Die Alchemie des Bösen von Gordon Dahlquist

Buchvorstellungund Rezension

Die Alchemie des Bösen von Gordon Dahlquist

Originalausgabe erschienen 2012unter dem Titel „The Chemickal Marriage“,deutsche Ausgabe erstmals 2013, 640 Seiten.ISBN 3-442-38014-6.Übersetzung ins Deutsche von Susanna Mende.

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In Kürze:

Die teuflische Verschwörung der Traumfresser geht weiter …
Die reiche, junge Erbin Celeste Temple wollte nie eine Heldin sein. Doch nun ist ihr Verlobter tot (woran sie nicht ganz unschuldig ist), ihre Gefährten, der Arzt Dr. Svenson und der Auftragskiller Kardinal Chang, wurden ermordet, und ihre Erzfeindin, die niederträchtige Contessa Lacquer-Sforza, ist wieder einmal entkommen. Es liegt allein in Miss Temples zierlicher Hand, die teuflische Verschwörung der Traumfresser aufzuhalten, deren Ziel es ist, mithilfe einer alchemistischen Erfindung die Welt zu unterwerfen …

Das meint Phantastik-Couch.de: „Das Warten hat sich gelohnt!“89

Science-Fiction-Rezension von Carsten Kuhr

Hätte man vor ein paar kurzen Wochen erst der jungen Celeste Temple prophezeit, dass sich ihr Leben grundlegend ändern würde, sie hätte Jedem, der ihr so etwas gesagt hätte mit schallendem Gelächter zum Teufel gejagt. Und dies, obwohl sie aus guten, ja besten Hause stammend ein solches unhöfliches Verhalten aus ihrer innersten Seele verabscheut hätte, schien ihre Zukunft doch mehr als Vorhersehbar.

Doch dann löste ihr Verlobter aus heiterem Himmel das Heiratsversprechen, und sie wurde in eine Verschwörung verwickelt, die das Königreich selbst bedroht.

Zusammen mit dem Leibarzt eines Deutschen Blaublütigen und einem Auftragskiller versuchte sie die Verschwörung der Traumfresser, die die Erinnerungen der Mächtigen des Reiches in blaue Glasbücher saugten und die Kontrolle über das Reich an sich reißen wollten, zu verhindern.

Doch nun sind ihre Verbündeten ermordet, sie selbst hat, wie immer in ihren grünen Stiefeln gewandelt, ungewollt ihre Libido entdeckt und ihre Erzfeindin, die Contessa Lacquer-Sforza manipuliert wie eh und je. Rache ist ihr alles beherrschendes Ziel – doch dann tauchen die vermeintlich ermordeten Verbündeten wieder auf und nur die Contessa vermag unsere Helden auf den Pfad der zu den Bösen führt zu geleiten …

Was ist dies für eine Trilogie, die Gordon Dahlquist uns hier in den letzten Jahren kredenzt hat? Angesiedelt in einem fiktiven Reich, das an das victorianische England erinnert, erwartet uns eine wahre Tour de Force, ein Plot, der den Abenteuerroman aus seinem Dornröschenschlaf weckt und den Steampunk zu neuen Höhen führt.

Nach dem sensationellem ersten Band, den Blanvalet in der Erstausgabe in mehreren Teilen in einem dekorativen Schuber auflegte und dem im Hardcover debutierten Mittelband erscheint der abschließende dritte Teil zwar nur als Taschenbuch, der Leser aber wird dem Roman mit Ungeduld entgegenfiebern. Und das Warten hat sich gelohnt.

Das Buch setzt direkt an den Cliffhanger des zweiten Teils an. Ohne sich groß mit Zusammenfassungen der bisherigen Geschehnisse aufzuhalten gibt Dahlquist bildlich gesprochen Gas. Voller Tempo geht es weiter hinein ins Abenteuer, betreten wir mit unseren Protagonisten vergessene Festungsbereiche, verschollene Gangsysteme, verlassene Fabriken und verquere Laboratorien, dass es eine wahre Pracht ist.

Die bekannt vielschichtig gezeichneten Figuren präsentieren sich noch einmal in all ihrer liebevoll gezeichneten Schrulligkeit, wobei es dem Autor immer wieder gelingt, seine Leser noch einmal mit nicht vorhersehbaren Entwicklungen zu überraschen. Überhaupt wartet der Plot, wiewohl so einige Motive des ersten Teils aufgegriffen werden, mit jeder Menge spannender Szenen auf, das Tempo bleibt hoch und das Finale in sich überzeugend und stimmig. So kann man dem Buch schlicht attestieren, die Trilogie würdig zu einem packenden Abschluss gebracht zu haben, und dem Leser ein paar faszinierende Stunden der Lektüre und des Vergessens des Alltags bereitet zu haben – was kann man besseres über ein Buch sagen?

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