Schatten über Innsmouth von H. P. Lovecraft

Buchvorstellungund Rezension

Schatten über Innsmouth von H. P. Lovecraft

Originalausgabe erschienen 1931unter dem Titel „The Shadow over Innsmouth“,deutsche Ausgabe erstmals 1965, 120 Seiten.ISBN 3518382837.Übersetzung ins Deutsche von Rudolf Hermstein.

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In Kürze:

Daß dieses Geschichten in der Regel retrospektiv erzählt werden, aus der Position des „besseren Wissens“ also, das ständig auf das Bevorstehende ängstlich vorausblickt, verstärkt noch ihre innere hysterische Unterströmung: von zweideutigen Formulierungen beunruhigt, durch die sich leitmotivisch wiederholende Darstellungen grauenvoller Zeichen gewarnt und durch die Angst des Erzählers noch zusätzlich erschreckt, fühlt sich der Leser außerstande, das Buch beiseite zu legen, um bei etwas anderem Erholung zu suchen.

Das meint phantastik-couch.de: „Spannend: Invasion der Fischwesen vom Teufelsriff“90

Horror-Rezension von Michael Matzer

Die lange Erzählung aus dem Cthulhu-Mythos, die 1931 entstand, erklärt, wie es zu dem massiven Einsatz von Regierungstruppen 1927/28 in dem kleinen und fiktiven Küstenstädtchen Innsmouth kommen konnte. Der Ich-Erzähler ist der gerade volljährig (21 Jahre) gewordene Amateurhistoriker Olmstead.

Er will nach der Schule seine Mutter an der Küste besuchen, verfügt aber über nur geringe Geldmittel. Daher beschließt er, die kürzeste Busstrecke zu fahren, um ebenso zeitig wie billig voranzukommen. Um von der Miskatonic University über Newburyport nach Arkham zu gelangen, muss er über Innsmouth fahren.

Er hört warnende Gerüchte und Geschichten über Innsmouth und recherchiert in der Bibliothek. Aber erst der Besuch des Museums von Newburyport überzeugt ihn, dass an den Innsmouth-Bewohner etwas recht Merkwürdiges ist. Dort ist eine Tiara oder Priesterkrone ausgestellt, auf der Fischwesen in ein unbekanntes Metall eingraviert sind. Die Innsmouth beherrschende Familie der Marshs wolle diese Krone zurückhaben, seit sie über 50 Jahren von einem Seemann versetzt wurde, erzählt die Museumsführerin. Olmstead läuft ein Schauder über den Rücken.

Der Busfahrer ist eine selt- und schweigsame Gestalt: mit einem watschelnden Gang, vorstehenden Augen, einer Hautkrankheit und sonderbaren Falten an den Halsseiten. Und Joe Sargents Hände sind nicht rosa, sondern blaugrau. Sein Geruch ist abstoßend. In Innsmouth selbst, das am Fluss Manuxett liegt, fährt man an der Kirche des Dagon vorbei, in der der Priester eine Tiara trägt.

Olmstead steigt im einzigen Hotel ab, dem Gilman-House, denn der nächste Bus fährt erst am Abend nach Arkham. Ein Lebensmittelhändler, der aus Arkham stammt, zeichnet ihm eine Straßenkarte, warnt ihn aber vor dem Armenviertel, wo in vielen Häusern, obwohl sie verschlossen sind, merkwürdige Geräusche erklingen. Zum Glück ist weder Walpurgisnacht (30.4.) noch Halloween (31.10.), an denen für die Leute aus Innsmouth hohe (heidnische!) Festtage sind. Als Historiker ist seine Neugier geweckt.

In den Straßen sind weder Katzen noch Hunde zu sehen, die wenigen Kinder sehen affenartig aus, die Kirchen sind leer und verfallen, vom Hafen weht ständig Fischgeruch herüber, denn die Fischgründe sind außergewöhnlich reich, und fremde Fischer werden ferngehalten. Am Horizont ist das sogenannte Teufelsriff zu sehen, in dem eine Höhle fremde Kreaturen beherbergen soll, die aus der Tiefe hinter dem Riff stammen.

Genau das bestätigt ihm auch der fast neunzig Jahre alte Säufer Zadok Allen (Kerzel, s.u.), den Olmstead mit Whisky zum Reden bringt. Dessen unglaubliche Story: Der alte Obed Marsh habe ca. 1840 die Südsee befahren, wo er die Kanaken besuchte, die dem Fischgott Dagon bzw. Cthulhu Menschen opferten, um dafür reichen Fischfang und Gold zu erhalten. Marsh sei mit den Göttern einen Pakt eingegangen und habe den Kult nach Innsmouth gebracht. Das Amphibienvolk habe sich mit der Zeit mit den ihm geopferten Menschen vermischt und die Rasse mit dem Innsmouth-Look hervorgebracht. Zuerst würden diese Menschen ganz normal aussehen, aber nach einer Weile zu einem Wesen mit Fisch- und Froschmerkmalen mutieren. Denn in dieser Form sei es potenziell unsterblich. Einmal habe Zadok Allen diesen Kult verraten und die Menschenopfer seien ausgeblieben. Doch 1846 sei dann nicht etwa die Pest ausgebrochen, sondern die Rache des Fischvolks über Innsmouth gekommen. Seitdem halte er, Allen, die Klappe. Aber er habe den dritten Eid auf Cthulhu nie geschworen, beteuert er und verschwindet.

Allerdings hat man ihn mit Allen gesehen. Als es Abend wird, steht kein Bus für ihn bereit, obwohl das Vehikel gerade Passagiere aus Newburyport transportiert hat. Man gibt ihm ein anderes Zimmer. In der Nacht versuchen Unbekannte, in sein Zimmer einzudringen, doch ahnungsvoll hat er Vorkehrungen dafür getroffen. Doch als etwas Schwereres die Treppe hochkommt, verlässt er das Haus durchs Fenster und flieht über die nächtlichen, mondhellen Dächer und Straßen.

Grauenerregende Szenen der Verfolgung durch einen fisch- und froschartigen Mob, mit tiaratragenden Priestern in der Mitte, erschrecken Olmstead und zwingen ihn, einen anderen Fluchtweg zu suchen. Da alle Ausfallstraßen blockiert sind, bleiben nur die verlassenen Bahngleise, die nach Rowley führen. Doch wird man ihn entdecken?

Ein Jahr später, nach dem Truppeneinsatz, studiert Olmstead am College. Er erhält den ersten Hinweis, dass seine eigene Ahnenreihe eine Gefahr darstellen könnte. Der Familienschmuck seiner Urgroßmutter enthält eine Tiara mit Fischwesenmotiven, Armreife und einen abnorm gestalteten Brustschmuck. Er fällt in Ohnmacht.

Zwei Jahre später, im Winter 30/31, beginnen die Träume von einem Volk aus der Tiefe. Sie rufen ihn …

Ein Meisterstück des stimmungsvollen Grauens

Man merkt also: Bis unser Held überhaupt in die Bredouille gerät, ist es ein ziemlich langer Weg. Der „Schatten“, den Innsmouth vorauswirft, ist offenbar ziemlich lang. Aber auch als sich Olmstead durch die verbarrikadierten Straßen an den Verfolgern vorbeischleicht, als befände er sich in einem Karl-May-Roman, ist nicht sicher, ob es zu Handgreiflichkeiten kommen wird. Denn dem Autor HPL geht es weniger um die Action in einem konkreten Fall, sondern die allgemeine und weltweite Bedrohung der Menschheit durch eine Rasse, die unsterblich ist und ihr Territorium zurückwill. Innsmouth ist ihr Brückenkopf in die USA.

Der Autor baut die globale Dimension dieser Bedrohung Stufe um Stufe auf. Dazu gehört nicht nur die genetische Degeneration und konsequente körperliche Veränderungen an Betroffenen, sondern auch der totale Kollaps der bisherigen kulturellen Errungenschaften. Letztere werden vielmehr ersetzt durch antihumane Bedingungen, wie etwa Menschenopfer, Verehrung eines Großen Alten (Cthulhu) und Verfolgung all seiner Feinde. Es wäre ein Rückfall in alttestamentarische Zeiten, und der zuständige Gott ist nicht Jahwe, sondern Cthulhu bzw. Dagon.

Der ultimative Horror entsteht aber bei Olmstead nicht nur durch die Invasion der Fischmenschen, sondern durch die Entdeckung, dass er einer von ihnen wird. Dieses kosmische Grauen schlägt ein Jahr später um in Wahnsinn: Olmstead folgt Cthulhus Ruf und ist somit ipso facto kein Mensch mehr. Das erinnert an die biblische Prophezeiung, dass sich die Sünden der Väter auf die Nachkommen bis ins 10. Glied (oder so) vererben würden. Olmsteads Pech ist es, dass er keine Ahnung hat, welche Sünden seine Väter begangen haben – ja, dass sie überhaupt seine Väter sind! Will also indirekt heißen: Wer seine Herkunft nicht kennt, wird ihr möglicherweise zum Opfer fallen. Und wer seine Geschichte nicht kennt, ist gezwungen, sie zu wiederholen, da er die Warnung nicht (er)kennt.

Die Erzählung ist ein Meisterstück des stimmungsvollen Grauens, wie sie HPL von Anfang beabsichtigte. Um diese Wirkung zu erzielen, brauchte er aber auch drei Anläufe. Da sich Beklemmung, Grauen und Wahnsinn nicht aus Aktion, sondern vielmehr aus Befindlichkeit ergeben, ist der Held der Story stets Bedrohter und Opfer, fremd in einer seltsamen Welt, die plötzlich anderen Regeln gehorcht. Genau diese Befindlichkeit ist die des Autors zeitlebens gewesen. Daher erzählt HPL, wenn er von Olmsteads Expedition ins Herz der Finsternis berichtet, zugleich auch von sich selbst – der Welt möglicherweise zur Warnung.

Lesetipp: „H.P. Lovecraft: Von Monstren und Mythen“, hrsg. von Andreas Kasprzak, im Th. Tilsner Verlag, Bad Tölz, ISBN 3-910079-05-9. Darin findet sich ab S. 122ff eine Übersicht über die Großen Alten sowie auf S. 137 ein Stammbaum, in dem HPL und Clark Ashton Smith ihre eigene Herkunft von diesen fremden Göttern herleiten!

Hintergrund

„Schatten über Innsmouth“ wurde offenbar hart mit drei Versuchen erkämpft, und als es dann Ende 1931 fertig war, ließ es sich nicht verkaufen. Zu Lovecrafts Lebzeiten kam 1936 nur eine Miniauflage von 200 Exemplaren zustande: seine einzige Buchpublikation überhaupt. Erst 1941 erschien es gekürzt in einem Magazin.

Das Vorbild für Innsmouth lieferte eine verwinkelte Hafenstadt in Rhode Island oder Massachusetts, die HPL gerne durchstreifte, möglicherweise Gloucester. Vorbilder für Zadok Allen gab es ebenfalls. HPL stieß laut einem Briefbericht auf eine alte Frau, im Jahr 1796 geboren worden war. Zudem gab es einen Mann namens Hoag, der im Jahr 1927 im Alter von 96 Jahren starb und der einen Bericht über die echte Beschießung von Fort William Henry im Jahr 1757 liefern konnte, welche im „Letzten Mohikaner“ verewigt wurde.

HPLs Abscheu vor Rassenvermischung kommt allenthalben zum Durchbruch, und selbst fremde Sprachen sind ihm auf neurotische Weise verhasst – zumindest seinem Alter Ego Olmstead. Dies erweist sich jedoch nach weiteren drei Jahren als purer Selbsthass: Olmstead wird selbst einer der verhassten Kreaturen vom Teufelsriff, die Cthulhu oder Dagon gehorchen.

Der Schatten, der so vielfältig über Innsmouth wahrgenommen wird, verwandelt sich nun plötzlich in den „Schatten der Wunder“, die auf Olmstead in der Unterseestadt Yante-lei warten. Aus der Distanz des Horrors hat sich nun eine Vereinigung ergeben: außen ist innen, das Andere ist zum Ich geworden. Was für Olmstead höchste Verzückung ist, gerät dem unbeteiligten Beobachter zu maximalem Grauen und Abscheu – ein Meisterstück an Gefühlssteuerung.

Bei diesen Angaben stütze ich mich auf S.T. Joshis entsprechenden Essay in seiner HPL-Monografie.

Unterm Strich

Die Story selbst braucht ungewöhnlich lange, bis sie in Fahrt kommt, dann aber überschlagen sich die Ereignisse. Bezeichnenderweise gibt es keinerlei Handgreiflichkeiten. Der Horror ist stets pure Einbildung und Empfindung im Kopf des Betrachters und Gejagten, des Historikers Olmstead. Die Story besitzt eine schöne Pointe, die uns den Anfang in einem ganz anderen, nämlich ironischen Lichte lesen / hören lässt.

Dieses Buch lohnt sich für Lovecraft-Liebhaber und solche, die es werden wollen.

Ihre Meinung zu »H. P. Lovecraft: Schatten über Innsmouth«

Beverly zu »H. P. Lovecraft: Schatten über Innsmouth«14.06.2012
"Schatten über Innsmouth" war eine der ersten Erzählungen von H. P. Lovecraft, die ich gelesen habe. Es ist eine seiner besten Geschichten, die sich durch eine spannende Handlung in einer düsteren Atmosphäre und einen unerwarteten Plot auszeichnet. Schon in "Schatten über Innsmouth" wird das Grundmotiv von Lovecrafts Weltentwurf dargelegt: es Wesen, die den Menschen den Anspruch auf die Erde streitig machen.
In ihr wird auch deutlich, dass der Reiz und das Einmalige von Lovecrafts Schaffen darin liegt, wie er Elemente des Horrors und der Science Fiction in seinen Geschichten vereint. Es mag gruseligere Horrorautoren geben und es gab schon zu Lovecrafts Zeit stringentere SF-Autoren, aber niemand schreibt so wie Lovecraft.
Daxter zu »H. P. Lovecraft: Schatten über Innsmouth«02.11.2011
Diese Geschichte ist schlicht und ergreifend genial und, ich möchte beinahe sagen perfekt gelungen. Bevor ich Schatten über Innsmouth gelesen habe, habe ich bereits einige andere Erzählungen von H. P. Lovecraft gelesen und hatte somit eine sehr hohe Erwartungshaltung gegenüber diesem Buch, welches meine hohen Erwartungen noch übertroffen hat!
Die Art und Weise wie Lovecraft den unausweichlichen Schrecken und das Grauen schildert sind einfach phänomenal! Und vor allem das Ende jener Geschichte ist überaus gelungen und phantastisch und treibt dem Leser einen letzten, doch über die Maßen wirkungsvollen Schauer über den Rücken, so unvorhersehbar und grotesk wie es anmutet. Einfach nur genial!
benfi zu »H. P. Lovecraft: Schatten über Innsmouth«22.06.2010
Dieses Buch sollte jeder gusel-begeisterte Leser mal gelesen haben. Es ist einfach faszinierend wie viel Atmosphäre Autor H.P. Lovecraft in die recht einfache Handlung seines einzigen Romans, der während seiner Lebenszeit veröffentlicht wurde, gepackt hat, so dass diese denn Leser schaudern lässt! Denn die Ereignisse der Story beschränken sich auf ein paar Dialoge und zwischen dem reisenden Erzähler und diversen Menschen wie dem streunenden Trinker Zadok Allen und einer nächtliche Flucht aus eben jener unheimlichen Stadt Innsmouth und seinen fischähnlichen Bewohnern. Und natürlich einem wunderbaren abschließenden Plot. Aber die Dichte der Empfindungen, die Lovecraft herüber bringt, ist wirklich beeindruckend! Warum Suhrkamp den Untertitel 'Eine Horrorgeschichte' gewählt hat, ist mir aufgrund keinerlei vorhandenen typischen Horroreffekte schleierhaft, aber eine sehr qualitative Gruselgeschichte ist es alle male! Leider nur viel zu kurz...
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Michael Scheid zu »H. P. Lovecraft: Schatten über Innsmouth«14.03.2008
"Schatten über Innsmouth" ist eine der reifsten Erzählungen von H.P. Lovecraft. Autobiografische Details findet der Leser in allen Erzählungen und die Angst und Abscheu vor fremden Menschen und Kulturen plagten den Autor zeitlebens.
Seinen, teilweise heftig vorgetragenen, Antisemitismus, relativierte der Autor später.
Der Protagonist ist, wie alle Erzähler in Lovecrafts Erzählungen, naiv, nervös und der Gefahr ausgesetzt, dauernd in Ohnmacht zu fallen.
Leser sollten einmal den Umstand beachten, dass in den Erzählungen des Meisters, selten gegessen oder getrunken wird. Wenn doch, dann äusserst spartanisch.
"Schatten über Innsmouth" muss dem Cthulhu - Zyklus zugerechnet werden, obwohl Dagon dort im Kosmos der "Großen Alten" nur eine untergeordnete Funktion erfüllt.
Ein Meisterwerk der Horrorliteratur
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Nozmo1 zu »H. P. Lovecraft: Schatten über Innsmouth«09.02.2008
Dies war mein erster Lovercraft, und ich war hellauf begeistert.
Schon ab der ersten Seite wird die Spannung Schritt für Schritt aufgebaut, bis sie im letzten Kapitel praktisch explodiert.
Doch nur wer sich auf den komplexen Cthulhu-Mythos einlässt, wird diesen Meilenstein auch mit Genuss lesen können.
Nozmo1 zu »H. P. Lovecraft: Schatten über Innsmouth«16.09.2007
Dies war mein erster Lovercraft, und ich war hellauf begeistert.
Schon ab der ersten Seite wird die Spannung Schritt für Schritt aufgebaut, bis sie im letzten Kapitel praktisch explodiert.
Doch nur wer sich auf den komplexen Cthulhu-Mythos einlässt, wird diesen Meilenstein auch mit Genuss lesen können.
Klaus Kühlmeyer zu »H. P. Lovecraft: Schatten über Innsmouth«13.02.2007
Diese späte Erzählung Lovecrafts (zwei Jahre vor seinem Tod entstanden) ist wohl das reifste seiner Werke. Oder besser: das gereifteste. Die unheimliche, stinkende Stadt Innsmouth, deren Einwohner nicht ganz menschlich sind, ist auch Thema in anderen Geschichten, wie beispielsweise "Das Ding auf der Schwelle", in der Ephraim Waite, ein alter Innsmouth-Bewohner, die Körper anderer Menschen zu übernehmen vermag. Auch der Große Alte Dagon (ob dieser mit Cthulhu gleichzusetzen ist, kann ich nicht sagen) wird in der gleichnamigen kurzen Erzählung beschrieben. Innsmoth war also Jahre vor Entstehung des "Schattens" bereits fester Bestandteil in Lovecrafts cthulhuidem Weltbild. Mit dieser Erzählung gibt er dem Leser nun die Möglichkeit, sich in Innsmouth quasi umzusehen und beantwortet die Frage "Was hat es mit diesem Innsmouth auf sich?" Die Beschreibungen der Häuser und Straßen, die in ihrer Detailgenauigkeit fast an eine Wegbeschreibung erinnern, machen die Stadt anschaulich, und die Entwicklung der Handlung beantwortet die Fragen nach Warum und Wie. Diese Antworten werden dem Leser zwar spätestens durch den Monolog des Zadok Allen geliefert, doch die Atmosphäre und Spannung werden weiterentwickelt, weil am Ende alles noch viel schrecklicher ist als angedeutet.
Meiner Meinung nach ist "Der Schatten über Innsmouth" die beste Erzählung aus dem Mythos. Allerdings muss leider gesagt werden, dass sie ein Paradebeispiel für Lovecrafts Fremdenfeindlichkeit darstellt. Er nutzt die landläufige (amerikanische) Furcht vor andersartigen Menschen und Kulturen, um den Horror zu verstärken, den die Großen Alten darstellen. Hierdurch werden wohlwollende Darstellungen, nach denen sich Lovecraft nach rassistischen "Jugendsünden" eines Besseren besonnen hat, widerlegt. Schade eigentlich, denn wer braucht schon Südseeinsulaner, um sich zu gruseln, wenn er eine eine Story des kosmischen Schreckens liest?
Klaus Kühlmeyer
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Fett zu »H. P. Lovecraft: Schatten über Innsmouth«29.09.2006
Der Erzähler macht eine Entdeckungsreise durch Neu-England und hört dabei von einer seltsamen Stadt, 'Innsmouth'. Aus lauter Neugierde fährt er dort hin und entdeckt, dass die Stadt in den Händen eines uralten Kultes ist.
Doch dann wirds richtig problematisch für ihn, denn der Kult liebt keine Schnüffler :)
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