Exzession von Iain M. Banks

Buchvorstellungund Rezension

Exzession von Iain M. Banks

Originalausgabe erschienen 1996unter dem Titel „Excession“,deutsche Ausgabe erstmals 1997, 655 Seiten.ISBN 3-453-19679-1.Übersetzung ins Deutsche von Irene Bonhorst.

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In Kürze:

Zweieinhalb Jahttausende ist es her, daß ein rätselhaftes Artefakt in einem entlegenen Sektor des Raums auftauchte. Es war eine riesige schwarze Kugel, die eine uralte Sonne umkreiste. Messungen ergaben, daß das Gestirn tausend Milliarden Jahre alt sein mußte, also mindestens fünfzigmal älter als unser Universum. Wie war das möglich? Eines Tages war das Gestirn verschwunden.

Ein fulminanter Roman, der bis an die Grenzen des sprachlich Ausdrückbaren vorstößt, um die denkbare Vielfalt der Entwicklung von Intelligenz im Kosmos vor Augen zu führen und Raum und Zeit, Vergangenheit und Zukunft in den Griff zu bekommen.

Das meint phantastik-couch.de: „Nur für ganz hartgesottene SF-Fans“45

Science-Fiction-Rezension von S.B. Tenz

In einem entlegenen Sektor des Weltraums taucht eines Tages ein rätselhaftes Artefakt auf. Eine riesige schwarze Kugel, die sich allen Kontaktversuchen verweigert. Niemand weiß, woher dieses Objekt kommt noch was für Ziele es verfolgt. Kommt es in friedlicher oder feindlicher Absicht? Die Kultur und der Affront senden Schiffe zu diesem mysteriösen Objekt aus, um das Geheimnis der Kugel zu lüften und ihre Macht für sich zu nutzen. Messungen ergeben schließlich, dass das Objekt über tausend Milliarden Jahre alt sein muss. Älter also als das uns bekannte Universum selbst. Doch wie ist das möglich? Und wer oder was steckt dahinter?

Exzession ist Iain Banks fünfter Roman innerhalb des Culture-Zyklus. Um es vorweg zu nehmen: Wer den ersten Band des Zyklus „Bedenke Phlebas“ nicht kennt, wird sich mit diesem Werk mehr als schwer tun. Ohnehin sind die Romane Iain Banks nichts für Gelegenheits-Leser, die mal eben so nebenbei kurzweilige Unterhaltung suchen. Innerhalb des Culture-Zyklus ist „Exzession“ sicher auch nicht der stärkste Roman des Autors.

Selbstgeißelung mit Niveau?

Meine Güte! Ich kann mich nicht daran erinnern, wie lange es her ist, dass ich mich dermaßen durch einen Roman quälen musste. Langweile pur. Langatmig und verwirrend. Ein literarisches Folterinstrument. Intelligente Raumschiffe, deren ellenlange, abstruse „;Maschinen-Dialoge“; den Leser fast in den Wahnsinn treiben. Man ist fast geneigt, diese Passagen des Romans zu überspringen. Natürlich ist das nicht empfehlenswert, denn dann versteht man überhaupt nichts mehr. Bekanntermaßen schart Iain Banks eine große Fangemeinde um sich. Das steht völlig außer Frage. Nur, ob auch die immer so genau wissen, um was es letztendlich in den verworrenen Stories geht? Ich wage es zu bezweifeln. Intellektueller Anspruch ist gegeben, aber er sollte sich nicht in sich selbst verlieren und dadurch zu einer tonnenschweren Last werden, die den Leser buchstäblich (im wahrsten Sinne des Wortes) erdrückt. Iain Banks mutet seinen Lesern einiges zu. Freejazz statt seichter Klänge scheint sein Motto zu sein. Dass er den durchschnittlichen Leser damit jedoch gnadenlos überfordert, ihm keinerlei Entspannung gönnt, scheint ihm nicht bewusst. (Oder doch?) Man sagt, dass Iain Banks Fans zum Beispiel der Star Trek Gemeinde nur mit einem müden Lächeln begegnen. Schon möglich, aber das ist auch eine ganz andere Welt.

Fazit

Iain Banks Exzession ist harter Stoff. Selbstgeißelung auf hohem Niveau. Für den gelegentlichen Science Fiction Leser mehr als ungeeignet. Mir persönlich hat dieser Roman soviel Spaß gemacht wie Zahnschmerzen.

Dennoch, Iain Banks hat seinen festen Platz innerhalb der Science Fiction. Ein Autor mit unglaublichen Potenzial, der eben seinen eigenen Weg geht. Wer auf der Suche nach einer völlig neuen Herausforderung in Sachen Science Fiction ist, der sollte einen Versuch mit Iain Banks Werken wagen. Allen anderen sei gesagt: FINGER WEG!

Wer Entspannung und Lesevergnügen statt einer Tortur sucht, der sollte sich das nicht antun. Das Leben ist schon schwer genug, da bedarf es nicht noch zusätzlich einer solchen Belastung. Iain Banks Fans mögen mir vergeben, aber weniger ist eben tatsächlich manchmal mehr.

Ihre Meinung zu »Iain M. Banks: Exzession«

H.Rehm zu »Iain M. Banks: Exzession«26.10.2013
Sprachliche Meisterschaft gepaart mit technischem und philosophischem Wissen, feiner Ironie und grenzenloser erzählerischer Fantasie. Niemals unlogisch.
Bei fast allen Büchern von Banks zeigen sich die Verquickungen der Handlungsstränge erst ab der Mitte der jeweiligen Handlung ab.
Meine Empfehlung: Langsam lesen. Formulierungen und Dialoge genießen. Notfalls zurückblättern und nochmals lesen. Es loht sich.
Übereinstimmung mit dem Rezensenten S.B. Tenz:
Nichts für SF Anfänger und Gelegenheitsleser.
Beverly zu »Iain M. Banks: Exzession«27.02.2012
Ich habe seinerzeit viel Geld ausgegeben, um Exzession als Hardcover unter dem Titel "Die Spur der toten Sonne" zu kaufen. Bereut habe ich den Kauf nicht, im Gegenteil. Banks hat mich gut unterhalten und deshalb kann ich den Verriss nicht nachvollziehen. Wer Space Opera mag, mit dem Stil von Banks klarkommt (den halte ich oft für gewöhnungsbedürftig) und gern in die Welt der "Kultur" abtaucht, wird seinen Spaß an dem Roman haben. Die "Affronter" mögen zwar etwas klischeehaft daherkommen, aber lassen keine Langeweile aufkommen.
Ihr Kommentar zu Exzession

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