In Kürze:
Eigentlich ist Arthur Penhaligon kein Held. Genau genommen ist ihm sogar ein früher Tod vorherbestimmt. Doch dann rettet ihm ein merkwürdiger Gegenstand das Leben, ein Schlüssel, geformt wie ein Uhrzeiger. Mit dem Schlüssel kommen bizarre Wesen aus einer anderen Dimension: finstere Boten mit blutverklebten Flügeln, eine Armee aus hündischen Schergen, angeführt von einem unheimlichen Fremden. Sie wollen den Schlüssel um jeden Preis zurück – auch wenn sie dazu Arthur und dessen Welt vernichten müssen. In seiner Verzweiflung wagt Arthur es, ein geheimnisvolles Haus zu betreten – ein Haus, das nur er sehen kann und das in andere Dimensionen führt. Dort muss er die Geheimnisse des Schlüssels lüften… und sein wahres Schicksal erkennen.
Das meint phantastik-couch.de: „;Der Wille des Architekten“;
Fantasy-Rezension von Frank A. Dudley
Auf den ersten Blick ist Arthur Penhaligon alles andere als ein Held, dessen Abenteuer sieben Bücher füllen sollen: Er hat Asthma. Und zwar so stark, dass er während der Schulsportstunde einen Asthmaanfall bekommt, der ihn unter normalen Umständen das Leben kosten würde. Aber er stirbt nicht und wird von bösen Mächten in ein Abenteuer hineingezogen, dass sein bisheriges Leben völlig aus dem Takt bringt.
In Schwarzer Montag zeichnet Garth Nix eine verschachtelte Schöpfung und stellt sie als eine Art Firma dar, deren Management der Schöpfer-Architekt in die Hände von Sterblichen gelegt hat. Doch, fehlbar, wie sie sind, haben diese den Willen des Architekten in sieben Stücke zerteilt und sie an unzugänglichen Orten versteckt, bewacht von unheimlichen Wesen. Arthur, der bis zum Einsetzen der Handlung reichlich hinfällige Held, gelangt in den Fokus eines der machthungrigen Manager: Montag. Um seine finsteren Machenschaften vorantreiben zu können, braucht der intrigante Herrscher des ersten Wochentages jemanden, der auf der Schwelle zwischen Leben und Tod steht. Arthur bekommt von ihm einen seltsamen Schlüssel, der wie der Minutenzeiger einer Uhr aussieht. Und zu seinem allergrößten Erstaunen stirbt er nicht und kann plötzlich sogar frei und tief atmen – sehr zum Ärger Montags.
Doch es geschehen auch reichlich unangenehme Dinge, als die Stadt von einer Art Schlafepidemie heimgesucht wird, während von Montag ausgesandte hundegesichtige Kreaturen dem verwirrten Arthur gnadenlos nachstellen. Allerdings können nur Menschen mit Todeserfahrung die Fänger sehen. Arthur macht sich also auf den Weg ins Ungewisse, als er in das riesige Haus eintritt, das in seiner Straße steht, seit er den Minutenschlüssel besitzt. Nur dort, so vermutet er natürlich richtig, kann er die Lösung für die rätselhaften Vorgänge finden.
Die Woche hat erst angefangen
Den obligatorischen Harry Potter-Vergleich muss man hier nicht anstellen. Schwarzer Montag ist zwar auch ein Fantasyroman innerhalb einer siebenteiligen Serie, deren Hauptakteur ein Junge ist, aber damit ist die Liste der Gemeinsamkeiten auch schon abgehakt. Garth Nix’ neuer Roman erinnert in Tonalität, Bildhaftigkeit und der Tendenz, alte Mythen kräftig umzurühren, eher an Neil Gaimans American Gods.
Für Außenstehende mag die spekulative Literatur wie eine kleine Hütte aussehen, aber von innen ist sie riesig. Genau wie das Haus, in das Arthur Penhaligon eintritt. Die Welt, die er dort findet, wirkt auf Anhieb geordnet und sorgfältig erdacht. Zahlen, Uhrwerke, Magie und eine Art abgerissener viktorianischer Fassade sind die ersten Eindrücke, die Arthur und der Leser von ihr gewinnen. Unter dieser Fassade liegt eine von Garth Nix mit großer Genauigkeit erschaffene Welt voller Anspielungen auf Weltschöpfungsmythen und griechische Sagen.
Nix schreibt einen sehr visuellen und farbigen Stil, voller eindrucksvoller Bilder. Anders als seine Abhorsen-Trilogie, die in die Alterskategorie Young Adult fällt, ist Schwarzer Montag aber klar an ein jüngeres Publikum gerichtet. So verwendet der australische Autor im ersten Teil der Serie viele Seiten, um das Uhrwerk seiner Welten-Konstruktion aufzuziehen. Dabei baut er die Magie auf, die sich in den nächsten sechs Bänden entfalten soll, und stattet Arthur mit leidenschaftlichen und entschlossenen Charakterzügen aus. Doch die Persönlichkeitstiefe von Sabriel und Lirael erreicht er dabei nicht. Allerdings hat er ja noch sechs Tage Zeit.
Ihre Meinung zu »Garth Nix: Schwarzer Montag«
| Tanja U. Walder zu »Garth Nix: Schwarzer Montag« | 24.05.2008 |
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| VerenaW zu »Garth Nix: Schwarzer Montag« | 23.08.2007 |
| Chrissy zu »Garth Nix: Schwarzer Montag« | 23.08.2007 |
| Meli zu »Garth Nix: Schwarzer Montag« | 11.06.2007 |
| Jana zu »Garth Nix: Schwarzer Montag« | 24.02.2007 |


