Bestien der Nacht von Hugh Walker

Buchvorstellungund Rezension

Bestien der Nacht von Hugh Walker

Originalausgabe erschienen 1976, 145 Seiten.ISBN nicht vorhanden.

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In Kürze:

Das Mädchen Michaela ist spurlos verschwunden. Ihrem Verlobten, der sie verzweifelt sucht, gelingt es schließlich, über ein Medium Kontakt mit ihr aufzunehmen. Dabei erfährt er die schreckliche Wahrheit: Die Geliebte ist tot.

Hartnäckig setzt der junge Mann seine Nachforschungen fort – bis er in einem alten Haus Michaelas verstümmelten Leichnam findet.

Trotzdem kann er nicht glauben, seine Verlobte für immer verloren zu haben. Und eines Tages geschieht das Unglaubliche: Michaela steht lebendig vor ihm.

Das meint Phantastik-Couch.de: „Gute Ideen auf zu kleinem Raum“65

Horror-Rezension von Elmar Huber

„Ein seltsames Geräusch ließ mich zusammenfahren. Das Mädchen wich an die Wand zurück und starrte mit angehaltenem Atem zur düster gewölbten Decke hoch. Von irgendwo darüber war der Laut gekommen. Er wiederholte sich mehrmals. Es klang wie starke Schläge, die nachhallten. Einen Augenblick lang vermeinte ich zu erkennen, was es war. Aber es entschlüpfte meinem Bewußtsein. Gleichzeitig wehte ein kalter Luftzug durch das Haus und etwas schloß sich – wie eine gewaltige Tür. Dann herrschte Stille.“

Friedrich von Lund besitzt keine Erinnerung an seine Vergangenheit. Auch Michaela, die neue Mieterin in seinem Haus, kann sich an keine zurückliegenden Ereignisse erinnern. Und doch kommt Michaela Friedrich seltsam bekannt vor. Die anderen Mieter des Hauses scheinen die beiden nicht wahrzunehmen. Langsam drängt sich eine erschreckende Erkenntnis in Friedrichs Bewusstsein.

Die Liebe von Geistern

Ich verrate wohl nicht zuviel, wenn ich aufdecke, das Friedrich und Michaela in diesem Szenario Geister sind. Doch was in vielen anderen Romanen und Filmen als finale Überraschung benutzt wird, gerät hier zum Startschuss der eigentlichen Geschichte. Denn Friedrich ist mitnichten tot, sondern versucht über ein Medium mit seiner verschwundenen Verlobten Michaela Kontakt aufzunehmen. Seine Erlebnisse in Trance führen ihn in besagtes Haus, in dem er im Korridorgewirr des Kellers Michaelas Leiche findet und selbst beinahe zum Opfer seltsamer Kreaturen wird. Diese Bestien, Hybride aus Mensch und Tier, gelangten durch die Beschwörungen eines weiteren Hausbewohners, Franz Laudmann, in das Haus. Dessen unheiliges Treiben ist auch verantwortlich dafür, dass Michaelas Geist keine Ruhe findet.

Friedrich ist gerettet und Michaelas Leichnam beerdigt, als Franz Laudmann erneut auf Friedrich Lund zukommt und ihm mitteilt, er könne ihm Michaela wieder geben, doch dieser lehnt entsetzt ab. Dennoch taucht Michaela wieder auf und für Friedrich, zwiegespalten zwischen Liebe und Abscheu, gewinnt die Hoffnung auf ein Leben mit Michaela die Oberhand. Doch nach und nach zeigen sich die Veränderungen an Michaelas Verhalten.

Eigenständige Ideen können sich leider nicht entwicklen

„Bestien der Nacht“ besteht aus drei Teilen. Der erste Teil. beschreibt Friedrich (von) Lunds traumartige Abenteuer in Trance, deren Zweck es ist, eine Spur von Michaela zu finden. Teil zwei zeigt uns Friedrich und Michaelas Bruder auf Michaelas Spur in der realen Welt, sowie Friedrichs beinahen Tod in den Katakomben des seltsamen Hauses. In Teil drei kehrt Michaela – zunächst normal – wieder, um erst später ihre Veränderung zu offenbaren.

Für einen Roman dieser Gattung punktet „Bestien der Nacht“ mit einigen ungewöhnlichen und eigenständigen Ideen. Zunächst halte ich die Dreiteilung für äußerst gelungen, korrespondiert diese doch mit Friedrichs jeweiligen Empfindungszuständen. Die Atmosphäre ist sehr gut umgesetzt. Friedrichs leicht surreale Erlebnisse während seiner Trance, die plötzlich auftauchenden Bestien, die Entdeckung des Korridorlabyrinths, das „sich offensichtlich unter der ganzen Altstadt erstreckte“ und Friedrichs Versuch, nach Michaelas Beerdigung ein normales Leben zu führen, die durch deren Wiederkehr jäh zunichte gemacht werden, sind flüssig und nachvollziehbar geschildert.

Allerdings kommen einzelne Elemente des Romans einfach zu kurz. Laudmanns Beschwörungen entbehren für den Leser jeglicher Beweggründe, die titelgebenden Bestien werden zur bloßen Staffage und auch das Ende kommt sehr plötzlich. Ich hätte Friedrich und Michaela in ihrer neuen Inkarnation noch einige Augenblicke mehr gegönnt. Insgesamt könnte der Roman gut doppelt so lange sein, um allen Aspekten befriedigend Rechnung zu tragen.

„Bestien der Nacht“ erschien als Nr. 24 der Dämonenkiller Taschenbuch-Reihe, in der seinerzeit Einzelromane veröffentlicht wurden, die – bis auf einige Ausnahmen – in keinem Zusammenhang mit Dorian Hunters (der eigentliche Dämonenkiller) fortlaufenden Abenteuern stehen, sondern sich lediglich des Markennamens bedienten (Anmerkung: Info von www.groschenhefte.net). Doch es gibt Bezüge zu weiteren Büchern von Hugh Walker. Sowohl Franz Laudmann (im wesentlichen in Walkers Magira-Zyklus), als auch Hans Feller und das Medium Klara Milletti tauchen in weiteren Romanen Walkers auf.

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