Die Pest kam von den Sternen von Harry Harrison

Buchvorstellungund Rezension

Die Pest kam von den Sternen von Harry Harrison

Originalausgabe erschienen 1965unter dem Titel „Plague from Space“,deutsche Ausgabe erstmals 1966, 159 Seiten.ISBN nicht vorhanden.Übersetzung ins Deutsche von Fritz Moeglich.

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In Kürze:

Das unbekannte Flugobjekt, das die Satellitenstationen orten, entpuppt sich als die PERIKLES, das Raumschiff der ersten Jupiter-Expedition. Die PERIKLES setzt zur Landung an, ohne auf Funkbefehle zu antworten. Sie geht auf dem verkehrsreichen Kennedy-Flughafen von New York nieder. Dr. Sam Bertolli ist zur Stelle, als Commander Rand aus dem Raumschiff taumelt, befallen von einer unbekannten Krankheit. Die PERIKLES wird sofort unter Quarantäne gestellt – doch jede Gegenmaßnahme ist erfolglos, denn die Seuche von den Sternen hat bereits auf der Erde Fuß gefaßt. Sie tötet Tausende – Menschen und Tiere. Gegen Zeitnot und Massenhysterie kämpfend, versuchen Sam Bertolli und Nita Mendel, eine junge Pathologin, ein Serum gegendie Seuche zu finden. Als alle Versuche fehlschlagen, unternimmt der junge Arzt einen gewaltsamen Schritt, um den Untergang der Menschheit abzuwenden.

Das meint Phantastik-Couch.de: „Kommt die Seuche aus dem Weltall?“65

Science-Fiction-Rezension von Peter Kümmel

Aus der Sicht des Autors Harry Harrison im Jahr 1965 befinden wir uns in einer nahen Zukunft. Der Assistenzarzt Dr. Sam Bertolli hat an einem New Yorker Krankenhaus Notbereitschaft, als er zusammen mit der Pathologin Nita Mendel zu einem Großeinsatz zum Flughafen geschickt wird. Das riesige Raumschiff „Perikles“, vor zwei Jahren zur bemannten Jupiter-Mission aufgebrochen und eigentlich bereits abgeschrieben, landete – ohne Kontakt zur Erde zu haben – auf dem gar nicht für Raumfahrzeuge geeigneten Flughafen und sorgt dort für ein gewaltiges Chaos. Ein Mann entsteigt taumelnd dem Raumschiff, versucht noch etwas mitzuteilen und fällt bewusstlos zu Boden. Seine Haut ist mit Pusteln übersät. Sofort werden strengste Quarantäne-Maßnahmen ergriffen.

Das Leben des Mannes, der als Commander Rand identifiziert wird, ist nicht zu retten. Bei Bertolli und Mendel zeigen sich glücklicherweise keine Symptome der Krankheit. Dann werden zwei tote Vögel auf dem Flughafen entdeckt, die die Symptome der nach dem Toten benannten Randschen Krankheit aufweisen. Und die Meldungen über tote Vögel entlang der Küste häufen sich alsbald. Sollte die Krankheit etwa nur Vögel befallen? Nein, denn ein Polizist, der mit den Vögeln in Kontakt kam, wurde ebenfalls infiziert. Das Virus mutiert und die Lage gerät zunehmend außer Kontrolle …

Ein Missverhältnis der technologischen Entwicklung?

„Plague from Space“ ist eines der frühen Werke von Harry Harrison. Aus unser heutigen Sicht kennt man das Szenario aus vielen Katastrophenfilmen – eine Epidemie bricht aus, die Bevölkerung reagiert mit Panik, das Militär verfällt in Aktionismus, packt die Keule aus und will den Infektionsherd großflächig bekämpfen, die Politiker versuchen, mit heiler Haut zu entkommen und der Held, der sich natürlich auch noch verliebt, kämpft alleine an allen Fronten bis zur totalen Erschöpfung.

Harrisson schildert sehr anschaulich die Machtlosigkeit der Ärzte, die die Krankheit höchstens einen Tag hinauszögern können, aber kein Mittel gegen die Seuche finden können. Wer erkrankt, stirbt innerhalb von zwei Tagen. Die Bevölkerung hat zwar Angst, sieht aber trotzdem nicht ein, warum sämtliche Vögel getötet werden müssen.

Der Roman unterhält gut und der Autor schafft es, die Spannung stetig hoch zu treiben. Was jedoch auffällt, ist das Missverhältnis seiner vorausschauenden Technologie. Die Menschheit schafft es, ein Raumschiff zu entwickelt, das in der Lage ist, Menschen bis zum Jupiter zu befördern, doch die medizinische Forschung steckt quasi noch in den Kinderschuhen. Dieser auffallende Widerspruch relativiert sich jedoch, wenn wir rückblickend auf die Anfänge der Weltraumfahrt vor 50 Jahren schauen. Aus unsrer heutigen Sicht können wir auch kaum glauben, mit welch einfachen Mitteln und rudimentärer Computertechnik Menschen zum Mond geschickt wurden.

„Die Pest kam von den Sternen“ ist sicher keines von Harrisons besten Werken, birgt jedoch mit unserem heutigen Wissen einer Zeit, die die erdachte Zukunft des Autors zeitlich schon überholt haben dürfte, einen gewissen Reiz und bietet einen interessanten Ansatz über außerirdische Lebensformen.

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