Interview mit Thomas Plischke

Phantastik-Couch.de: Hallo Thomas. Du kommst aus dem Fantasy-Rollenspielbereich. Ich nehme einmal an, dass deine Vorbilder entsprechend bei den Serien wie „Das Schwarze Auge“ etc. zu finden sind – oder täusche ich mich da?

Thomas Plischke: Ehrlich gesagt wäre es zu dick aufgetragen, wenn ich ernsthaft behaupten würde, meine Vorbilder stammten aus dem Rollenspielbereich. Meine Erstberührungen in den Achtzigern waren Fantasy-Autoren wie Tolkien oder Brooks. Rollenspiel hat allerdings wesentlich dazu beigetragen, mein Interesse an der Fantasy über die Jahre hinweg aufrechtzuerhalten. Die Schriftsteller, die mich in jüngerer Zeit am meisten beeindruckt haben, arbeiten nicht unbedingt im Fantasygenre, aber durchaus im weiten Bereich der Phantastik. Dazu gehören unter anderem Chuck Palahniuk (der die Romanvorlage für Fight Club geliefert hat) oder Neal Stephenson.

Phantastik-Couch.de: Nun sind Rollenspiel-Romane, aber auch viele der gänigen Fantasy-Erfolgsepen in aller Regel nach „Schema X“ aufgebaut. Es gibt einen Krieger, einen jungen Helden, einen Zauberer, die Heilerin.... – alles Dinge, die man in Deinem Roman vergeblich sucht. Habt ihr die „Zerrissenen Reiche“ nicht als Grundlage für ein Rollenspiel entworfen, und warum hebt sich Dein Plot – glücklicherweise muss ich sagen – von dem Üblichen so ab?

Thomas Plischke: Es stimmt schon, dass die „Zerrissenen Reiche“ ursprünglich als Rollenspiel-Setting angelegt waren, doch in dem Moment, in dem die Entscheidung fiel, dort Romane anzusiedeln, war mir klar, dass ich etwas anderes erzählen will als die übliche Heldenreise. Das hängt sicher damit zusammen, dass bei unseren Zwergen die Industrielle Revolution eingesetzt hat, und die klassische Heldenreise passt meiner Meinung nach besser zu Settings, die sich am Mittelalter orientieren. Dies wiederum zwang mich dazu, mit anderen Plotideen zu experimentieren – was gar nicht so leicht gewesen ist, weil einem die bekannten, eingeführten Erzählmuster ziemlich hartnäckig in der Birne festsitzen. Zum Glück konnte aber auch viel Ballast, der durch die einem Rollenspielsetting zugrundeliegende Spielmechanik entsteht, rücksichtlos über Bord geworfen werden.

Phantastik-Couch.de: Warum dann aber überhaupt eine Kunstwelt mit Zwergen und Elfen, warum nicht ein Steampunk-Setting?

Thomas Plischke: Darüber hatten wir in der Tat nachgedacht, aber uns dann doch aus verschiedenen Gründen für eine stärkere Anlehnung an typischere Fantasy-Welten entschieden: Zunächst mal sind viele Steampunk-Settings durchdrungen von einem „Age of Wonder“-Gedanken, also einer Haltung, die Technik und Wissenschaft als etwas Wunderbares und Begeisterndes darstellt. In den „Zerrissenen Reichen“ ist Technik ebenso wie Magie etwas Bedrohliches und Zerstörerisches. Hinzu kommt, dass die meisten Steampunk-Settings ja Alternate Histories sind, die also in unserer Welt spielen, aber eine andere historische Entwicklung annehmen. Damit würden aber einige unserer politischen Metaphern allzu sehr abgeschwächt. Als letzten Punkt ging es uns darum, eine ganze Reihe von klassischen Fantasy-Klischees direkt weiterzuentwickeln – uns das funktioniert eben nur in einer Fantasy-Welt. Von der technologischen Seite nehmen wir uns aber durchaus so manche Freiheit, die auch im Steampunk gut aufgehoben wäre: Genauere Details werden natürlich erst nach und nach enthüllt werden.

Phantastik-Couch.de: Nun bietet Dein Roman dem Leser keinen wirklichen Helden, in dessen Haut er schlüpfen kann. Ist das nicht ein Manko, wie versucht man als Autor seine Leser hier bei der Stange zu halten?

Thomas Plischke: Ich glaube, Figuren werden dadurch liebenswert und überzeugend, wenn man ihre Handlungen für den Leser nachvollziehbar und menschlich macht. Klappt das, braucht man nicht zwingend den prototypischen Helden. Man braucht verständliche Motivationen, und die gibt es bei meinen Figuren: den alten Zyniker, der einen Mord aufklären will, obwohl ihm alle in seinem Umfeld einzureden versuchen, der Fall wäre doch eigentlich schon längst geklärt; der harte Kerl mit weichem Kern, der sich Sorgen um das Wohlergehen seiner Schwester macht; der naive Jungspund aus der Provinz, der feststellt, dass er in eine Sache hineingeraten ist, deren Tragweite er nicht absehen kann; die Frau, die sich in den falschen Typen verliebt hat und wider besseren
Wissens hofft, er würde sich ihr zuliebe vielleicht doch noch ändern …

Ganz abgesehen davon kann ein Plot, der sich bei Elementen des Krimis, des Thrillers und des Abenteuerromans bedient, natürlich auch nicht schaden – ich will die Leser ja nicht mit feingezeichneten Psychogrammen langweilen, sondern ihnen ordentlich Spannung bieten. Deshalb gibt es auch die Schießereien, die Verfolgungsjagden auf Zugdächern, den Kampf gegen Monster aus der Kanalisation und vieles mehr.

Phantastik-Couch.de: Ihr habt ja im Vorfeld bei der Schöpfung Eurer Welt eine sehr differenzierte Ausgestaltung dieser vorgenommen. Wie lange habt ihr am Weltenentwurf gebastelt, worin unterscheiden sich Eure „Zerrissenen Reiche“
von den üblichen Fantasy-Schauplätzen?

Thomas Plischke: Alles in allem steckt in den Zerrissenen Reichen die Arbeit von mehreren Jahren. Wenn man nebenher noch ein echtes Leben hat, bedeutet das, dass man nicht rund um die Uhr an einem solchen Projekt sitzt – mit irgendwas muss man sich auch die Brötchen finanzieren -, aber es ist trotzdem deutlich mehr Aufwand, als man in ein Hobby investieren würde. Was die Unterschiede zu anderen Fantasy-Schauplätzen betrifft, ist eben ja schon mal angeklungen, dass wir kein am Mittelalter orientiertes Setting entworfen haben. Im Grunde haben wir ein klassisches Fantasy-Setting am Schlafittchen gepackt und es gewaltsam in die Neuzeit gezerrt. Dabei haben wir uns Gedanken darüber gemacht, wie die einzelnen Völker in der Regel dargestellt werden und wie sie sich entwickeln könnten, sofern man ihnen eine echte Entwicklung überhaupt zugesteht. Das bedeutete im Fall der Zwerge zum Beispiel, dass sie beinahe zwangsläufig zur technologisch überlegenen Spezies in unserer Welt werden mussten, weil sie andernorts gern als besonders mechanisch begabt dargestellt werden. Die Halblinge, die oft eher ein bisschen beschaulich dahergekommen, haben sich bei uns in paranoide Sicherheitsfanatiker verwandelt, die unter allen Umständen verhindern wollen, dass irgendetwas ihr ruhiges Leben stört.

Phantastik-Couch.de: Auffällig ist, dass ihr ganz bewusst sozial-politische Entwicklungen in die Handlung eingebaut habt. In Eurer Welt gibt es Massenarmut, Arbeitslosigkeit, Rassismus – ungewöhnliche Beigaben für einen Fantasy-Roman. Worum ging es Euch, als ihr diese Elemente eingefügt habt?

Thomas Plischke: Der Fantasy wird häufig vorgeworfen, sie sei ein reaktionäres Genre. Diese Vorwürfe nerven gewaltig, auch wenn sie unter bestimmten Blickwinkeln betrachtet vielleicht nicht einmal völlig von der Hand zu weisen sind. Geschichten um vom Schicksal Auserwählte und den Kampf darum, rechtmäßigen Königen auf den Thron zu helfen, haben insbesondere für Außenstehende, die sich noch nicht intensiver mit Fantasy befasst haben, etwas …sagen wir mal …Befremdliches. Wir wollten nur zeigen, dass die Fantasy genauso gut als Gesellschaftskommentar verstanden werden kann wie die SF oder jede andere Form der Literatur. Darüber hinaus kamen wir gar nicht umhin, die von Dir angesprochenen Themen aufzugreifen, da sie durch die Eigenschaften unseres Settings geradezu vorgegeben sind. Eine sanfte Industrielle Revolution ohne Ausbeutung, ohne Ungerechtigkeiten und ohne große Spannungen wäre eine echt langweilige Kulisse für unsere Romane geworden.

Phantastik-Couch.de: Statt Breitschwerter und Bogen warten dieses Mal Gewehre und Züge auf den Leser. Wie sind die ersten Reaktionen zum Beispiel bei Lesungen auf Deine doch ungewöhnliche Fantasy-Geschichte?

Thomas Plischke: Bei den Lesungen ist uns bislang noch niemand untergekommen, der sich vollkommen angewidert oder erschrocken gezeigt hätte. Im Gegenteil: Die meisten finden das Konzept überzeugend und haben großen Spaß daran, sich auf unser Experiment einzulassen. Im Netz gibt es den einen oder anderen, der sagt, das Ganze wäre ihm dann doch irgendwie „;zu gewollt“ oder „;zu nah an unserer Welt“. Zum einen kann man es nicht jedem recht machen, zum anderen war uns von vornherein bewusst, dass wir unsere Romane nicht für die konservativeren Fantasyfreunde schreiben, denen es nicht klassisch genug zugehen kann. Es ist ja nicht so, als könnten die sich über einen Mangel an Lesefutter beklagen …

Ganz ehrlich: Bei uns lagen in den Wochen vor der Veröffentlichung die Nerven ziemlich blank. Man fragt sich ständig: „;Wird das überhaupt von den Lesern angenommen werden?“ Mittlerweile kann ich sagen: Ja, das wird es – und in neun von zehn Fällen mit einer Begeisterung, die mir halb peinlich, halb unheimlich ist.

Phantastik-Couch.de: Magie innerhalb der „Zerrissenen Reiche“ gibt es, sie ist aber recht weit entfernt von der üblichen Darstellen eines heilenden Lichts, das alle Widrigkeiten mit einem Fingerschnippen beseitigt. Warum habt ihr Eure Magie so ungewiss gelassen?

Thomas Plischke: Das hängt mit meiner und Oles persönlichen Vorstellung von Magie zusammen. Ich finde den Aspekt des Geheimnisvollen, des Unergründlichen und der Grenzerfahrung im Zusammenhang mit Magie am spannendsten. Wenn es sie an
jeder Ecke gibt und ich sie an einer Schule oder einer Universität lernen kann, geht ihr das alles verloren. Das wollten wir in „Die Zerrissenen Reiche“ unbedingt verhindern.

Phantastik-Couch.de: Religion – ein Thema, das in Fantasy.-Romanen häufig eine Rolle spielt. Gerade eure Zwerge aber haben sich ganz der Vernunft verschrieben – warum?

Thomas Plischke: Weil es ihnen ihr mythisch verklärter Reichsgründer so gesagt hat. Im Ernst: Die Industrielle Revolution ist auf unserer guten alten Mutter Erde ein Kind der Aufklärung gewesen, und wir wollten nur zeigen, dass man sich gehörig vergaloppieren kann, wenn man die Vernunft als oberstes Prinzip der eigenen Weltsicht ansetzt und darauf hofft, dass alle um einen herum es genauso halten. Die zwergische Vernunft ist sozusagen die Kehrseite der fanatischen Religiosität, die in den Zerrissenen Reichen die Menschen für sich gepachtet haben.

Phantastik-Couch.de: Du zeigst deutlich das Entstehen von Abhängigkeiten auf – kannst du mit dem Signet Social-Fantasy leben?

Thomas Plischke: Unbedingt. Die Phantastik zerfällt ohnehin in Dutzende von Untergenres, und eines mehr oder weniger fällt da mittlerweile nicht mehr ins Gewicht. Zudem ist es tatsächlich so wie du sagst: Unsere Figuren sind in gewisse kulturelle und soziale Umfelder eingebunden, die ihr Handeln wenn nicht durchweg bestimmen, so doch zumindest maßgeblich beeinflussen. Die Menschen fühlen sich an die Gebote ihrer Götter gebunden, die Zwerge an die weiterentwickelten Traditionen ihrer Ahnen, die Halblinge haben aufgrund ihrer Geschichte eine Belagerungsmentalität angenommen …

Die Konflikte für die Figuren entstehen häufig dadurch, dass sie zumindest intuitiv begreifen, wie unvereinbar ihre eigenen, persönlichen Wünsche mit den gesellschaftlichen Vorgaben sind. Ja, Social Fantasy ist da schon recht treffend – mal ganz zu schweigen davon, dass man sich so natürlich auch etwas an die Social-SF anlehnt, die gerade Ole sehr am Herzen liegt.

Phantastik-Couch.de: Das Titelbild des Romans ist – nennen wir es einmal aussergewöhnlich. In aller Deutlichkeit zeigt es dem Käufer um was es im Roman geht – warst Du in die Auswahl des Covers eingebunden, wie findest Du selbst das Bild?

Thomas Plischke: Im Gegensatz zu vielen anderen Autoren hatten wir in der Tat das Glück, sehr viel Einfluss auf das Cover zu haben. So durften wir nicht nur Illustratoren vorschlagen, sondern auch in Bezug auf das Motiv und den Aufbau mitreden. Von Anfang an war klar, dass wir ganz deutlich zeigen wollten, dass „;Die Zwerge von Amboss“ keine quasi-mittelalterliche Fantasy ist – ich will ja schließlich keinen Leser hinters Licht führen. Aber hoffentlich macht es auch ein wenig neugierig und bei dem Preis kann man wohl mal auf Verdacht zugreifen.

Ein kleines Geheimnis sei an dieser Stelle ruhig verraten: Die Cover werden (wenn wir weiter soviel Einfluss haben) eine klare Linie verfolgen. So wird es immer einen Charakter aus der Reihe auf dem Cover geben, ein Fortbewegungsmittel aus der Welt und eine andere Landschaftsform. Der zweite Teil beispielsweise zeigt Siris, ein Luftschiff und eine diesmal völlig schneefreie Berglandschaft.

Phantastik-Couch.de: Googelt man oder schaut bei Amazon vorbei, so stösst man neben Deinem Namen unweigerlich auf Ole Johan Christiansen und eine gewisse Verena Stöcklein. Wie kam es dazu, dass ihr drei immer wieder zusammenarbeitet?

Thomas Plischke: Wir verstehen uns einfach sehr, sehr gut. Um genau zu sein, leben wir drei sogar in einer Partnerschaft miteinander. Kennengelernt haben wir uns über das Rollenspiel „;Die Welt der Dunkelheit“. Die beiden sind übrigens sehr verschieden – und gerade deshalb ist das Arbeiten mit ihnen wohl auch unglaublich kreativ und produktiv. Momentan ist Verena gerade in der weiten Welt der Wirtschaft unterwegs, daher ruht ihre kreative Arbeit (abgesehen von kleineren journalistischen Artikeln) etwas, aber vielleicht ergibt sich bald auch mal wieder ein Projekt, an dem wir alle drei beteiligt sind.

Phantastik-Couch.de: Warum Zwerge – und nicht sagen wir Elfen, Riesen, Nixen oder anderes nichtmenschliches Gezücht?

Thomas Plischke: Die Zwerge waren wohl auch deshalb der Ausgangspunkt für die ursprünglichen Entwürfe der Welt, weil Ole die kleinen, bärtigen Männer sehr zu schätzen weiß – daher stehen sie auch jetzt noch im Mittelpunkt der Reihe. Dabei sollte man nicht unerwähnt lassen, dass die allerersten Ideen noch aus dem Jahr 2000 stammen, als Ole begann, Fantasy-Konventionen analytisch unter die Lupe zu nehmen.

Für uns natürlich etwas irritierend war der große Erfolg von Markus Heitz und den anderen Vertretern der „;Völker-“ bzw. „;Kreaturen“-Reihe. Damit hatten wir nun wirklich nicht gerechnet. Zum Glück verfolgt Markus aber einen ganzen anderen Ansatz – ansonsten hätten wir das Projekt wohl zu Grabe getragen, denn Markus macht einfach gute Arbeit! Zum anderen sind die Zwerge wie bereits erwähnt prädestiniert für technischen Fortschritt; wenn wir uns die Elfen herausgepickt hätten, hätten wir etwas ganz anderes machen müssen. Elfen gibt es bei uns auch, aber wie wir mit ihnen umgesprungen sind, wollen wir an dieser Stelle noch nicht verraten. Die Elfen und ihre Spoiler-Alarm „Ewige Hierarchie“ treten zum ersten Mal im dritten Band in Erscheinung. Vielleicht haben wir ja irgendwann die Möglichkeit eine zweite Fantasy-Welt zu entwickeln, in der Konventionen und Klischees noch einmal ganz anders ausgelegt werden, aber das hat ja noch ein bisschen Zeit.

Phantastik-Couch.de: Neben Rollenspielquellbänden und Romanen zu Dark Fantasy (Welt der Dunkelheit) hast Du Dich auch an einem Roman zu „Das schwarze Auge“ (Fuchsgefährten) versucht. Wirst Du hier weitere Romane schreiben?

Thomas Plischke: Das ist wohl eher unwahrscheinlich geworden. Im Laufe der Zeit habe ich mich immer mehr von bereits bestehenden Welten gelöst und immer größere Freude daran entwickelt, eigene Welten zu entwickeln: So hat man einfach größere Freiheiten und kann auch eigene Konzepte und Ideen besser umsetzen. In meiner Arbeit als Drehbuchautor für Hörspiele (u.a. für *weirdoz) finde ich es allerdings ganz reizvoll, einen Roman oder ein Computerspiel in ein ganz anderes Medium zu „;verwandeln“.

Phantastik-Couch.de: Du spielst gerne mit Klischees – stimmt das?

Thomas Plischke: Allerdings. Klischees oder Stereotypen, wie es vornehmer heißt, sind etwas unglaublich Menschliches – sie helfen uns, Ordnung in eine scheinbar chaotische Welt zu bringen. Zugleich sollte man auch immer bereit sein, die Schubladen im eigenen Denken neu zu beschriften oder sie gelegentlich mal auszukippen und den Inhalt gründlich durchzusortieren. Der Bruch mit etablierten Klischees sorgt hoffentlich dafür, dass Leser (und ich übrigens auch) mal über vermeintlich in Stein gemeißelte Weltanschauungen nachdenken und sie in Frage stellen. Die Welt ist schlichtweg nicht so einfach, wie wir sie vielleicht gerne hätten – aber das ist kein Nachteil, sondern macht einen Teil ihres Zaubers aus. Ansonsten wäre das Leben doch auch schrecklich langweilig und vorhersehbar.

Phantastik-Couch.de: Was wartet in den weiteren Bänden auf Eure Leser – kannst Du uns hier den Mund schon ein wenig wässrig machen?

Thomas Plischke: Der erste Band ist natürlich nur der Auftakt der Reihe. Im zweiten Band warten Krieg, Geschichtsfälschung und eine Hommage an eine meiner Lieblingsserien, „Lost“, auf die Leser – als zentrales Thema wird es da auch um Religion und Fanatismus gehen. Die Reihe ist ja schon komplett fertig geplant und sogar die zentralen Endszenen stehen bereits in weiten Teilen fest (auch wenn sie noch nicht ganz ausformuliert sind). Eins kann ich also versprechen: Am Ende gibt es keine magischen Artefakte, die den Sieg bringen, und erst recht keinen Auserwählten bzw. eine Auserwählte, der oder die einem Feudalismus zum Sieg verhelfen.

Phantastik-Couch.de: In welchem Abstand sollen die nächsten Bände denn erscheinen?

Thomas Plischke: Aktuell planen wir je einen Band im Frühjahr und einen im Herbst/Winter. Es kommt also ungefähr alle sechs Monate ein neuer Band. Das hängt natürlich auch ein bisschen davon ab, wie erfolgreich die Reihe ist und wie lange uns Piper gewähren lässt, aber aktuell kann ich den Verlag und insbesondere die zuständigen Lektoren nur von ganzem Herzen loben. Der zweite Band, „;Die Ordenskrieger von Goldberg“ ist aber schon in der Produktion und erscheint voraussichtlich im späten Frühjahr 2009.

Phantastik-Couch.de: Vielen Dank, dass Du Dir Zeit für uns genommen hast. Wir wünschen Dir für die Zukunft alles Gute.

Thomas Plischke: Vielen Dank auch von mir für die ausgesprochen klugen Fragen. Ich hoffe selbstredend, dass Dir und den Lesern nicht nur der erste Teil, sondern auch die Folgebände gefallen werden.

Das Interview führte Carsten Kuhr