Immorality Engine von George Mann

Buchvorstellungund Rezension

Immorality Engine von George Mann

Originalausgabe erschienen 2010unter dem Titel „The Immorality Engine“,deutsche Ausgabe erstmals 2012, 448 Seiten.ISBN 3-492-70275-9.Übersetzung ins Deutsche von .

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In Kürze:

London wird von einer unheimlichen Einbruchsserie heimgesucht. Der vermeintliche Täter kann die Verbrechen jedoch nicht begangen haben – denn er ist bereits tot. Hier hilft nur der Spürsinn des genialen Ermittlerduos Newbury und Hobbes. Das dritte Abenteuer des Ermittlerduos der Krone, Sir Maurice Newbury und Veronica Hobbes, führt den Leser in ein düsteres, magisches London. Denn ein schier unlösbares Rätsel hält die beiden in Atem: Einer der berüchtigtsten Kriminellen wird tot aufgefunden – doch jüngste Einbrüche tragen seine Handschrift! Auf ihrer Suche nach dem wahren Schuldigen durchqueren Sir Maurice Newbury und Veronica Hobbes verrufene Opiumhöhlen, dunkle Lei chen hallen und das neblige London – und ihr Weg führt sie direkt zu dem undurchschaubaren Leibarzt der Königin, Dr. Lucius Fabian. Was hat er mit der Sache zu tun? Und warum hegt er so großes Interesse an Veronicas hellsichtiger Schwester?

Das meint Phantastik-Couch.de: „Das Victorianische Reich ist in Gefahr“69

Science-Fiction-Rezension von Carsten Kuhr

Sie sind legendär – die Gentlemen-Verbrecher, geniale Einbrecher und Betrüger, vor denen selbst die Herren des Yard ihren Hut ziehen. Um so erstaunter sind die Ermittler, als sie zwar die Leiche des berühmtesten Diebes Londons auffinden, in derselben Nacht jedoch ein Einbruch stattfindet, den eigentlich nur der jüngst Verblichene hätte ausführen können.

Als man dann am Tatort eines weiteren versuchten Einbruchs noch einmal einen Körper findet, der dem im Leichenschauhaus aufs i-Tüpfelchen gleicht, ahnen selbst die unfähigsten Ermittler in Diensten der Krone, dass da etwas faul ist im Staate Britannien.

Hier muss Hilfe her – doch ausgerechnet jetzt jagt Sir Maurice Newbury wieder einmal in einer der chinesischen Kaschemmen den Drachen, hat sich dem Opium hingegeben. Seine Partnerin Veronica Hobbes hat ihre liebe Mühe den Geheimermittler ihrer Majestät, der unsterblichen Queen Victoria, zur Pflicht zu rufen. Als dann aber ein Anschlag auf die in ihrem dampfbetriebenen Stuhl sitzende Monarchin ausgeübt wird, ist es auch Newbury klar, dass das Reich selbst in Gefahr ist – zumal Hobbes Schwester in die Anschläge verwickelt zu sein scheint …

Rasant aufgezogene Handlung

Im dritten Teil der Steampunk-Krimis um das ungleiche Ermittler-Duo Newbury und Hobbes geht Mann in media res. Er fährt auf, was dem Fan derartiger Werke lieb und teuer ist.

Da gibt es geniale Verbrecher, eine Geheimgesellschaft, die sich als typisch britischer Club tarnt, dampfbetriebene Rösser und Kampfkolosse und eine Monarchin, die mit ihrem mechanischen Herz auf ihrem Stuhl die Geschicke des Empires mit harter Hand lenkt. Allerdings, und das ist neu, sägt er vorliegend an dem Nimbus der Monarchin, die ihrer ganzen Epoche ihren Stempel aufgedrückt hat.

Neben den gewohnten Motiven – die chinesische Opium-Kaschemme darf hier nie fehlen – baut er neben bekannten Versatzstücken neue Elemente in seine actionreiche Handlung ein. Ohne wirklich groß auf die Ära einzugehen lässt er dabei ein wahres Feuerwerk an sehr bildreich beschriebenen Szenen vor dem inneren Auge des Lesers ablaufen. Das wirkt sehr kinotauglich, man kann sich förmlich vorstellen, wie und was Hollywoods Spezialisten für die Special Effects aus den Vorgaben machen würden. Dabei bleibt, wie schon erwähnt, die Welt des victorianischen Londons relativ blass. Mann konzentriert sich auf seine rasant aufgezogene Handlung, die allerdings logisch so einige Brüche aufweist. Übersieht und überliest man diese, wird man bestens und voller Drive unterhalten, zumal der Autor mit Hobbes eine mehr als patente Frau als Erzählerin gewählt hat. Insofern erwartet den Leser ein hoher Unterhaltungswert ohne großen Tiefgang oder besondere stilistische Finesse in der sehr angenehm zu lesenden Übersetzung von Jürgen Langowski.

(Carsten Kuhr, September 2012)

Ihre Meinung zu »George Mann: Immorality Engine«

tassieteufel zu »George Mann: Immorality Engine«23.04.2013
London wird von einer Einbruchsserie erschüttert, die auf einen ganz bestimmten Mann hindeutet. Doch dieser Mann liegt tot im Leichenschauhaus und kann die Einbrüche gar nicht verübt haben. Wieder ein kniffliger Fall für Sir Maurice Newbury und seine Assistentin Veronica Hobbes. Doch bevor das geniale Ermittlerduo zur Tat schreiten kann, stehen noch ganz andere Probleme an. Sir Maurice hat sich seiner Opiumsucht ergeben und Veronica und Chefinspektor Charles Bainbridge müssen den Agenten in den vielen Opiumhöhlen erst ausfindig machen und ihn in einem halbwegs aufnahmefähigen Zustand bringen. Als diese Hürde überwunden ist, führt die Ermittler die Spur in einen obskuren Herrenclub und zu Dr. Fabian, dem Leibarzt der Königin.

Der letzte Teil der Trilogie hat mir am besten gefallen. Die Geschichte ist ausgefeilter und in sich stimmiger als bei den beiden Vorgängern und auch bei den Figuren vertieft sich die Charakterzeichnung noch. George Mann baut seine Steampunk Welt hier weiter aus, als Leser kann man tief in diese düstere viktorianische Parallelwelt eintauchen. Die Story setzt ein paar Monate nach den Ereignissen von „Osirisritual“ ein und, zum besseren Verständnis sollte man hier doch die beiden Vorgänger gelesen haben.
Die Handlungsabläufe sind rasant und actionreich, es gibt verschiedene unerwartete Wendungen und Entwicklungen, so dass hier keine Langeweile aufkommt und man über kleine Logikfehler hinweg sehen kann. Von Anfang an baut sich eine düstere Atmosphäre auf, die immer weiter zunimmt, je weiter Hobbes und Newbury die Verschwörung aufdecken. Finstere Gassen, Opiumhöhlen, ein unheimliches Leichenschauhaus, ein ominöser Herrenclub, bizarre dampfbetriebene Maschinen und Kampfkolosse und dann noch die Queen auf ihrem lebenserhaltenden Stuhl bieten hier Kopfkino vom Feinsten. Diesmal ermitteln beide Agenten von Anfang an gemeinsam, was eine gelungen Abwechslung zu den beiden Vorgängern bietet.
Je weiter die Ermittlungen voran schreiten, desto klarer wird, dass hier ein Verschwörung gegen die Queen im Gange ist, doch die scheint wieder einmal ganz eigenen Pläne zu verfolgen und die Treue der beiden Agenten zu ihrer Königin wird auf eine harte Probe gestellt, als Veronica und Sir Maurice entdecken, dass die Queen ganz eigen Pläne mit Veronicas Schwester hat.
Der Autor brennt hier ein wahres Feuerwerk an Ideen ab, allerdings wirkt die Geschichte dadurch manchmal fast ein wenig überladen und einiges bleibt dadurch auch auf der Strecke.
Gut gefallen hat mir, daß der Autor hier seine Charaktere weiter ausarbeitet, Hobbes und Newbury kommen sich endlich näher, darauf habe zumindest ich schon ab Ende des ersten Bandes gewartet! Und auch Charles Bainbridge, der eine sehr interessante Figur ist, bekommt diesmal mehr Raum. Das Ende ist allerdings eine etwas zwiespältige Sache, da es sich ja hier so weit ich weiß um eine Trilogie handelt, wäre ja nun eigentlich Schluß, es bleibt aber eine ganze Menge offen, so dass man als Leser schon sehr viel Phantasie haben muß, um für sich eine schlüssige Lösung der offenen Handlungsstränge zu finden. Sowohl die Figuren als auch die Geschichte hätten also Potential für einen weiteren Teil.

FaziT: eine rasante, actionreiche Handlung, sympathische Figuren und eine sehr stimmige Atmosphäre bieten hier einen hohen Unterhaltungswert.
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