Aurelia oder Der Traum und das Leben von

Buchvorstellungund Rezension

Aurelia oder Der Traum und das Leben von

Originalausgabe erschienen 1841deutsche Ausgabe erstmals 2016, 128 Seiten.ISBN 3903005223.Übersetzung ins Deutsche von Ernst W. Junker, Thomas Ballhausen (Herausgeber, Bearbeitung).

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In Kürze:

Baudelaire war begeistert, die Surrealisten erklärten es zum Kultbuch: Aurelia ist das letzte Werk des großen französischen Schriftstellers Gérard de Nerval, bevor er 1855, heimgesucht von zunehmenden Wahnvorstellungen, starb. Der Erzähler wandelt in Trauer um seine verlorene Geliebte Aurelia zwischen einer Traumwelt und der Wirklichkeit und driftet immer tiefer in eine oft fantastische, zuweilen auch alptraumhafte Zwischenwelt ab. Er sieht Geister, Ungeheuer, Chimären und Hinweise auf seinen baldigen Tod. Bis ihn seine rastlose Suche nach Erlösung zu einer neuen Frau führt, die ihn auf magische Weise in ihren Bann zieht.

Das meint Phantastik-Couch.de: „Ein Klassiker in längst überfälliger Neuausgabe“76

Fantasy-Rezension von Carsten Kuhr

Aurelia, die Angebetete, die ihren Galan allerdings nie wirklich erhörte, ist nicht mehr. Unser namenloser Erzähler wird zunächst von der einfühlsamen und doch für ihn brutalen Zurückweisung getroffen, erkrankt schwer an Leib und Seele. Die Ärzte haben ihm seine Gesundheit zurückgegeben, doch sein unruhiger, von Visionen, Träumen und Heimsuchungen malträtierter Geist war und ist auf der Suche nach Erlösung. In kurzen Kapiteln begleiten wir unseren Erzähler auf seiner Suche nach Erlösung, nach Liebe und dem Vergessen. Mit und über ihn begegnen wir vergessenen Völkern, Zivilisationen, die sich vor denen, die nach ihnen kamen zurückzogen, Geister und Fabelwesen bis hin zu Ungeheuern …

Gehobene Phantastik Kost in mustergültiger Ausstattung

In der Bibliothek der Nacht werden außergewöhnliche Novellen und kurze Romane der anspruchsvollen Phantastik veröffentlicht. Insoweit passt vorliegender Text bestens in die Edition. Gérard de Nerval schloss sich der Bohème um Théophile Gautier an, dem Literaten- und Künstlermilieu am Rande der bürgerlichen Pariser Gesellschaft. Später erkrankte er schwer an einem psychischen Leiden dem er Anfang 1855 mittels eines Suizids und verarmt zum Opfer fiel. Sein letzter Text, Aurelia, an dem er immer wieder über die Jahre gearbeitet hatte, erschien posthum und gilt heute als einer der beeindruckendsten Werke aus seiner Feder.

Die Gratwanderung zwischen Realität, Verzweiflung und Traum packt den Leser, zeigt uns einen Protagonisten, der tief verletzt wurde und verzweifelt nach einer Rettung sucht – letztlich, wie sein Autor wohl vergeblich.

Auf die mustergültige Ausstattung in Halbleinen mit Lesebändchen sowie dem informativen, kenntnisreichen Nachwort darf ich an dieser Stelle noch hinweisen.

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