Interview mit Georg Miesen

„Vielleicht werde ich doch noch eines Tages reich und berühmt.“

Georg Miesen gibt den Eifel-Krimis einen phantastischen Touch. Seine Sonderermittlereinheit des BKA für okkulte Verbrechen lässt ein wenig an Akte X erinnern. Phantastik-Couch sprach mit dem Autor und bringt als kleines Special auch gleich drei Rezensionen zu seinen Büchern.

Phantastik-Couch: Hallo Herr Miesen. Sie sind Vater dreier Kinder und als Notfallmanager der Deutschen Bahn angestellt – bleibt da überhaupt noch Zeit für Hobbys – und wenn ja, wie vertreibt sich Georg Miesen seine Freizeit mal abgesehen davon, dass er sich phantastische Krimis einfallen lässt?

Georg Miesen: Hallo Carsten, diese Frage wird mir nicht zum ersten Mal gestellt. Es stimmt, ich muss meine Zeit schon ganz bewusst einteilen, um Familie, Beruf und meine Schreibwut unter einen Hut zu bringen. Zeit für weitere Hobbys scheint da nicht zu bleiben. Aber tatsächlich gibt es noch eine ganze Reihe von Dingen die ich gerne tue. Ich singe im Kirchenchor in Marmagen (mit Konzertauftritten wie Mozarts „Requiem“, Händels „Schöpfung“ oder die „Carmina Burana“ von Karl Orff), lese für mein Leben gerne Romane (je dicker desto besser), bin in der kirchlichen Jugendarbeit tätig, gehe mit Freunden auf Konzerte (bin ein echter Hardrock Fan) und, und, und …

Wenn der Roman an dem ich jeweils arbeite, jedoch in die Schlussphase kommt, schraube ich diese Aktivitäten zurück und konzentriere mich auf meine Schreibarbeit. Alles zu seiner Zeit, lautet meine Devise und meistens komme ich ganz gut damit zurecht.

Phantastik-Couch: Ich habe gelesen, dass Sie erst relativ spät zur Feder griffen. Was war der Anlass, dass Sie dann doch noch ihre literarische Ader in sich entdeckten?

Georg Miesen: Meine Erfahrung ist, dass wir Menschen uns in Zyklen weiterentwickeln. Dabei geht der nächsten Entwicklungsstufe meist eine Krise voraus. Bei mir war es eine berufliche Krise, die mich Umschau halten ließ, nach weiteren Möglichkeiten eine Existenzgrundlage aufzubauen. Darüber kam mir die Idee für einen Roman, die mich so fesselte, dass ich es einfach mal probierte, selber zu schreiben.

Nun, ich habe sehr schnell lernen müssen, dass der Beruf des Schriftstellers seinen Mann eben nur sehr, sehr selten ernährt, aber einmal von der Faszination des Schreibens gepackt, konnte ich nicht mehr aufhören. Und wer weiß, vielleicht werde ich doch noch eines Tages reich und berühmt.

Phantastik-Couch: Und warum haben Sie sich für die doch eher seltenere Abart des phantastischen Kriminalromans entscheiden?

Georg Miesen: Mich hatte der Eifelkrimi von Anfang an fasziniert. Ich las plötzlich Namen in einem Buch die mir aus der eigenen Alltagswelt geläufig waren. Orte, Straßen, Häuser und sogar Menschen, mit denen ich aufgewachsen war. Die Geschichten gewannen dadurch eine ungeheure Nähe zur Realität. Da fragte ich mich, wie so etwas wohl wirken würde, wenn man statt eines in der Realität verwurzelten Krimis phantastische Geschichten erzählen würde. Hinzu kam, dass ich auf gar keine Fall als weiterer Eifelkrimischriftsteller in Erscheinung treten wollte. Da lief ich Gefahr im Schatten von Michael Preute, alias Jacques Berndorf und Ralf
Kramp übersehen zu werden.

Ein weiterer Grund ist, dass ich phantastische Geschichten liebe. Bei der Konzeption meines ersten Romans, Hexensommer, (erscheint im September als neu überarbeitete Ausgabe mit dem Titel Sommer der Hexen), habe ich versucht, einen Roman zu schreiben, den ich selber gerne lesen würde, wie er aber nicht zu bekommen ist. Herausgekommen ist ein Mix aus Eifelkrimi, phantastischem und historischem Roman.

Phantastik-Couch: Was wollen Sie mit Ihren Romanen erreichen -- geht es Ihnen um die spannende Unterhaltung der Leser, oder möchten Sie diesen auch eine Message mit auf den Weg geben?

Georg Miesen: Ach ja die Message …

Ich denke, dass jeder gute Roman seine Message hat, dafür braucht man jedoch nicht mit Moralkeule oder erhobenem Zeigefinger daher zu kommen. Ich halte mich weder für weise, noch für besonders erfahren. Tatsächlich stolpere ich wie jeder andere tagtäglich über meine eigenen Fehler und Unzulänglichkeiten. Wenn ich eine Intention habe, dann ist es die, meinen Leser auf eine aufregende und abenteuerliche Reise mitzunehmen und sie ihren Alltag für eine Zeit vergessen zu lassen. Dies allerdings auf möglichst hohem Niveau, denn nur ein guter Roman hinterlässt bei dem Leser das Gefühl, nicht nur eine Geschichte gelesen,
sondern etwas erlebt zu haben

Phantastik-Couch: Sie haben vorhin berichtet, dass Sie in der kirchlichen Jugendarbeit engagiert sind. In den Romanen greifen Sie dann auch Themen wie den drohenden Absturz von Menschen im Zuge von Arbeitslosigkeit, Krankheit oder Drogenabhängigkeit auf. Ich nehme einmal an, dass das Themen sind, auf die Sie als Jugendleiter, gerade in Zeiten in denen soziale Ausgaben kontinuierlich zurückgefahren werden stossen?

Georg Miesen: Nicht nur in meiner Arbeit als Jugendleiter, auch im alltäglichen Umgang zu Hause, bei Freunden oder am Arbeitsplatz tauchen diese Themen immer wieder auf. Wo früher ein soziales Netz Sicherheit bot, klaffen nun riesige Lücken. Vater Staat hat sich in den letzten Jahren mehr und mehr aus der Verantwortung gestohlen und seinen Kindern auferlegt, die entstandenen Versorgungslücken über den Abschluss von Versicherungen zu schließen. Pech nur für diejenigen, die nicht genug verdienen, um sich die teuren Zusatzabsicherungen leisten zu können. Außerdem gibt es eine ganze Reihe an schwer durchschaubaren Mogelpackungen auf dem Markt, die im Bedarfsfall dann doch nicht greifen.

Besonders schlimm betroffen sind junge Familien mit Kindern, die ja angeblich gefördert werden sollen, tatsächlich aber mehr als alle anderen zur Kasse gebeten werden, da wirken Kindergeld und Kinderfreibetrag noch nicht einmal wie der sprichwörtliche Tropfen auf den heißen Stein. Diese Dinge gehören zum sozialen Umfeld und fließen daher auch in meine Romane mit ein.

Phantastik-Couch: Im kleinen, aber sehr engagierten KBV Verlag Hillesheim haben Sie dann nach Einzelveröffentlichungen im Buchfink Verlag (Hexensommer) und im Helios Verlag (Weihnachtsdrache) eine verlegerische Heimat gefunden. Wie kam es zum Kontakt?

Georg Miesen: Jochen Gruch, der Besitzer des Buchfink Verlages sah sich gezwungen, aus steuerlichen Gründen seinen Verlag zu schließen und vermittelte das Manuskript zu dem Roman „Wolfsherbst“, das ich ihm kurz zuvor geschickt hatte, an den KBV-Verlag, dessen Verleger Ralf Kramp er persönlich kannte. Dieser hatte gerade mit dem Roman „Somniferus“ von Michael Siefener, den Versuch gestartet, eine fantastische Sparte in seinem Krimiverlag zu etablieren. Da sich Somniferus sehr gut verkaufte, nahm Ralf Kramp „Wolfsherbst“ an
und mich als weiteren Autor in seinem Verlag auf.

Phantastik-Couch: Nun ist gerade KBV dafür bekannt, sehr bodenständige Werke zu publizieren. Man bietet dem Leser ganz bewusst Titel an, die in der Eifel angesiedelt sind. Damit beschränkt man sich aber naturgemäß auch – zumindest örtlich – und gibt den Hausautoren ein gewisses Gerüst an die Hand nach der diese ihre Handlung ausrichten sollten. War das für Sie als gebürtigen „Vulkaneifler“ eher etwas, das Ihnen entgegen kam, insoweit, als Sie natürlich auch aus persönlicher Erfahrung, aus der Verwurzelung in der Gegend zehren konnten, oder sehen Sie dies vielleicht gar als Manko an, werden doch so einige Leser eben aufgrund der regionalen Ausrichtung vielleicht eher zögerlich zu den Büchern greifen?

Georg Miesen: Zunächst ist der KBV in seiner Ausrichtung ein großes Glück für mich. Aus Gründen die ich oben angeführt habe, übt der regionale ausgerichtete Roman eine ganz besondere Faszination aus. Gerade die Eifel steckt voller dunkler Geheimnisse, die mich zu immer neuen Geschichten inspirieren. Man darf halt nicht den Fehler begehen, regional mit provinziell zu verwechseln. Die Eifelkrimis sind zwar in ihrem Handlungsraum, jedoch nicht in ihrem Verkauf auf die Eifel beschränkt. Wenn man dazu noch sieht, dass zum Beispiel ein großer Teil der Romane des Weltbestsellerautors Stephen King in Neuenland spielen, muss eine regionale Ausrichtung nicht unbedingt als Hemmnis für den Verkauf eines Buches wirken

Phantastik-Couch: In den bislang bei KBV erschienen drei Romane stellten Sie eine Sonderermittlereinheit des BKA für okkulte Verbrechen in den Vordergrund. Das lässt ein wenig, wenn auch von der Ausrichtung doch ganz anders, Erinnerungen an Akte X und Mr. Mulder wach werden. War diese erfolgreiche TV-Serie eine Art Vorbild, oder wie kamen Sie überhaupt auf die Idee eine beamtete Polizeitruppe auf die Spuren des Bösen zu setzen?

Georg Miesen: Hier muss ich zu meiner Schande gestehen, dass ich diese bekannte Serie nicht gesehen habe. Mein Fernsehkonsum beschränkt sich auf ein Minimum. Ich lese lieber ein gutes Buch oder schreibe selber eins. Umso erstaunlicher ist es das genau diese Parallelen zwischen Akte X und meinen Romanen schon von mehreren angesprochen worden sind. Die Idee zu dieser Truppe kam mir bei der Arbeit an meinem ersten Roman „Hexensommer“. Ich hatte einen toten Punkt erreicht, kam mit der Handlung einfach nicht mehr weiter und brauchte eine Person, die neue Perspektiven mit sich brachte. Da tauchte plötzlich Jürgen Rudloff auf. Zu diesem Zeitpunkt noch allein agierend und ein ziemlicher Kotzbrocken. In dem mittlerweile ausverkauften Roman (Auflage 500 Stück) habe ich ihn zu Schluss umgebracht. Was ich nachher bitter bereute. Daher siedelte ich den nächsten Roman zeitlich vorher an und schaute im „Wolfsherbst“, wie viel Potential in dem Kerl wirklich steckte. Daraus entwickelte sich über drei Romane das Team der KA-Abteilung für Okkulte Verbrechen. Mit der Neuauflage, soviel möchte ich verraten, habe ich meinen Fehler rückgängig gemacht. Tja, wir Schriftsteller dürfen uns so etwas schon einmal erlauben.

Phantastik-Couch: In Ihren ersten beiden KBV Romanen nutzen Sie die stilistische Möglichkeit Handlungsebenen zeitlich versetzt zu präsentieren. Sie berichten von phantastischen Begebenheiten in der teilweise tiefsten Vergangenheit, die ihre Wirkung im Heute und Jetzt zeitigen. Mit fiel bei der Lektüre auf, dass Sie die historischen Szenen doch sehr kurz halten -- fühlen Sie sich in ihrer vertrauten Zeit wohler?

Georg Miesen: Es ist natürlich so, dass historische Passage einen ungeheuren Aufwand an Recherche mit sich bringen, will man ernst genommen werden. Ich habe ich mich aber auch aus anderen Gründen auf ein Minimum beschränkt. Die Sequenzen sollten wie Punktfundamente der Geschichte eine Basis geben, die Gewichtung jedoch in der Gegenwartshandlung belassen. In dem demnächst erscheinenden Roman /Sommer der Hexen/ habe ich mehr Gewicht auf die parallel verlaufende Handlung im frühen siebzehnten
Jahrhundert gelegt.

Sowohl die Recherchearbeit, als auch das Schreiben haben mir großen Spaß gemacht. Es war überaus interessant, herauszufinden, welch große Rolle Eifeler in der Weltgeschichte gespielt haben. Ein Steinfelder Abt, der als Berater bei den Verhandlungen zu dem Westfälischen Frieden mitgewirkt und gegen Kardinal Richelieu prozessiert und gewonnen hat. Ein Hexencommissarius, der in seiner Grausamkeit einen Bernard de Gui in den Schatten stellte.

Phantastik-Couch: „Schattenschrei“ kommt dunkler daher als seine Vorgänger. Nicht um die
Aufklärung einer Verbrechensserie geht es in dem Werk, sondern um den Versuch des Bösen in unserer Welt Fuß zu fassen, und vorab alle, die diesem Unterfangen im Wege stehen auszuschalten. War dies eine bewusste Entscheidung von Ihnen, den phantastischen Inhalt deutlich zu stärken, ja einen Veritablen Horror-Plot mit nur geringen Kriminalelementen vorzulegen?

Georg Miesen: Ich sehe mich noch nicht als „fertiggebackenen“ Schriftsteller. Es gibt noch eine ganze Menge zu lernen und ich nehme mir für jeden Roman etwas Besonderes vor, das ich in ihm verwirklichen will. Bei Schattenschrei waren dies tatsächlich die phantastischen Elemente, bei denen ich mich ausprobieren wollte. „Dämonenwinter“ hatte die von vorneherein festgelegte Struktur und die Liebesgeschichte, „Wolfsherbst“ die stärksten Krimielemente und „Sommer der Hexen“ die historische Hintergrundgeschichte.

Phantastik-Couch: Im Herbst dieses Jahres erscheint bei KBV eine überarbeitete Neuauflage von Hexensommer. Unter dem Titel Sommer der Hexen bietet dieser, soweit ich bislang erfahren konnte, eine Zäsur zu den ersten drei KBV-Romanen. Zwar spielen die Kriminalbeamten eine gewisse Rolle, doch die Perspektive wechselt. Warum diese Zäsur, sind die Entwicklungsmöglichkeiten der Rudloff, Krüger und Co erschöpft?

Georg Miesen: Nein, dass ganz sicher nicht, ich habe sie jedoch ganz bewusst in den Hintergrund gesetzt, mit Ausnahme von Wolf Krüger, der eine entscheidende Rolle spielt. Die Zäsur ergibt sich zum einen aus der Vorlage, zum anderen aber auch aus dem Wunsch einen Serienplot mit immer den gleichen Hauptdarstellern zu vermeiden. Außerdem bin ich auch weiterhin bemüht, meine Möglichkeiten als Schriftsteller auszutesten und meine Fähigkeiten zu erweitern. Daher wird es auch in dem nächsten Roman wieder etwas Neues geben.

Phantastik-Couch: Auffallend für mich, dass Ihre Kripo-Beamten gerade im Gegensatz zu den Filmadaptionen sehr ruhig und überlegt zur Tat schreiten. Das wirkt sehr professionell und wirkt sehr realitätsbezogen. Ist das Absicht, und wo haben Sie hier recherchiert?

Georg Miesen: Ich habe meine Protagonisten ganz bewusst so angesetzt. Gerade in dem Gegensatz zwischen ruhig und sachlich ermittelnder Polizei und geradezu haarsträubenden Vorfällen steckt ein Großteil der Spannung, die meine Romane auszeichnet. Dabei habe ich mich an der tatsächlichen Arbeitsweise der Kripo orientiert. Hier konnte ich aus meinen Erfahrungen im Umgang mit Beamten der Kriminalpolizei bei Einsatzfällen im Notfallmanagement der Bahn schöpfen. Ich habe aber auch Polizisten in meinem Bekanntenkreis, die ich über ihre Arbeitsmethoden und die Verwaltungsstrukturen der Polizei befragen konnte.

Phantastik-Couch: Weiter fiel mir auf, dass Sie ihre Figuren sich entwickeln lassen. Nicht nur Wolf Krüger und dessen Frau Marion, auch, ja insbesondere Jürgen Rudloff scheint mir eine sehr interessante Figur auch für den Autor zu sein. Wissen Sie schon, wo die Reise, bildlich besprochen hier hingehen wird?

Georg Miesen: Es stimmt, dass die Figuren einen großen Reiz auf mich ausüben. Das habe ich besonders bei der Arbeit am Sommer der Hexen gemerkt, als Wolf Krüger auf den Plan trat. Im Gegensatz zu den anderen Charakteren, die auch für mich neu waren, hat er schon eine eigenständige Persönlichkeit, die selbst mich als Autor sofort in seinen Bann zieht.

Bei Rudloff und Marion sieht es nicht anders aus und ich freue mich schon darauf, sie in meinem nächsten Projekt wieder unter die Lupe zu nehmen. Den Ärmsten steht noch eine große Krise bevor, aber ich will jetzt noch nicht zu viel verraten

Phantastik-Couch: Wir erfahren wenig von der Vorgeschichte Rudloffs – ist ein Prequel hier im Bereich des Möglichen – immerhin hat er ja einmal eine politische Waffenschieberei aufgedeckt, und in höchste auch politische Kreise ermittelt, bevor er mit einem Sonderposten ruhig gestellt wurde?

Georg Miesen: Ein Roman, der sich mit Rudloffs Vorgeschichte befasst, ist keine schlechte Idee. Da in Deutschland hergestellte Waffen auf der ganzen Welt dazu benutzt werden um so sinnvolle Dinge zu tun, wie zum Beispiel unschuldige Zivilisten zu töten, ist auch die Hintergrundidee durchaus aktuell. Aber im Moment habe ich noch eine ganze Reihe von Projekten die ich vorher erledigen will, daher muss dass noch eine Weile warten

Phantastik-Couch: Das Übernatürliche in Ihren Romanen wird sehr zielgerichtet und, zumindest in den beiden ersten Titeln eher dezent eingesetzt. Das ist kein Splatter-Punk, das erinnert von der Anlage her eher an die Werke eine Edgar A. Poe – ein Vorbild?

Georg Miesen: Danke für diesen Vergleich, ich nehme ihn als Kompliment auf. Edgar Alan Poe ist in der Tat eines meiner großen Vorbilder. Die Art wie er seine düsteren Stimmungen aufgebaut hat ist schon genial. Ganz zu schweigen von seinen skurrilen Ideen in einer Zeit, da Fiction und Fantasie alles andere als angesagt waren.

Phantastik-Couch: An was arbeiten Sie zur Zeit – können Sie unseren Lesern schon einen kleinen Appettitanreger mit auf den Weg geben?

Georg Miesen: Ich habe gerade die Arbeit an meinem Roman „Sommer der Hexen“ beendet. Bei meiner Schreiberei bin ich hin und her gerissen zwischen meiner Begeisterung für Fantasie und dem was dabei aus meinem Kopf nach außen drängt und der Notwendigkeit, bei der Art wie ich die Reihe um Rudloff und Krüger angesetzt habe, wenigstens mit einem Bein die Bodenhaftung zu behalten. Beim „Schattenschrei“ habe ich mir zum Schluss etwas mehr Freiheit erlaubt als sonst, beim „Sommer der Hexen“ bleibe ich, soviel sei verraten, im Dorf. Dabei kommt das Phantastische aber sicherlich nicht zu kurz und es gibt, wie bereits erwähnt, einen Ausflug ins frühe sechzehnte Jahrhundert.

Den Folgeroman habe ich in groben Zügen bereits geplant. Es geht um einen Erbenforscher, der, mit der Suche nach den Nachkommen einer uralten Familie betraut, auf ein lange gehütetes Geheimnis stößt. Mysteriöse Todesfälle erregen dabei die Aufmerksamkeit von Jürgen Rudloff und seinem Team, die in eine wahrhaft phantastische Geschichte gerissen werden, die das Leben aller Beteiligten für immer verändert.

Phantastik-Couch: Haben Sie recht herzlichen Dank, dass Sie uns Rede und Antwort gestanden sind. Wir wünschen Ihnen und Ihrer Familie alles Gute!

Dieses Interview führte Carsten Kuhr für Phantastik-Couch.de.