augenblick länger über eine Lustigkeit nachzudenken, die nicht sofort auf der Haha-hand liegt. Als besten Einfall fand ich noch, dass es auch hier die weißen Seiten gibt, die im Original nur mit den Monatsnamen beschriftet die leere Zeit in Bellas Leben anzeigen. Hier prangen nur böse die Zahlen 1-5 darauf, da Belle versucht fünf Sekunden geduldig abzuwarten. Aber viel mehr kommt dann auch nicht. Das dünne Büchelchen zieht sich erstaunlich. Die Parodie bleibt blutleer und langweilig. Selten macht etwas, das urkomisch sein soll, so wenig Spaß. Es ist so, als ob man dauernd von einem irren Clown einen aufgeblasenen Plastik-Baseballschläger über den Kopf gezogen bekommt und soll darüber lachen, aber es nervt nur und irgendwann geht es einfach an die Schmerzgrenze.

Im Vorwort steht: „Der Auftrag, die ultimative Parodie auf einen Vampir-Millionen-Bestseller zu schreiben, ist ihr zugetragen worden, als sie über ihre liebsten Hobbies nachdachte, zu denen durchtanzte Nächte und unwiderstehliche Männer, jedoch weniger Knoblauch und Kruzifixe gehören. Was aus dieser Idee wurde, kann man auf diesen Seiten lesen. Muss es aber nicht, man kann sich auch ein Loch ins Knie bohren.“

Schön, dass einem die Wahl gelassen wird. Auf einmal wird Selbstverstümmelung höchst attraktiv!

Ihre Meinung zu »Frau Meier: Bis(s) einer weint«

Nazar_Cicegi zu »Frau Meier: Bis(s) einer weint«07.07.2010
Ich hatte mir das Buch vorgemerkt, weil ich absoluter Bis(s)-Gegner bin und mich mit dieser Parodie noch mehr über die Story lustig machen wollte. Nachdem ich sämtliche Rezensionen vor dem Kauf gelesen habe, habe ich darauf verzichtet mein Geld zu verschwenden.

Ich muss allerdings sagen, dass genau aufgrund so vieler negativen Meinungen noch mehr Interesse geweckt wird und man sich selber überzeugen will. Mal sehen, vielleicht kriege ich es irgendwo als Mängelexemplar oder von jemandem geschenkt, der es keine Sekunde länger duldet, das Buch zu sehen ;-)
0 von 3 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Thomas Cohrs zu »Frau Meier: Bis(s) einer weint«03.07.2010
Wenn die "Werbung" das Produkt selber als überflüssig deklariert, funktioniert die Vermarktung dennoch oder gerade deshalb, wenn genug von dem Zeugs verkauft wird. Und sei es nur, weil es wieder einmal ausreichend Leute gibt, die in einer Sammlung, die sie auf absehbare Zeit wieder (teil-)auflösen, noch den letzten Mist haben müssen, und weil es ausreichend Leute gibt, die sich ihre eigene Meinung bilden wollen.
Die Rezension hat einen Sinn, wenn sie vom Kauf abhält. Aber wenn sie von vielen noch zum Anlass genommen wird, das Buch trotzdem zu kaufen, dann kann man sagen, dass wir die Bücher haben, die wir verdienen.
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