Planetenwanderer von George R. R. Martin

Buchvorstellung

Originalausgabe erschienen 1985unter dem Titel „Tuf Voyaging“,deutsche Ausgabe erstmals 2013, 450 Seiten.ISBN 3-453-31494-8.Übersetzung ins Deutsche von Berit Neumann.

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In Kürze:

Die Menschheit hat sich in den unendlichen Weiten des Weltalls ausgebreitet. Überall sind neue Siedlungen entstanden, und jede Welt birgt neue Gefahren. Als der interplanetarische Händler Haviland Tuf eines der letzten Saatschiffe der Erde erwirbt, beginnt seine Odyssee quer durch den Weltraum. Eine Odyssee, auf der Haviland Tuf vom einfachen Händler zum gefeierten Retter der Menschheit wird …

Ihre Meinung zu »George R. R. Martin: Planetenwanderer«

Michael Zöllner zu »George R. R. Martin: Planetenwanderer«21.12.2014
Ein Held der zwischen eigenwillig und eigenartig einzuordnen ist. Eine reihe von Episoden zeigt verschiedene soziale, ökologische und ökonomische Probleme die durch konsequente
Eingriffe geregelt werden.

Diese Eingriffe sind allerdings oft konsequente Kompromisse. Die Auftraggeber unseres Helden
müssen oft einsehen das sich auch Sie selbst verändern müssen.

Die Geschichten bringen verschiedene Probleme
ins Gesichtsfeld des Lesers. Vor allem die Frage des Gleichgewichtes in Fragen der Überbevölkerung findet hier eine komplexe Würdigung.

Humor und Action begleiten den Hergang der Ereignisse. Der Held handelt mit stoischer Ruhe
und großer Entschlossenheit. So entschlossen das er nicht zögert ein Problem gelöst, aber alle Beteiligten enttäuscht zu hinterlassen.

Einfallsreiche Bilder und Dialoge.
geronimox zu »George R. R. Martin: Planetenwanderer«22.10.2013
Ein SciFi Episodenroman mit einem besonderen Kniff: Der Protagonist des Romans, der Händler und spätere Bioingenieur Haviland Tuf sagt immer die Wahrheit und erfüllt die mit ihm abgeschlossenen Verträge punktgenau. Immer. Dieses Verhalten ist auch in einer utopischen Gesellschaft Auslöser interessanter sozialer Konflikte. Zum Glück besitzt Tuf u.a. eine empathisch modifizierte Katze, die ihm als schnurrender Lügendetektor gute Dienste leistet.

»Der Seuchenstern«
Das Raumschiff des ehrlichen aber armen Händlers Tuf wird von einer bunten Explorationsgruppe als billiges Space-Taxi gebucht. Die Gruppe will ein tausend Jahre altes, im All verschollenes Biowaffen-Laborschiff finden und für sich beanspruchen. Als das Schiff gefunden wird, beginnt unter den Mitgliedern der Gruppe sofort das alte Spiel von Gier, Lügen und Verrat.

Alle Mitglieder versuchen Tuf auf ihre Seite zu ziehen, halten aber seine ehrliche Aussage, sich nicht für das Laborschiff zu interessieren, für eine Lüge. Tuf hält sich dennoch aus allen Verteilungskämpfen heraus und ist … Überraschung! … nachdem sich die gesamte Gruppe aus Gier gegenseitig umgebracht hat, am Schluss der einzige Überlebende der Expedition.

Als nunmehr alleiniger Besitzer des Biowaffenschiffs »Arche«, das sich als riesiges DNS-Labor mit Gendatenbank herausstellt, sattelt der Händler Tuf auf den Beruf eines selbsternannten Bioingenieurs um und bietet fortan zahlenden Kunden die Erschaffung genetisch massgeschneiderter Flora und Fauna zu friedlichen Zwecken an.

»Brot und Fische«
Der Planet S'uthlam, der wegen Überbevölkerung an ständiger Nahrungsknappheit leidet, wird von Tuf mit schnellwachsenden Fleischgewebekulturen und effizienten Nutzpflanzen versorgt. Doch die nun satte Bevölkerung schafft neue Probleme...

»Wächter«
Ein von Menschen neu besiedelter Wasserplanet wird von plötzlich auftauchenden Riesenkraken und Seeungeheuern terrorisiert. Tuf liefert angepasste Meeresraubtiere, die die Seeungeheuer fressen sollen. Er muss jedoch feststellen, dass die Menschen nicht die einzige Intelligenz auf diesem Planeten sind...

»Die zweite Speisung«
Als Tuf den überbevölkerten Planet S'uthlam erneut ansteuert, um Werkstattschulden zu begleichen, steht der Planet schon wieder vor einer Hungerkatastrophe. Tuf erkennt enttäuscht, dass sich die Regierung von S'uthlam nicht an seine Anweisungen gehalten hat, ist jedoch gegen harte Credits bereit, noch besser optimierte Nahrungspflanzen zu erschaffen...

»Eine Bestie für Norn«
Auf dem Planeten Norn wird die Rangfolge der dortigen Adelshäuser durch blutige Raubtier-Arenenkämpfe festgestellt. Als das niedrigste Adelshaus von Tuf eine genetisch optimierte Killerkatze für die Arena kauft, wird die Rangfolge der Häuser radikal aufgemischt. Dumm nur, dass die nun besiegten Adelshäuser bald erkennen, dass auch sie bei Tuf Dienstleistungen einkaufen können...

»Nennt ihn Moses«
Ein Planet wird durch das Auftreten biblischer Plagen geschockt (Wasser färbt sich blutrot, Heuschreckenplage, etc.). Tuf wird zu Hilfe gerufen und erkennt, dass ein selbstherrlicher religiöser Führer diese Plagen nach Heimwerkerart selbst erzeugt hat. Tuf beschliesst dem falschen Propheten einen Denkzettel zu verpassen und lässt seine eigenen gentechnisch erzeugten Plagen auf ihn los...

»Manna vom Himmel«
Als Tuf den überbevölkerten Planet S'uthlam zum dritten Mal ansteuert, versucht das S'uthlamische Militär Tufs »Arche« gewaltsam zu übernehmen. Tuf ist jedoch vorbereitet und kann die drohende Kaperung verhindern. Er schafft es, eine öffentliche Konferenz des S'uthlamesischen Planetenbundes und seiner Nachbarn einzuberufen und stellt diese vor ein unpopuläres Ultimatum...

„Pass auf was Du dir wünschst, denn der Wunsch könnte in Erfüllung gehen!“

Mit dem Händler und Bioingenieur Haviland Tuf hat der Autor einen interessanten Protagonisten mit der persönlichen Schrulle absoluter Wahrheitsliebe geschaffen. Die Grundidee, dass ein weltallreisender Bioingenieur massgeschneiderte Pflanzen und Tiere für jeden Planeten und jede Gelegenheit anbietet ist genial flexibel und wird vom Autor zu (hoffentlich noch) vielen neuen Geschichten verarbeitet.

Mein Fazit: Ein kurzweiliges Lesevergnügen sowohl für Space- als auch für Social-Fiction Fans.

8/10
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Beverly zu »George R. R. Martin: Planetenwanderer«10.09.2013
George R. R. Martin erweist sich in "Planetenwanderer" als Formulierungskünstler und fesselnder Erzähler. Deshalb hat der Episodenroman von mir 100 Punkte bekommen.
Von den einzelnen Teilen haben mir "Der Seuchenstern" und "Wächter" am besten gefallen. Der Plot von Wächter war super, auch wenn er den Appetit auf Meeresfrüchte gründlich verdirbt.
Den Handlungsstrang um den an exponentiellen Bevölkerungswachstum leidenden Planeten S'uthlan hat Martin spannend erzählt - nur war der Schluss vorhersehbar.
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