Die Sphären von Iain M. Banks

Buchvorstellungund Rezension

Die Sphären von Iain M. Banks

Originalausgabe erschienen 2008unter dem Titel „Matter“,deutsche Ausgabe erstmals 2008, 850 Seiten.ISBN 3-453-52500-0.Übersetzung ins Deutsche von Andreas Brandhorst.

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In Kürze:

Bei ihrem Aufbruch ins All entdecken die Menschen über die ganze Galaxis verstreut künstliche Planeten, riesige Habitate, in deren Innerem sich mehrere Ebenen befinden. Diese Habitate wurden offenbar vor Millionen von Jahren von einem Volk erbaut, das längst verschwunden ist. Zu welchem Zweck, ist unklar. Dennoch besiedeln die Menschen diese Welten, nicht ahnend, dass sie damit ihren eigenen Untergang heraufbeschwören. Denn die Habitate sind eine gigantische Falle für die menschliche Zivilisation.

Das meint Phantastik-Couch.de: „Eine solide Zukunftsgeschichte“64

Science-Fiction-Rezension von Verena Wolf

Der erste Teil des Buches hat gar nichts mit dem Klappentext zu tun. In den ersten hundert Seiten findet sich der Leser in einem waschechten Fantasyroman wieder. Wir befinden uns auf der achten Ebene einer Schalenwelt, ein künstlich konstruierter Planet, der wie bei einer Zwiebel aus verschiedenen Schalen besteht. Auf jeder Ebene wohnt ein anderes Volk, auf der achten die Sarl, ein mittelalterlich lebendes, patriarchisches und recht kriegerisches Volk. Herrscher über die Sarl ist König Hausk, der zwei Söhne und eine Tochter hat. Um diese kreist die Geschichte. Thronerbe Ferbin wird zufällig Zeuge, wie sein Vater durch dessen besten Freund und Ratgeber hinterlistig ermordet wird und so die Macht an sich reißen will. Ferbin muss fliegen. Die Zeit eilt, denn nicht nur er, auch sein jüngerer Bruder Oralen, der nichts von dem Verrat weiß, ist in Lebensgefahr. Ferbin macht sich auf die Suche nach seiner Schwester Djan, die vor Jahren zur „;Kultur“ gegangen ist, eine geheimnisvolle Gesellschaft voller Macht, die an der Oberfläche der Schalenwelt lebt, um sie um Hilfe zu bitten. Eine typische Heldenreise voller Gefahren beginnt. Was Ferbin nicht weiß, seine Schwester ist eine hochausgebildete Agentin der „;Kultur“ geworden, längst ein Mensch 2.0 voller Updates, die Planeten und deren Bewohner beobachtet. Sie ist bereits auf dem Weg zurück zu den Sarl, um ihren Geschwistern beizustehen.

Machtspiele der Spezies

In „;die Sphären“, das wie einige Bücher von Banks im „;Culture-Universum“ spielt, werden viele neue interessante Charaktere und Spezies beschrieben, so viele, dass man das Personenverzeichnis am Ende des Buches, das immerhin 24 Seiten umfasst, gut brauchen kann. Besonders die Szenen mit dem leicht verzogenen Ferbin sind voller Humor und Augenzwinkern, wenn auch für waschechte SF-Fans ungewohnt Fantasy-lastig. Aber auch echte Space-Opera-Elemente und Action-Szenen bekommen später ihren Raum in dem Buch, das um die innere und äußere Reise der Geschwister kreist. Banks schreckt nicht davor zurück, auch liebgewonnene Charaktere sterben zu lassen, wenn es passt. Und es passt recht oft.

Toll ist die hintergründige Art, mit denen Banks mit den unterschiedlichen Spezies Sarl / Oct / Nariscene / Mrthanveld jongliert, die alle ihre eigenen Interessen verfolgen und sich gegenseitig manipulieren, beeinflussen und beherrschen (wollen). Es wird zum Glück nicht alles genau vorgekaut und erklärt, sondern man muss zwischen den Zeilen lesen. Nicht immer sind der Leser und die Buchcharaktere auf dem gleichen Informationsstand. Über die Verflechtungen und teilweise historischen Zielsetzungen wissen die Charaktere des Buches besser Bescheid als der Leser, viele Motive und Interessen der Spezies vermuten die Charaktere nur, können es aber genauso wenig wie der Leser beweisen und manche Zusammenhänge des großen Ganzen beginnt der Leser zu erahnen, ohne dass die Charaktere des Buches Verdacht schöpfen.

Erzähltempo schwankt extrem

Ein Minuspunkt ist, dass Banks in der Mitte des Romans den roten Faden verliert. Die Story dümpelt da vor sich hin. Auf einmal lustlos blättert man schon einmal weiter, ohne irgendetwas zu verpassen. Das ist schade. Dafür wird es am Ende umso hektischer. Es scheint, als ob Banks die Seiten ausgegangen wären. Offene spannende Fragen bleiben unbeantwortet: welche Rolle spielt die Welt Sursamen wirklich für die anderen Spezies, warum haben die Oct Hologramm-Doubles ihrer Schiffe im All platziert, was macht der WeltenGott wirklich? Schade. Hektisch werden große Ereignisse abgehakt und rasend schnell stolpert man in einen Endkampf und dann ist plötzlich: Ende. Warum der Epilog nach dem Personenverzeichnis nachgereicht wird, irritiert, er bildet aber immerhin einen ganz schönen (zweiten) Abschluss.

Ihre Meinung zu »Iain M. Banks: Die Sphären«

Beverly zu »Iain M. Banks: Die Sphären«15.02.2012
Der irreführende Klappentext hat mich zunächst davon abgeschreckt, "Die Sphären" zu lesen. Nun bin ich froh, dass ich den Wälzer doch in Angriff genommen habe. Nachdem sich Banks sehr viele Beschreibungen und Erklärungen und Rückblenden gegönnt hat, baut sich in der zweiten Hälfte Spannung auf und es wird deutlich, dass es um viel mehr geht als um zu ehrgeizige Höflinge.
7even zu »Iain M. Banks: Die Sphären«16.02.2011
Zu Allererst: Der Klapptext ist, wie viele andere auch schon erwähnten, eine Zumutung. Diese Zusammenfassung hat null mit dem eigentlichen Inhalt des Buches zutun, sondern beschreibt lediglich den Mythos einer Schalenwelt.

Nichtsdestotrotz ist Sphären ein sehr abwechslungsreicher Roman der den Spagat zwischen Märchen und Sci-Fi Erzählung stemmt ohne dabei lächerlich zu wirken. Geschafft hat Banks das ganz allein durch die Erfindung der Schalenwelt. Eine tolle Idee durch die sicherlich noch einige weitere Bücher erscheinen werden.

Die Charaktere des Buchs sind allesamt sehr gut beschrieben und besitzen alle Tiefe, Stärken und Schwächen, selbst die KI\'s wie z.b. ein Raumschiff oder die Drohne Turminder Xuss von Djan Seriy Anaplian.

Banks hätte allerdings mindestens 100 Seiten unwichtiger Beschreibungen sparen können, dadurch würde das lesen dieser märchenhaften Geschichte fliesender von der Hand gehen.
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
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