Masken der Sinnlichkeit von Guido Krain

Buchvorstellungund Rezension

Masken der Sinnlichkeit von Guido Krain

Originalausgabe erschienen 2011, 200 Seiten.ISBN nicht vorhanden.

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In Kürze:

Vanadis wähnt sich ihrem Traum nahe. Auch als Dienstmädchen glaubt sie, in der glamourösen Welt des Fürstenhofes am Ziel ihrer Wünsche angekommen zu sein. Zu spät erkennt sie, dass die Vergnügungen adliger Kavaliere für die beteiligten jungen Mädchen selten angenehm sind. Der Blick eines geheimnisvollen Fremden streicht wie die Klinge eines Dolches über die geheimsten Teile ihres Körpers, schneidet bis in ihre Seele und verfolgt sie bis in ihre Träume. Ohne ein einziges Wort zeigt der Unbekannte mit den zeitlosen Augen Vanadis die wahre Bedeutung von Furcht, Stolz und Demut. Gut und Böse – ja, Vanadis’ ganze Welt – verliert vor seiner Präsenz jede Bedeutung. Schnell begreift sie, dass sie nur zwischen sinnloser Flucht und dem Weg der körperlichen Hingabe wählen kann, der schließlich ihr eigenes Leben kosten muss. Am Ende steht eine Reise an einen verborgenen Ort, der sein Spiegelbild in ihrem Innern findet. In der lüsternen Maskenwelt Venedigs erfüllt sich schließlich ihr Schicksal. Paranormaler Erotikroman vor der atmosphärischen Kulisse Venedigs.

Das meint Phantastik-Couch.de: „Reizvolle Erotikfantasie“75

Fantasy-Rezension von Elmar Huber

„Was in jeder größeren Stadt für kleine Münzen zu haben war, wurde in Vanadis´ Kammer zu einem sakralen Akt, in dem sie ihn und er sie anbetete. Ein Geschenk, das nie wieder ungeschehen zu machen war. Sie hatte jedes Gefühl für Zeit verloren, als ihr Tanz endlich auf dem Boden ihrer Kammer endete. Nackt kniete sie auf den rauen Dielen und spürte überdeutlich, wie er sie noch mehrere unerträglich lange Herzschläge lang in dieser Welt hielt.“

Zeit ihres Lebens bereits ist die bleiche und feingliedrige Vanadis eine Außenseiterin in der bäuerlichen Umgebung, wo sie aufwächst. Nur die durchreisende Madame Bianchi erkennt die Besonderheit des Mädchens und kauft sie von ihrer Familie frei. Vanadis soll Madame Bianchi als schmückende und berechnend enigmatische Zofe am dekadenten Hof von Herzog Carl Eugen dienen.

Jedoch wähnt sich Vanadis auch von einer finsteren, erbarmungslosen Präsenz verfolgt, die sie zunächst nur in ihren Träumen heimsucht. Doch plötzlich wird der zerfetzte Leichnam eines Mannes aufgefunden, der tags zuvor Vanadis zu nahe getreten ist. So ist Vanadis gewiss, einen – wenn auch düsteren – Beschützer zu haben, dem sie bereit ist, sich bedingungslos zum Geschenk zu machen. Während des venezianischen Karnevals ist es schließlich soweit. Vanadis dunkler Hüter fordert ihr wortloses Versprechen ein.

„Wieder hatte das Tageslicht die Furcht vor dem Dämon weit in den Hintergrund geschoben. Es hatte gut getan, sich wieder weltlichen Dingen, wie der Pflege und dem Zurechtmachen ihrer Herrin zu widmen. Es hatte sie wieder in den vertrauten Teil der Realität zurück gebracht.“

Von Beginn an wähnt man sich hier in einem erotischen Traum, in dem man alles wie durch einen sanften Schleier wahrnimmt. Gemeinsam mit Vanadis lernt man die Gesellschaft am Fürstenhof kennen und wird Zeuge der Dekadenz und der Verachtung, die die hohen Damen und Herren ihren Untergebenen entgegenbringen. Selbst Vanadis Herrin, Madame Bianchi, ist sowohl willfährige Gespielin ihres Herrn, wie manipulative Lenkerin ihrer Geschicke.

Guido Krains weicher Stil kontrastiert dabei auf reizvolle Art mit der SM-Symbolik um Sklaven, Herren und absolute Hingabe und bildet so eine reizvolle Melange jenseits „realistischer“ extremer Sexabenteuer. Explizite Szenen werden zwar nicht ausgespart, beschränken sich aber auf ein appetitanregendes Minimum.

„Masken der Sinnlichkeit“ spielt dabei in einer nicht näher definierten Fantasiewelt, deren Ausbau Guido Krain der Vorstellungskraft des Lesers überlässt. Wesentlich wichtiger sind dem Autor seine Figuren, die sich fast unmerklich entwickeln. Natürlich könnte man argumentieren, dass der (Kurz-)Roman über keine klassisch-gegliederte Handlung verfügt, doch man sollte sich darauf einlassen, sich hier – gemeinsam mit Vanadis – einfach treiben zu lassen.

Ich perönlich freue mich nach „Masken der Sinnlichkeit“ schon auf Guido Krains Steampunk-Roman „Argentum Noctis“, der ebenfalls bei Fabylon erscheint.

„Masken der Sinnlichkeit“ ist bereits der sechste Beitrag aus Alisha Biondas ARS AMORIS-Reihe, die aktuell im Fabylon-Verlag erscheint. Das grandios-erotische Coverbild wurde – neben zwei Innengrafiken – von Crossvalley Smith geschaffen und fügt sich zusammen mit dem Titeldesign brillant in das Reihenlayout (von Atelier Bonzai) ein.

(Elmar Huber, April 2012)

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