Interview mit Michael Peinkofer

„Es wird ein düsterer Roman“

Erfolgsautor Michael Peinkofer sprach mit Redakteur Andreas Kurth über Lieblingshelden, seine Arbeitsweise, sowie über aktuelle und künftige Projekte

Michael Peinkofer, mit „Die erste Schlacht“ liegt nun der zweite Band der Zauberer-Trilogie vor. Was ist das Hauptmotiv für Sie gewesen, diese Trilogie aus der Frühphase von „Erdwelt“ zu schreiben?

Michael Peinkofer: Ich finde es immer spannend, Vorgeschichten zu entdecken. Jede Geschichte ist ja eigentlich immer die Schlussphase, der Höhepunkt einer dramatischen Entwicklung. Aber was war davor? Wie ist es zu dem gekommen, was wir aus späteren Zeiten über Erdwelt wissen? Es erschien mir ein reizvoller Gedanke zu sein, die Geschichte des Zweiten Krieges näher zu beleuchten – und natürlich das Schicksal des Ordens der Zauberer.
Ist es besonders schwierig, sich die Vergangenheit von Figuren auszudenken, die 1000 Jahre später schon einiges erlebt haben?

Hätte ich ganz bei Null anfangen und die Vorgeschichte gleichsam aus dem Ärmel schütteln müssen, wäre es wahrscheinlich fast unmöglich gewesen. Aber wir Fantasy-Autoren denken da ja schon meist ein bisschen vor …Als ich die „Orks“-Trilogie schrieb, hat sich die Frühzeit von Erdwelt immer deutlicher entwickelt, und ich habe schon sehr früh angefangen, mir Notizen über bestimmte historische Ereignisse und Figuren zu machen, nur für den Fall, dass sich einmal eine eigene Geschichte daraus entwickeln sollte. Ich war also schon ganz gut vorbereitet.

Welche Ihrer Protagonisten sind Ihnen besonders ans Herz gewachsen? Oder anders gefragt: Ist ein Ork oder ein Zauberer Ihr Lieblingsheld?

Michael Peinkofer

Michael Peinkofer: Wie der Leser wohl auch, neige ich schon dazu, mich eher mit den menschlichen Protagonisten zu identifizieren – in diesem Fall also mit dem Menschen Granock, der als erster seiner Art nach Shakara kam, sich unter all den Elfen behaupten musste und ein Zauberer wurde. Das ist ja auch eine Situation, die jeder von uns kennt – der „Neue“ zu sein, der kein Schwein kennt und keinen Anschluss hat. Insofern fällt die Identifikation auch leicht. Aber natürlich steckt auch in den anderen Figuren viel Herzblut, und irgendwie mag man alle.

Sie gehen nach eigener Aussage gern auf Lesereise. Liegt Ihnen der Kontakt mit Ihren Lesern so am Herzen? Und wie beeinflussen die Gespräche mit Lesern Ihre Arbeit?

Michael Peinkofer: Als Autor arbeitet man ja meist im stillen Kämmerlein, von daher bieten Lesereisen eine willkommene Abwechselung. Und natürlich ist es schön, mit dem Leser hier einmal in direkten Kontakt treten zu können – ich bekomme zwar viel Post über meine Homepage www.michaekl-peinkofer.de, die ich nach Möglichkeit auch persönlich beantworte. Aber natürlich ist das nicht dasselbe.

Geben Sie beim Schreiben gerne spontanen Einfällen nach, oder sind Ihre Romane eher „durchgeplant“?

Michael Peinkofer: Beides. Grundsätzlich bin ich ein überzeugter „Plotter“, der den Handlungsverlauf seiner Romane vorher genau plant, schon deshalb, weil ich selbst ein Fan eines klassischen Spannungsaufbaus bin. Im Verlauf des Schreibens ergeben sich aber immer wieder Möglichkeiten für spontane Einfälle oder auch Änderungen.

Im September erscheint der dritte Band der Trilogie. Was dürfen die Fans sich davon erwarten? Mögen Sie schon ein wenig verraten?

Michael Peinkofer: Der Roman erzählt die Geschichte des Zweiten Krieges zu Ende und berichtet vom weiteren Schicksal der jungen Zauberer Granock, Aldur und Alannah. Außerdem schafft er den inhaltlichen Anschluss zur bestehenden „Orks“-Trilogie, so dass derjenige, der das möchte, nahtlos weiterlesen kann. Und es wird ein eher düsterer Roman, das lässt sich jetzt schon sagen.

Das nächste Projekt ist doch sicher schon im Kopf angelegt. Was kommt nach den Zauberern? Gibt es noch Fantasy-Völker zu entdecken?

Michael Peinkofer: Die gibt es immer, aber vorerst stehen drei ganz andere Projekte an. Zum einen werde ich in der Fantasy etwas völlig Neues ausprobieren, das die Leser so vielleicht nicht von mir erwarten. Das geht eher in den Bereich Urban Fantasy. Zum anderen warten Balbok und Rammar darauf, dass es noch einmal ein „Orks“-Abenteuer gibt. Und schließlich bereite ich eine ganz neue, große Fantasy-Saga vor, über die ich aber noch nichts verraten darf.

Das Interview wurde von Phantastik-Couch-Redakteur Andreas Kurth für die Zevener Zeitung geführt und erschein dort am 22. Mai 2010.