Die Schrift von Henri Loevenbruck

Buchvorstellungund Rezension

Originalausgabe erschienen 2004unter dem Titel „Moira Trilogie 2: La Guerre des Loups“,deutsche Ausgabe erstmals 2007, 448 Seiten.ISBN 3-442-24390-4.Übersetzung ins Deutsche von Michael von Killisch-Horn.

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In Kürze:

Das Mädchen Alea wurde unfreiwillig zur Erbin großer Macht. Um mehr über ihre magischen Kräfte und ihr Schicksal zu erfahren, begibt sie sich auf die Suche nach einer verschollenen Bibliothek. Doch es ist ein gefährlicher Weg in einer vom Krieg heimgesuchten Welt, in der Alea viele unsichtbare Feinde auflauern. Nur wenige Freunde halten dem mutigen Mädchen die Treue. Gleichzeitig trifft Alea immer wieder auf die weiße Wölfin Imala, die ihr in besonders gefährlichen Situationen zur unschätzbaren Verbündeten wird. Doch niemand ahnt, wie eng das Schicksal Aleas und das der gesamten Inselwelt in Wahrheit mit dem der geheimnisvollen Wölfin verwoben ist …

Das meint phantstik-couch.de: „Mehr Kampf und Mystik in Teil 2 der Saga“84

Fantasy-Rezension von Eva Bergschneider

„;Die Schrift“; ist der zweite Teil der Saga „;Das Geheimnis der weißen Wölfin“;des französischen Autors Henry Loevenbruck. Der Mittelteil einer Roman-Trilogie hat es naturgemäß etwas schwerer, die Gunst des Publikums zu erobern, da die Erzählung weder eine Einleitung, noch einen endgültigen Schluss aufweist und daher oft zusammenhanglos wirkt.

Nach den dramatischen Ereignissen am Ende des ersten Bandes „;Der Ring“; darf man jedenfalls gespannt sein, wie die Geschichte um Alea und das Schicksal Gaelias weiter geht. Wird der neue Samildanach seine Kraft kontrollieren und den Kampf um die Macht beeinflussen können?

Reise in die Traumwelt Djar

Die Gefährten wurden im Kampf gegen die Herilim getrennt, Alea macht sich mit der Bardin Faith und dem Zwerg Mjölln auf den Weg zur Bibliothek von Mons-Tumba. Ihre Reise führt sie nicht nur  in das Land der feindlich gesonnenen Christen, nach Harcort, sondern in eine Art Traumwelt, dem Djar. Dort trifft Alea auf alte Bekannte und gewinnt neue Verbündete und erfährt sogar einiges über ihre Familie und Herkunft. Der Name Kailiana, den die Sylphen ihr gaben, kennzeichnet sie nicht zufällig als Tochter der Erde.

Die Wölfin Imala ist die einzige Gefährtin, die Alea sowohl in Gaelia, als auch in Djar begleitet. Ihre Verbindung wird bei jeder Begegnung intensiver und es entwickelt sich eine Freundschaft, die sich als ungeahnt wertvoll erweisen soll.

Gaelia im Krieg

Der Krieg um die religiöse Vorherrschaft in den Provinzen Gaelias ist ausgebrochen. Die Tuathann-Krieger kämpfen weiterhin verbissen um ihr altes Territorium. Ein unerwarteter Verrat am Königshof spaltet die Allianz zwischen Galatia und Sai-Mina und ein neues Bündnis der Tuathann und der Druiden entsteht. Die Mächtigen aus Harcort sehen ihre Chance gekommen, Gaelia zu erobern und zum Christentum zu bekehren. Sowohl im Rat der Druiden, als auch in den Clans der Tuathann herrscht Uneinigkeit, ausgerechnet vor der entscheidenden Schlacht um Filiden. Jedoch haben trotz aller Intrigen die Schlachtanführer eine Kriegspartei nicht auf der Rechnung: die Armee des Samildanach.

Blut und Intrigen

Im zweiten Teil der Saga „;Die Schrift“; greifen immer mehr Parteien in das Geschehen ein. Jede  versucht, ihren Glauben und ihre Interessen mit allen Mitteln durchzusetzen und sich seinen Anteil an der Macht zu sichern. Entsprechend erhöht sich die Anzahl der Handlungsebenen, die Story wird vielschichtiger. Allerdings leidet der Erzählfluss darunter, die Sprünge zwischen den Schauplätzen sind teilweise sehr drastisch und nicht immer sofort nachvollziehbar.

Die Dramatik und Brutalität in der Erzählung wird durch mehrere blutige Schlachten enorm gesteigert. Der Autor schreckt nicht davor zurück, wichtige Handlungsträger, die dem Leser sympathisch geworden sind, zu opfern, was ebenso wie das blutige Geschehen auf dem Schlachtfeld eine sehr düstere Atmosphäre schafft. Neu eingeführte Figuren und die radikale Entwicklung der Hauptprotagonistin beschleunigen die rasanten Veränderungen in Gaelia und beschwören fortwährend neue Geheimnisse und Fragen herauf.

Alles Teil eines großen Plans

Die Fortsetzung der Saga ist mystischer geworden, die Absichten der Akteure erscheinen rätselhafter, ihre Handlungen noch widersprüchlicher. Der Rat der Druiden zerfällt, einige kleben weiterhin an ihrer Macht, andere lassen sich scheinbar auf eine Veränderung der Weltordnung ein. Der neue Großdruide Finghin verlässt Sai-Mina, steht aber weiterhin loyal zum Rat der Druiden. Der eigenartige Druide Kiaran lässt Alea Informationen zukommen, warnt sie aber zugleich davor, irgend jemandem zu trauen. Der Samildanach selbst wünscht sich eigentlich Frieden, rekrutiert aber eine Armee, um den Tuathann in der Schlacht zu Hilfe zu kommen.

Und doch scheint trotz aller Widersprüche, jedes Geschehen, ein Glied in einer schicksalhaften Ereigniskette zu sein:

(Alea) „; Es tut mir leid, Kiaran, ich verbreite Tod um mich herum...“;
Er hebt den Kopf. Es gelingt ihm, zu lächeln.
„;Macht Euch keine Sorgen, Alea. Bald werdet Ihr Leben verbreiten. So ist es“;

Warten auf den Abschluss der Trilogie

Henri Loevenbruck hat die ersten beiden Bände seines dreiteiligen Fantasy-Abenteuers „;Das Geheimnis der weißen Wölfin“; überzeugend abgeschlossen. Beide sind so spannend, dass keine Cliffhänger nötig sind, um die Leser zum Kauf der Fortsetzung zu motivieren.

Für „;Die Schrift“; hat sich der Franzose allerdings ein besonders fetziges und zugleich bewegendes Finale einfallen lassen.

Die kleinen logischen Ungereimtheiten, die sich in den Mittelteil der Saga eingeschlichen haben, verzeiht man gern, denn die Freude an der bewegenden Story und den Charakteren, die sich seit „Der Ring“ glaubwürdig weiter entwickelt haben, überwiegt.
Loevenbruck ist es erneut gelungen, seine Leser in Atem zu halten und zu faszinieren. Wie wird der Autor diese komplexen Ereignisse um Alea und das Inselreich Gaelia wohl auflösen? Es bleibt nichts anderes übrig, als auf den Erscheinungstermin des letzten Bandes „;Die Prophezeiung“; im April zu warten.

Ihre Meinung zu »Henri Loevenbruck: Die Schrift«

aleyna zu »Henri Loevenbruck: Die Schrift«20.06.2007
Ich fand den zweiten Teil im Gegensatz zu dem Ersten eher etwas fade. Meiner Ansicht nach haben sich die Ereignisse einfach nur so hintereinanderhergreiht. Die unwichtigen Passagen wurden lang gezogen und die eher wichtigen kamen mir zu kurz. Man soll es aber nicht zu sehr auf die große Waage legen, denn meistens sind die zweiten Teile einer Trilogie nur dafür gedacht um dem letzten Teil die Spannung nicht weg zu nehmen und paar Ereignisse noch dazuzufügen.
dyke zu »Henri Loevenbruck: Die Schrift«22.02.2007
Nach zwei Bänden bin ziemlich zerrissen mit meiner Meinung. Das ganz ist schon recht spannend mit den üblichen Verdächtigen erzählt. Aber im Detail schludert der Autor doch ziemlich. Zwei Beispiele: Während im Galopp geritten wird und der Wind ohrenbetäubend ist, unterhält man sich so nebenbei von Pferd zu Pferd. Oder sie reiten ein Stück vom Weg entfernt um nicht gesehen zu werden, dabei spielt der Zwerg lustige Weisen auf seinem Dudelsack.
Solche Szenen und die in der kurzen Zeit von nicht einem Jahr sehr unwahrscheinliche Reifung einer 13-jährigen lassen mich zwischen Unterm Durchschnitt und ganz nett schwanken.
Wohl eher etwas für die Leser, die lieber Bücher fressen als Geschichten zu genießen.
Aber Band 3 wird’s wohl auch noch werden, einfach um zu lesen, wie und ob der Autor das ganze zusammenschließt.
Aber ob die Trilogie eine dauerhaften Platz in meinen Regalen bekommt ist sehr fraglich.
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